Q&A Special: Eure Fragen im Gespräch mit den Hosts (#08)

Shownotes

In dieser besonderen Folge von Alles Glauben drehen Johanna Tannen und Prof. Felix Körner den Spieß um: Anstatt wie gewohnt Gäste zu befragen, widmen sie sich den vielfältigen Fragen unserer Community. Zugeschaltet aus Süddeutschland und dem Urlaub am Strand in Spanien spannen die beiden den Bogen von anspruchsvollen theologischen Grundfragen bis hin zu konkreten Erfahrungen im interreligiösen Dialog. Es geht um das Paradoxon Jesus Christus, den berühmten Theologen Karl Rahner SJ und den heutigen Kapitalismus – inklusive einer persönlichen Anekdote von Felix Körner – sowie um das Handeln Gottes in der Welt zwischen Thomas von Aquin und islamischer sowie jüdischer Theologie. Darüber hinaus diskutieren die beiden, wo die Grenzen des interreligiösen Dialogs liegen und wie viel prophetische Sozialkritik Religion in einer pluralen Demokratie ausüben darf.

Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

Transkript anzeigen

00:00:23: Willkommen zu einer besonderen Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen der keineswegs verlangt man sollte alles glauben.

00:00:32: Normalerweise sind wir die Personen, die hier Gäste einladen und diesen Gästen Fragen stellen aber heute drehen wir den Spieß mal um!

00:00:41: Wir haben in den letzten Wochen von euch also unserem Publikum ganz viele Fragen bekommen.

00:00:49: Die wollen wir jetzt in dieser Folge, die sich Q&A-Folge nennt.

00:00:54: Einmal beantworten!

00:01:03: Also, wir werden jetzt ein paar Antworten liefern zu ganz unterschiedlichen Themen.

00:01:07: Es ging wirklich von Karl Rahner bis zu den Grenzen des inter-religiösen Dialogs oder auch zur Frage wie politisch der Glaube sein darf.

00:01:16: Manche Fragen kam aus Australien andere auch wirklich ganz aus dem Alltag und ja... Wir freuen uns jetzt drauf!

00:01:26: Bin ich Johanna Tannen und Professor und Jesuit Felix Körner, Inhaber des Nikolaus Cousinus Lehrstuhls für Theologie der Religion an der Humboldt-Universität zu Berlin.

00:01:37: Und Frau Tannen wo sind Sie denn gerade?

00:01:39: Ja

00:01:39: ich bin grade im Süden Deutschlands weil ich gerade auf den Weg bin nach Bregenz zu den Festspielen und genau hier ist es relativ warm aber auch ganz schön!

00:01:51: Genau.

00:01:51: aber dann willkommen zurück in Europa.

00:01:53: sie waren ja die letzten Monate in den USA

00:01:57: Genau, ja.

00:01:58: Ich bin gerade ein bisschen im Heimaturlaub aber es geht jetzt auch dann nächste Woche wieder zurück in den USA und dann ziehe ich um nach Washington und starte meinen zweiten Forschungsaufenthalt am Berkeley Center for Religion Peace and World Affairs an der Georgetown University einer auch einer iso-itischen Universität und darauf freue ich mich schon sehr, sehr doll.

00:02:21: Und bin richtig gespannt was mich da so erwartet!

00:02:24: Aber jetzt genug von mir.

00:02:25: wo sind sie?

00:02:26: Ich höre nämlich so Urlaubsgeräusche was sehr angenehm ist.

00:02:30: In einem Ort der heißt Kalb C-A-L-P Das Meer ist warm und wir erholen uns gut.

00:02:37: Wir sind vier Mitbrüder die alle aus Deutschland kommen Und unterwegs mit dem Zug auch viel Besichtigung gemacht haben, aber jetzt ist gerade wirklich Schwimmen und Lesen angesagt.

00:02:49: Voll schön!

00:02:50: Das klingt richtig gut – sehr, sehr schön.

00:02:53: Ja, das ist doch das perfekte Setting für diese Sonderfolge.

00:02:57: Ich würde sagen dann starten wir mal mit der ersten Frage.

00:03:02: Und ich lese sie jetzt einmal vor und zwar wurde die Frage eingereicht Gibt es ein christliches Denken, das im Paradoxon Jesus Christus fußt?

00:03:13: Dass über den christlichen Glauben hinausgeht und sowohl Säkulares wie religiöses Denken –

00:03:19: d.h.,

00:03:20: Glaubem- und Wissen umschließt?

00:03:22: Und Paradoxologischer Art ist bzw.

00:03:27: sein kann!

00:03:28: Das hat uns Josef gefragt und ich würde sagen Professor Körner ist der absolute Experte das zu beantworten weil er nämlich gerade dazu einen.

00:03:36: Dabei ist ein Buch dazu zu schreiben.

00:03:39: Also ich schreibe natürlich das Buch jetzt nicht über genau das, was dieser Josef uns fragt.

00:03:45: Vielen Dank für die Frage!

00:03:46: Aber erst mal gibt es ein christliches Denken, dass Glauben und Wissen umschließt und trotzdem mit dem Paradox von Jesus Christus zurechtzukommen versucht?

00:03:58: Das ist deine Frage – und die Antwort ist ja.

00:04:02: Aber kurz nochmal verstehen Josef meint, er ist nämlich ein bisschen beeinflusst.

00:04:08: So scheint mir von einem berühmten dänischen Philosophen aus dem neunzehnten Jahrhundert Sirin Kirkegaar und der sagte Christus Der Gott Mensch Ist.

00:04:21: das absolut Paradoxe also des vollkommen unlogische der unaufflösliche Widerspruch Gott und Mensch.

00:04:32: aber so sagt der Kirkegar wenn man das glauben will Dann muss man dahin einspringen.

00:04:40: Jetzt fragt der Josef, ob man da nicht doch etwas Nachvollziehbares sagen kann?

00:04:48: Das wäre dann ein christlicher Glaube, der auch die säkulare Vernunft berücksichtigt und irgendwie integriert!

00:04:59: Und da antworte ich ja das geht... ...und es ist sogar äußerst wichtig.

00:05:06: aber

00:05:06: wie?!

00:05:09: Der Kirkegar und damit auch Josef, die fangen halt bei den dogmatischen Formeln an, wahrer Gott und wahrer Mensch.

00:05:17: Die kommen aus bestimmten Diskussionszusammenhängen der Frühenkirche im fünften Jahrhundert beispielsweise oder noch früher.

00:05:25: aber wir müssen verstehen wo ist diese Ausdrucksweise entstanden?

00:05:29: Warum haben die frühen Christen so geredet?

00:05:33: Warum ist also die Frage sagen wird zu Jesus überhaupt Gott?

00:05:38: Und die Antwort ist eindeutig, weil Menschen an Ostern erlebt haben.

00:05:44: Jetzt ist Gottes Gegenwart so kraftvoll und tröstlich in unsere Welt hineingekommen dass wir keine Angst mehr haben müssen das wir aus der Freude leben können und deswegen auch den durch den dieser Durchbruch gekommen ist selber staunend Gott nennen können.

00:06:06: Daran hängt alles im Christentum und wenn man das so geschichtlich nachvollzieht, dann versteht man auch warum wir zu solchen widersprüchlich klingelnden Formeln gekommen sind.

00:06:18: Das ist meine Antwort Josef!

00:06:20: Wenn wir dich falsch verstanden haben, dann bitte nochmal nachhaken.

00:06:23: Das interessiert uns natürlich auch.

00:06:25: aber ich glaube... Sie fragen wollten.

00:06:29: Also ich kann mich da nur anschliess, was sie gesagt haben.

00:06:34: Ich dachte ich kann auch mal vielleicht ein bisschen erklären wo das herkommt weil vielleicht dass nicht allen unseren Hörerinnen und Hörern so bekannt ist.

00:06:40: also was mir in den singe kommen es ist das konzil von calcedon Das sozusagen eigentlich die struktur für dieses paradox on jesus christus liefert.

00:06:51: und ich dachte ich erzähle nochmal ganz kurz vielleicht was da genau in dem Konzert festgehalten wurde.

00:07:00: Und zwar ist das eine Formel mit vier Adverbien und zwar heißt es da, dass Christus also Jesus Christus in zwei Naturen zu bekennen ist und zwar unvermischt, unverwandelt, ungetrennt und ungeschieden.

00:07:19: Als ich mich zum ersten Mal in meinem Studio beschäftigt habe fand ich es ganz interessant, Aussagen sind.

00:07:28: Und genau, also das Konzil, das war vierhundertfünfzig glaube ich reagiert auf einen Streit der da schon länger so am Schwelgen war gab es mich so zwei Positionen man könnte sagen so zwei Extreme.

00:07:42: die ein haben sich sozusagen diese zwei Naturen in Jesus eher getrennt vorgestellt und die anderen vermischt Und das Konzil wurde einberufen, um diese Frage zu klären.

00:07:54: Es ist jetzt getrennt oder vermischt und dann kommt eine Antwort raus die weder noch sagt es ist getrenned oder vermischt sondern sozusagen nicht positiv formuliert wie diese Einheit der beiden Naturen in einer Person zu denken ist und grenzt sich dann sozusagen negativ gegen diese beiden Extrempositionen ab.

00:08:20: Genau, das kam mir so in den Sinn, das noch mal irgendwie zu erklären wo es eigentlich herkommt.

00:08:26: Und Kalt Cedron löst sozusagen diese beiden Streithähne sag ich mal die dann da unterwegs waren, diese Strömungen werden sozusagen Entspannung durch diese Formel gehalten.

00:08:38: Genau und Natur heißt nicht jetzt so schöne Natur da draußen sondern heißt eben Wesen als Gott oder Wesen Und das wird da zusammengehalten, genau.

00:08:53: Ja diese Frage kommt aus Australien.

00:08:55: super dass wir da auch Hörerinnen und Hörern haben.

00:08:59: also Peter fragt wenn ich es mal auf Deutsch übersetzen soll man könnte sagen Rana und die andere westliche Theologie überhaupt verwischen die Grenze zwischen Staat und Kirche.

00:09:13: Wir haben uns domestizieren lassen.

00:09:16: Die Befreiungsteologie ist da mutiger sie will Theologen und Gläubige befreien, denken und handeln will sie also da befreihen wo Religionen Ungerechtigkeit rechtfertigen können.

00:09:34: Was glaubt ihr frag Peter wie Rana heute zur Befreiungsteologie stehen würde?

00:09:41: Und wie Sie den europäischen Nordamerikanischen und Australischen Kirchen und Gläusbigen heute zugutekommen könnte.

00:09:48: Frau Tannen wollen Sie mal starten!

00:09:50: Ja, eine schwierige Frage.

00:09:53: Aber ich würde so ganz kurz sagen, ich glaube Rana war offener als jetzt sein Ruf vielleicht in Australien ist.

00:10:01: Also der Rana hat sich sogar meines Wissens nach auch in den achtziger Jahren sogar mal unterstützen zur lateinamerikanischen Befreiungsteologie geäußert zumindest auch Solidaritätsbekundungen geäussert.

00:10:15: aber Ein großer Kritiker der Theologie von Karl Rahner war sein eigener Schüler, und zwar Johann Baptist Metz.

00:10:27: Der war Fundamentaltheologe auch in Münster.

00:10:31: Und er hat an Rahner sozusagen ... Hat gesagt ja das könnte eigentlich nicht sein dass Rahner eigentlich primär so Kategorien des Intimes, des Privaten, des politischen Verwände Und der Rana würde sozusagen das Anredewort Gottes nur auf den einzelnen Menschen immer beziehen, aber man müsste es auf die gesamte Gesellschaft und die gesellschaftlichen Strukturen und die Geschichte beziehen.

00:11:00: Genau also da gab es sozusagen eine Diskussion schon mit seinem eigenen Schüler und der Metz hat dann sozusagen einen Man könnte sagen Gegenprogramm entwickelt oder was sich neue politische Theologie nennt Was sozusagen schon auch ganz so ein... Ich glaube, wenn ich Metz verstehe als korrektiv an der sehr transcendentalen Verkürzung würde er wahrscheinlich sagen von Rana's Theologie sich abarbeitet.

00:11:32: Jetzt die Frage was würde Rana wohl vielleicht heute sagen?

00:11:38: Vermutlich würde ich sagen dass Rana mit der Befreiungstheologie grundsätzlich eine Sympathie hätte weil ich würde jetzt nicht sagen, dass Rana irgendwie Gnade jetzt rein privat versteht.

00:11:52: Sondern sie auch immer geschichtlich sozial vermittelt wissen will.

00:11:56: und da würde ich schon sagen gibt es auch einen Anschlusspunkt für die Befreiungsteologie.

00:12:01: aber und das finde ich auch sehr weitsichtig von Rana er sagt auch Theologie ist jetzt kein politisches Programm dass man sozusagen die Theologie dann wie so ein Aktionismus wird.

00:12:18: Also, man möchte ganz viel in der Welt verändern und die Welt gestalten was ja auch dieser Weltgestaltungsaufruf findet sich ja auch in der Person Jesu unter dem Handeln Jesu aber es gibt immer eine Rückbindung dennoch die Welt überschreitet und sozusagen menschliches handeln wie so aufbricht.

00:12:43: Und genau, deswegen würde ich glaube ich sagen dass Rana da ein Wert drauflegen würde also auch irgendwie eine tiefen Dimension, eine mystische Kontemplative, also mehr wirklich auch in sich gehende reflektierende Tiefendimension und nicht nur Praxis-und Aktionismus.

00:13:04: Genau das würde ich dazu sagen!

00:13:06: Wie sehen Sie das?

00:13:09: Danke ja... Ich kann mit Ihrer Antwort viel anfangen und mache aber noch mal zwei grundsätzlichere Bemerkungen.

00:13:18: Das Erste, unser Peter ist offenbar ein Fan eines Jesuitentheologen der aus dem Jahr fournachtzig gestorben ist Karl Rahner.

00:13:29: Der war wirklich einer der ganz großen Denker des zwanzigsten Jahrhundertes Und so eine Grund Geste im Vorgehen von Karl Rahner war, das was Sie Frau Tann eben schon des Transzendentale genannt haben.

00:13:47: Das ist ein Denken, das aus der deutschen klassischen Philosophie schon, den es Jahrhundert kommt Wenn ich über mich und meinen wahrnehmen und entscheiden nachdenke dann wird mir auch klar etwas für Bedingungen Es gibt, dass sich überhaupt so entscheiden kann.

00:14:06: Und da sagt nun Rana mit einigen anderen Theologen seiner Zeit in allem was wir tun und entscheiden ist Gott schon versteckt dar!

00:14:23: Das ist sein transcendentales Denken.

00:14:26: Peter will also wirklich, dass wir damals mit der Stimme Karl-Ranas reden.

00:14:30: das finde ich ja ganz lustig.

00:14:32: und Karl Rainer als Jesuit denkt halt immer sehr stark von seinem Ordensgründer, von unserem Ordens-Gründer Ignatius von Loyola hier.

00:14:41: und der sagt so viel wir versuchen die Kirche zu reformieren indem wir Strukturen ändern.

00:14:48: So wichtig ist es doch dass die Menschen persönlich durch ihre Erfahrung verändert werden.

00:14:59: also Rana selber hat ja mal gesagt die Christin in Zukunft wird ein Mensch sein, der eine Erfahrung gemacht hat.

00:15:07: Mystikerin, Mystiker.

00:15:10: Also das ist schon der Ansatzpunkt aber ... Votan, Sie haben es eigentlich eben auch so gesagt?

00:15:17: Ja!

00:15:18: Das heißt dann nicht, bleib in deinem Kämmerchen und bete halt ordentlich.

00:15:24: zu einem Jesuitten, der sehr stark in der Sozialarbeit war und der gleichzeitig Jugendbildung für die Bibel gemacht hat hat Rana nämlich mal in Anerdeutlichkeit gesagt, gut was du damit der Jugendbildung in der Bibel machst.

00:15:42: Das kannst Du machen so viel Du willst aber was Du für die obdachlosen Jugendlichen tust das ist das Entscheidende.

00:15:51: also Die Befreiungsteologie von Rana wäre du bist aus der Freundschaft mit Jesus befreit um mutig an die Ränder zu gehen und dann auch ein kritischer Mensch zu sein und zu sagen wir haben für Gerechtigkeit zu sorgen, aber nicht nur in Worten sondern indem wir uns selber engagieren und indem wir auch lernen auf die die an den Rändern sind zu hören.

00:16:19: Also Rana kannte durchaus eine prophetische Stimmung, Stimme nehme ich jetzt hier mal als kurzeres Ergebnis mit Genau!

00:16:29: Und der Peter hat sogar noch eine Frage.

00:16:32: Die Menschen in Osteuropa haben sich ihnen in den Neunzehntachziger und neunzentneunziger Jahren auf heroische und inspirierende Weise von der Tyranei des Marxismus-Leninismus erhoben.

00:16:44: Mauern fielen in Berlin, Revolutionen veränderten die Czechoslovakie – doch es scheint als seien wir von einer Revolution der menschlichen Freiheit zur Verehrung der Götter des Kapitalismus übergegangen!

00:16:58: Was würde Rana dazu heute sagen?

00:17:01: Welche Worte würde er uns anbieten, um die Rolle des Glaubens als zentralen Bestandteil moderner Gesellschaften zurück zu gewinnen?

00:17:09: Wie könnte und sollte Glaube heute aussehen.

00:17:12: Also ich versuch mich tatsächlich mal in Rana hineinzuversetzen, den ich ja immerhin auch einmal selber kennenlernen durfte und von dem ich viel gelesen habe und auch Storys über ihn gehört hab.

00:17:24: und also ich denke mir schon dass Rana mit Recht erstmal stolz auf einen Mitbruder von ihm verweisen würde, der am Anfang der Gründung der Bundesrepublik Deutschland echt eine wichtige Rolle hatte um die Politik zu inspirieren und auch Christian und Christen mitzunehmen in diese neue Phase der deutschen Geschichte.

00:17:58: Und hat dann ganz stark befürwortet soziale Marktwirtschaft.

00:18:04: Ja, wir wollen Eigenverantwortung aber indem wir auf die

00:18:11: Schwächeren, die Schwesten

00:18:13: achten und helfen das alle gleiche Chancen bekommen.

00:18:17: Dieses Gedankengut ist eigentlich etwas was jetzt augenblicklich wieder sehr stark in die Kirche hineinkommt weil unser jetziger Papst Leo der vierzehnte sich ja bewusst Leo genannt hat weil seinen Vorgänger an der Wende vom Neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert Leo III.

00:18:41: derjenige war, der das erste Mal sehr stark systematisch und unter dem Namen gesagt hat wir wollen als Katholikinnen und Katholiken als Kirche eine soziale Lehre entwickeln.

00:18:52: also wie kann man das Evangelium den Geist Jesu Christi heute auch in den sozialen Strukturen so leben dass Gerechtigkeit entsteht?

00:19:04: Und da fiel eben das Wort von der Justizia Socialis, wie es damals noch auf Latein hieß soziale Gerechtigkeit.

00:19:13: und ich glaube echt auch Rana würde jetzt etwas sagen was ich unbedingt sagen muss.

00:19:18: Nämlich ein Mitbruder von Rana und mir Alfred Delp Ein Jesuit der von RANA übrigens auch so Latein-Vertiefungskurs bekommen hatte in der frühen Ausbildung im Orden.

00:19:36: Der ist von den Nazis zum Tod verurteilt worden und noch kurz vor dem Ende dieses Horrorregimes auch hingerichtet worden, und ein Grund warum man ihn loswerden wollte war weil dieser Alfred Delp die Justiz her Soziales, die soziale Gerechtigkeit vertreten hat.

00:20:01: Taten, diese Nazis damals so.

00:20:04: Das sei ja der Beginn von Kommunismus und dummes Zeug.

00:20:09: Es geht darum dass Eigenverantwortung und Solidarität da zusammen gehören Und das muss auch weiter und sehr deutlich heute mit wirklich Qualität voller Kenntnis der Wirtschaftslage unsere Botschaft als Kirche sein.

00:20:26: nur Peter möchte, dass wir so ein Zentralpunkt als Christentum der modernen Gesellschaft sind.

00:20:37: Das wünsche ich mir auch!

00:20:39: Aber in der pluralen Gesellschaft werden wir natürlich nur eine Stimme sein, aber je glaubwürdiger wir sind und je genauer wir auch formulieren, desto mehr können wir Menschen für diese Idee gewinnen?

00:20:53: Die Erkenntnis ist das Zentrum...das Zentrum ist die Erkenntnis dass zu lieben die größte Freude und die größtel Lebenserfüllung ist.

00:21:05: Und daraus kann man dann

00:21:06: auch wirklich

00:21:07: Werte, eine Politik entwickeln vorschlagen vorleben und versuchen mit all unseren fairen Mitteln nämlich dem Zeugnis durchzusetzen.

00:21:19: so werft vielleicht mal meine Antwort.

00:21:21: aber Frau Tanze haben vielleicht noch einen ganz anderen Faden aufzugreifen.

00:21:25: Ja, ich mache noch mal einen anderen Faden.

00:21:26: Und danach müssen Sie mir erzählen wie die Begegnung mit Kai Rana war?

00:21:29: Das finde ich sehr spannend!

00:21:33: Also das müssen wir noch erzählen.

00:21:35: Genau.

00:21:35: also ich würde jetzt sagen... Jetzt sozusagen Rana als auch irgendwie Dogmatiker hatte versteht glaube ich auch Gnade so radikale Zukunftsoffenheit.

00:21:52: Und nicht als, wie Sie auch schon meinten ich sitze, ich bete in meinem Kämmerchen und sondern der hat auch wirklich schon sagen also da gibt es auch einen einen Faden dieser ständigen Überschreitung des bereits erreichten Zustands Also sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen auch einzusetzen In Wort und Tat.

00:22:13: von daher würde ich sagen gibt's auch so eine ideologie kritischen Kern bei Rana dem man dann so einem entfesselten Kapitalismus entgegensetzen kann.

00:22:24: Und war ja auch Rana, wie ich ihn verstehe von Kant sehr geprägt ist er den Mensch als unbedingt ein Selbstzweck versteht also erst eben nicht reduzierbar auf irgendwie einen humanen Kapital und irgendwie ökonomische Funktionen und Konsum.

00:22:45: Sondern es gibt irgendwie eine tiefen Dimension im Leben eines jeden Menschen und ja er ist unbedingt der Selbstzweck.

00:22:53: also das würde ich sagen kann man da schon als Als ideologie kritischen Kern dagegen setzen.

00:22:59: Und Und aber auch, wie wir schon angesprochen hatten diese Mystik des Alltags.

00:23:05: Also sich auch bewusst irgendwie aus diesem manchmal erscheinenden kapitalistischen Hansparat was ich immer weiter dreht rauszunehmen in die Stille zu gehen und mit Sinnfragen, die über das eigene Leben vielleicht hinausgehen und auch irgendwie den Konsum sprengen.

00:23:26: Und diese ganze Selbstoptimierungsindustrie muss man ja mittlerweile sagen fällt mir mal dieser ganzen Longevity Trends ein, die ja gerade auch wirklich sehr on vogue sind.

00:23:38: Genau also sozusagen einfach sich auch mal rauszuziehen und in die Reflexion zu gehen.

00:23:43: Also ich glaube dass so Zukunftsoffenheit der Mensch als unbedingter Selbstzweck und eine Mystik im Alltag zu bewahren, um zu pflegen.

00:23:55: Ich würde sagen so könnte Glaube im Sinne Kairanas heute vielleicht aussehen.

00:24:01: Also wie haben Sie jetzt Kairana getroffen?

00:24:04: Das interessiert mich sehr!

00:24:06: Gut also das war neunzehnhundertdreiundachtzig.

00:24:08: Das heißt ich war zwanzig Jahre alt.

00:24:10: Ich habe mich zwar schon sehr für Theologie interessiert aber ich war noch nicht hier so hit.

00:24:15: Hab aber gerade in München einen Jesuitten besucht und er sagte, nachmittag fahre ich dann nach Innsbruck den Rana Besuchen.

00:24:25: Kommst du mit?

00:24:27: Und da habe ich gesagt, natürlich!

00:24:28: Ich hab mich ja schon damals sehr für ihn Karl-Rana auch interessiert.

00:24:33: Dann gingen wir durch diese langen Gänge des Kollegen in Innsbrück und dann rief der Jesuit von hinten so jetzt rechts klopfen.

00:24:41: Da stand auch tatsächlich Karl-rana am Zimmer und da habe Und der Rane hörte damals schon schlecht, hat das erste Mal klopfen Schüchtern von mir nicht gehört.

00:24:51: Dann habe ich noch mal lauter und dann ist er offenbar auch erschrocken.

00:24:53: und ja!

00:24:54: Herr Reihen hat er gesagt, bin ich halt in das Zimmer gegangen?

00:24:57: Der kannte mich ja nicht.

00:24:58: und jetzt bin ich auch ziemlich groß.

00:25:00: Er dreht sich da auf seinem Schreibtischstuhl gerade um und guckt wer da reinkommt und kennt mich nicht.

00:25:05: Großer Kerl kommt da rein und erschrickt offensichtlich gleich nochmal, guckt dann so ein bisschen strengen... Mit Bruder auch und sagte hier, dass Felix Körner ein Freund von mir der jetzt mal kennenlernen wollte.

00:25:20: Und dann waren halt diese riesigen Bücherregale.

00:25:25: Ich wusste schon, das man ihn natürlich nicht fragt.

00:25:29: Das hat ja mein Journalist gemacht.

00:25:31: Pateraner so viele Bücher in ihrem Zimmer haben sie die alle gelesen weil Kraner dann immer sagte nein geschrieben In seinem Zimmer war das auch so.

00:25:45: Er waren seine eigenen Berge, aber nicht nur auf Deutsch-Originalsprache sondern auch in den verschiedenen Übersetzungen.

00:25:52: und da sage ich uns schauen Sie eine von diesen Übersetzungen kann ich gar nicht lesen Das ist wohl koreanisch ganz nett.

00:25:59: Und dann haben die verhandelt.

00:26:02: Es hat mir einfach Freude gemacht Den alten Mann der das ja drauf gestorben ist Auf diese Weise mal.

00:26:08: Wir können gelacht so haben, aber das wurde zu keiner tollen diologischen Diskussion oder zu einem geistlichen Austausch.

00:26:14: Aber toll ja!

00:26:16: Das ist doch schon aber sehr besonders.

00:26:17: also das glaube ich schon dass das einen auch sehr berühren kann es ja auch stark dass er drei wenn das dreien achtzig war.

00:26:25: Ich habe in Erinnerung dass er vierund achtzig verstorben ist oder?

00:26:27: Also dann

00:26:29: war

00:26:29: das ja Dann war da ja wirklich bis fast zu seinem Lebensende In der Universität am Schreiben und leeren.

00:26:38: Absolut,

00:26:39: also ganz genau.

00:26:40: Also am Schluss hat er nur noch so Privatissima gegeben als so ganz im engsten Kreise veranstaltete Seminare.

00:26:48: aber Vorträge hatte er ja noch in den vierundachtzig in seinem Todesjahr gehalten.

00:26:54: Aber das war dann eben auch sein achtziger Geburtstag und da hatte sich vielleicht sogar übernommen.

00:27:01: Das war schon ein sehr erfülltes und rundes Leben.

00:27:04: Und ich bin froh, dass ich ihn kennengelernt habe.

00:27:06: Vielleicht haben wir Gelegenheit auch mal zu erzählen, dass sich noch einen anderen großen Theologen des zwanzigsten und einundzwanzigend in dem Fall Jahrhunderts sehr eng oder viel länger und intensiver kennengelernen habe.

00:27:20: Aber das ist ein anderes Thema.

00:27:22: Wir sind hier ja mitten in unseren Fragen.

00:27:24: Okay!

00:27:25: Das sparen wir uns doch auf weil das sieht man natürlich auch noch.

00:27:29: Aber genau, das behalte ich jetzt beim Hinterkopf.

00:27:31: Ja, unsere nächste Frage kommt von Johannes, und aus Berlin?

00:27:37: Ich höre Ihren Podcast gerne, weil er unterschiedliche Perspektiven einlädt und zulässt und Referenzen nicht einfach wegmoderiert.

00:27:44: Deshalb interessiert mich besonders wofür Sie die größten inhaltlichen Grenzen im interreligiösen Dialog liegen, die sich noch schwer überwinden lassen.

00:27:53: Und wie gehen sie damit im Gespräch um?

00:27:56: Votan wollen Sie diesmal starten?

00:27:58: Ja, ich probiere es mal.

00:28:02: Also erstmal wo liegen die Grenzen inhaltlich?

00:28:06: Also ich glaube, die liegen dort... also Religionen haben ja einen Wahrheitsanspruch und wenn dann Religionen aufeinander treffen, also zum Beispiel wie auch in Deutschland wir sind eine multireligöse Gesellschaft, dann möchte man nicht nur nebeneinander coexistieren sondern eigentlich auch ein Miteinander erreichen.

00:28:28: Und deswegen ist, glaube ich immer eine Herausforderung zu klären welches Bild die eigene Religion über andere Religionen hat.

00:28:36: Dass überhaupt ein Miteinander sein kann.

00:28:41: und genau deswegen würde ich sagen so die Wahrheitsansprüche einer Religion sind irgendwo immer auch eine Herausforderungen dass man irgendwie nicht, also nicht sagt okay alle Religionen meinen eigentlich dasselbe Genau, weil dann würde ich sagen gibt es eigentlich gar keinen ernsthaften Dialog.

00:29:01: Und dann sehe ich auch noch eine Grenze, wer eigentlich legitimerweise für eine Tradition spricht?

00:29:10: Also eine Repräsentationsfrage.

00:29:15: Typisch, was eine Gretze für mich ist.

00:29:17: Aber genau ich habe immer im Studium mal für Religions for Peace gearbeitet und da gab es so.

00:29:24: Religions For Peace ist eine internationale Friedensorganisation.

00:29:27: die kommt aus den USA und ich hatte die Aufgabe in Europa Zweig mit aufzubauen.

00:29:34: Und diese Organisation ist so strukturiert dass das immer einen Religious Leader BODY heißt das, also einen Zweig für die religiösen Führungspersönlichkeiten.

00:29:44: Für Jugend, für Frauen und für einzelne Vereine gibt's.

00:29:50: Und genau!

00:29:52: Das ist schon auch eine Herausforderung im inter-religiösen Dialog, dass man schauen muss, dass nicht nur die religiosen Führungspersönlichkeiten miteinander sprechen sondern auch unterschiedliche, ich sag jetzt mal Statusgruppe in den Religionen, die es ja gibt und dass man die auch ins Gespräch bringt.

00:30:13: Genau, das würde ich sagen ist auch irgendwo eine Grenze, die man nicht ganz überwinden kann.

00:30:18: also weil es einfach Machtasimetrien in religiösen Gruppierungen gibt.

00:30:24: Ist auf jeden Fall schon mal ein Schritt wenn man die auf dem Schirm hat glaube ich.

00:30:30: Aber vielleicht kommen wir zu einem Umgang.

00:30:32: dann gleich wo sehen Sie erstmal die inhaltlichen

00:30:35: Grenzen?

00:30:38: Grenze heißt nicht, man darf darüber nicht sprechen oder Man wird sich darüber nie einigen.

00:30:45: wie ärgerlich dann ist es ja doch eine grenze.

00:30:47: Ne also Es gibt im Dialog einfach Punkte über die man spricht und man wird sich Darüber Nicht Einigen.

00:30:54: Ja das ist okay.

00:30:55: aber was ist es inhaltlich?

00:30:56: Das fragt ja Johannes sinnvollerweise.

00:31:00: Von uns Christen

00:31:01: aus

00:31:02: gesehen Ist das Die Rolle Jesu Da werden wir uns nicht einigen auf einen gemeinsames Jesusbild.

00:31:10: Wenn ich jetzt sage, was ist denn das Besondere?

00:31:12: Was ihr seht den Muslime vererren ja Jesus auch!

00:31:15: Dann hilft es nichts wenn wir sagen Ja für uns ist er der Sohn Gottes Denn Sohn-Gottes heißt ja für uns auch nicht biologischer Sohn Gottes.

00:31:23: natürlich hat Gott keine Reproduktionsfunktionen wie Mensch.

00:31:30: Das meinen wir gar nicht und das ist ja der Einwand muslimischerseits.

00:31:33: Sohn Gottes ist auf einer ganz anderen Ebene gesagt, also weil eben die Nähe Gottes und Gottvater Vater eben in Christus sichtbar wird.

00:31:44: Deswegen reden wir vom Sohn Gottes bei Jesus ja?

00:31:48: Und in Jesus dürfen wir alle Söhne unter euch der Gottes sein!

00:31:51: Also wenn man dann sagt ach so achso, dann meinen wir ja etwas was Muslime mitreden können.

00:31:56: Nein haben wir doch ein bisschen gemogelt.

00:31:58: Wir können uns über die Rolle Jesu trotzdem nicht einigen und deswegen verwende ich immer einen Wort jetzt.

00:32:06: Jesus ist für uns die entscheidende Geschichtswände.

00:32:10: Nach Jesus brauchen wir nur noch Hilfen, um die Freude Jesu besser zu leben – also da kannst du dann gute Predigten und gute Hilfestellungen in allen möglichen Lebensformen lehren.

00:32:25: Meintwegen kann man das auch Prophetin nennen wie der Paulus das ja auch sagt.

00:32:28: in seinen Gemeinden gibt es Propheten aber Nicht einer der noch mal sagt, naja das war nicht die entscheidende Geschichtswende.

00:32:34: jetzt geht es da noch weiter und manches muss korrigiert werden.

00:32:37: Und das ist halt eher das Selbstverständnis des Korans den Mohammed verkündet.

00:32:45: Deswegen ist die Frage Grenze des Dialogs inhaltlich wie wir über Mohammed reden?

00:32:52: Ob wir da eine gemeinsame Linie finden können.

00:32:55: natürlich können wir sagen Prophet im beschreibenden Sinne Ja, religionswissenschaftlicher Begriff.

00:33:01: Prophet ist einer der eine neue Botschaft mit dem Anspruch sie kommt von Gott verkündet.

00:33:07: aber wenn wir Theologisch reden dann meinen wir natürlich auch als Christian und Christen Propheti heißt das was auf eine Begegnung mit Jesus vorbereitet.

00:33:17: so kann man das von Mohammed sagen zum Teil ja.

00:33:21: es gibt halt Menschen die durch die Verkündigung des Korans nachher wirklich zum christlichen Glauben gekommen sind.

00:33:29: Aber zu sagen, Mohammed ist ein Prophet und damit der Koran Wort Gottes.

00:33:34: Und damit müssen wir alles was im Koran steht als Christen akzeptieren.

00:33:38: Das geht nicht!

00:33:39: Dann müssen wir auch akzeptierend das Nicht- Tod- und Auferstehung Jesu die Verwandlung der Welt, die Versöhnung der Welt bewirkt hat usw.

00:33:49: Also da ist der Punkt wo die Grenze ist.

00:33:52: aber gut dass Johannes weiter fragt wie kann ich damit umgehen?

00:33:56: eben nicht zu sagen, okay damit endet unser Dialog.

00:33:59: Sondern zu sagen aber es gibt eben so viele Punkte wie wir diese Welt gemeinsam gestalten können und das ist einfach das spannende am Dialog dass wir sagen obwohl wir uns unterscheiden können wir gemeinsamen Ziele formulieren und arbeiten für die Erreichung dieser Ziele.

00:34:17: Das ist eine gerechtere Gesellschaft in Deutschland Eine bessere Lebensstruktur für alle in Europa gibt eine gottgemäßere Welt gibt und das ist eben ne Grenze des Inhaltes, die dann keine Grenze der Zusammenarbeit bedeutet.

00:34:34: Das klingt gut!

00:34:36: Ich erinnere mich auch dass wir mal in einer Folge glaube ich hatte ich mal als Lieblingswort Ambiguitätstoleranz und ich finde das passt auch hier für einen.

00:34:44: wie kann ein Umgang gelingen?

00:34:46: indem man jetzt nicht versucht die Differenzen aufzulösen weg zu reden sondern ja sie zu verstehen.

00:34:54: Also es ist ja auch unglaublich spannend, sich mit Menschen von einer anderen Religion zu unterhalten und die Inhalte dieser Religion kennenzulernen.

00:35:04: Und dadurch lernt man sich auch selber immer noch mal tiefer kennen weil man dann auch antworten muss wie das bei einem eigentlich selber ist.

00:35:10: also kann man eigentlich nur empfehlen mal durchzuführen so als selbst Experiment einmal zu beobachten was da eigentlich somit einem passiert Genau.

00:35:19: Also es geht nicht irgendwie um irgendwas zu neutralisieren oder Positionen wird sich dadurch verwässern, also meine Erfahrung ist das ganze Gegenteil würde passieren.

00:35:29: aber ihr könnt's ja mal ausprobieren und uns dann schreiben wie diese Erfahrung war ob das jetzt eine Verwesserung zur Folge hatte oder eigentlich eher ne Schärfung der eigenen Position weil man überhaupt mal über sie wirklich auch sehr präzise nachdenken muss.

00:35:46: Sehr schön!

00:35:47: Dann kommen wir zu unserer nächsten Frage.

00:35:49: Antonin aus Berlin fragt uns...

00:35:54: Hallo, Johanna!

00:35:54: Hallo, Herr Professor Körner.

00:35:56: Ihr Fokus sieht euch hier im Podcast natürlich bewusst sehr auf Christentum, Islam und Judentum und wie die zueinander stehen.

00:36:02: Und die haben natürlich durchaus auch bestimmte Gemeinsamkeiten.

00:36:05: aber ich würde mich mal interessieren was in diesen Religionen eben die verbreitetsten Positionen sind.

00:36:10: zu den nicht-abramitischen Religionen also denen noch weiter Entfernten Religionen, sage ich mal.

00:36:17: Speziell vielleicht die Frage kann eben jeder erlöst werden oder, ich sag mal, ungesprachlich in den Himmel kommen?

00:36:22: Wenn er einfach ein gutes Leben führt moralisch handelt

00:36:25: etc.,

00:36:25: auch wenn er eben nicht zu einer dieser Religion gehört.

00:36:28: Dann noch die Zusatzfrage gibt es da vielleicht nochmal Unterschiede je nachdem zu welcher Gruppe der die entsprechende Person gehört also ob das jetzt ein Buddhist ist oder ein Hindu oder ob es jemand ist, der in irgendeinem entlegenen Teil der Welt irgendeine ethnischen Region oder irgendeinen normalen Kult angehört.

00:36:46: Oder wie ist das mit Leuten die in vorkristlicher Zeit gelebt haben?

00:36:49: Also konnte jemand, der an die antiken griechischen Götter geglaubt hat und die Götte am alten Ägypten konnten, die trotzdem aus christlicher Sicht in den Himmel kommen – insbesondere weil sie natürlich nie die Chance hatten quasi jemals was von christlichen jüdisch-islamischen Lernen zu erfahren!

00:37:08: Und dann noch eine Frage, ob vielleicht Atheisten hier noch eine besondere Bestellung haben aus der Sicht von den drei Regionen jeweils.

00:37:15: Genau das ist ne sehr spannende Frage, die sehr viele Teilfragen auch noch meinen an.

00:37:21: Vielleicht fangen wir mal so ein bisschen systematisch outen abzuarbeiten.

00:37:27: Wollen Sie mal anfangen

00:37:28: oder?

00:37:28: Genau kurze Vorbemerkungen also.

00:37:31: er fragt ja wie die anderen über die andern denken.

00:37:35: sozusagen und Normalerweise wollen wir in unserem Podcast schon auch Muslime und Juden für sich selbst sprechen lassen, aber ich versuche jetzt auch echt mal zu referieren was muslimische und jüdische Menschen antworten könnten.

00:37:55: Und dieses Referieren muss aber immer unter dem Vorbehalt gestehen bitte liebe muslimischer und jüdische Gläubige korrigiert uns auch.

00:38:06: Story noch dazu

00:38:07: weil hier sowieso gerade die Strandgeräusche sind.

00:38:11: Ein Mitbruder hat mir erzählt, er war mal in der Türkei am Strand und wurde von zwei sehr gut Deutsch könnten wahrscheinlich eben letztlich in Deutschland aufgewachsenen aber mit türkischem Hintergrund wieder die Großeltern besuchenden Kindern geschätzt sechs Jahre alt gefragt ah bist du auch muslim?

00:38:36: Und dann hat er gesagt, nein ich bin Christ und dann haben die beiden ihm erklärt.

00:38:41: Dann kommst du in die Hölle!

00:38:46: Aber so denken Muslime eigentlich nicht.

00:38:52: Das haben sie vielleicht von irgendjemandem mal aufgeschnappt oder sowas sagt man ja oft auch.

00:38:56: vielleicht wenn man im Mahm ist und Angst hat dass die Kinder jetzt irgendwie vom Glauben abfallen und dann sagt man das darfst du nicht.

00:39:03: also solche Sachen können ja vorkommen aber es ist jetzt nicht Das, was man im Koran nachlesen kann.

00:39:13: Das Erste ist im

00:39:13: Korang

00:39:14: steht schon ausdrücklich, dass es eben Leute des Buches gibt Al-Al Kitab.

00:39:22: Das sind Menschen die zu anderen Religionen als dem Islam gehören aber ein Buch haben und dann werden ausdrücklich aufgezählt.

00:39:31: Die Juden, die Christen und eine so eine Teufer Bewegung, die Sabir.

00:39:37: Und von denen wird dann ausdrücklich gesagt, im Jenseits werden sie nichts zu befürchten haben.

00:39:44: Es wird ihnen gut gehen.

00:39:45: also das kann man wirklich so verstehen.

00:39:48: keine Hölle für die.

00:39:52: Jetzt haben wir diesen Begriff der Leute des Buches Für die ausdrücklich genannten Judentum Christentum Sabia.

00:40:01: aber wie sind denn die Muslime im Laufe der Geschichte mit anderen Religionen umgegangen?

00:40:07: Da gibt es dieses spannende Beispiel in Indien wo die Mogul Herrscher Jahrhunderte lang geherrscht haben.

00:40:18: Und da hat man dann gesagt, jetzt gibt es hier so viele, die zu diesen Hindu-Kulten gehören... Was ist denn jetzt mit denen?

00:40:25: Müssen wir die jetzt alle zum Islam bekehren vielleicht gewaltsam oder was...?

00:40:30: Und dann haben sie gesagt, nein, nein!

00:40:32: So wie Juden und Christen ein Buch haben, so haben ja die Hindus auch einen Buch.

00:40:38: Da gibt's

00:40:38: z.B.,

00:40:38: Die Upanishaden Und deswegen sind die auch Buchreligionen und deswegen müssen wir sie jetzt nicht behelligen, die können unter islamischer Vorherrschaft durchaus weiterleben und weiter praktizieren.

00:40:53: Außerdem könnte man vielleicht noch sagen wie ist es mit den Menschen, die so eine ethnischen Religion?

00:41:00: Antonin hat das ja auch gefragt anhängen und da sagt der Koran ausdrücklich alle... also dieser entscheidende Kriterium ist glaube ich an mehrere Götter.

00:41:14: Wenn du an den einen Gott glaubst, den Schöpfer Himmels und der Erde dann ist es nicht so wichtig welchen Propheten du anerkennst.

00:41:23: und Propheten hat Gott, so steht's auch im Koran in alle Völker geschickt.

00:41:27: also gibt sogar den Satz da nicht im Korang sondern eine Überlieferung aus dem Munde Mohammed Geboren werden alle Menschen als Muslime, nur wenn sie dann zu einer anderen Religion von den Menschen bekehrt werden.

00:41:41: Dann haben Sie eine andere Religion.

00:41:43: also Islam versteht sich da eben nicht nur als die Religion Die die Kenntnis Mohammeds voraussetzt sondern die anerkennt.

00:41:52: Es gibt einen Gott und ich muss verantwortlich leben weil es ein jüngstes Gericht gibt.

00:41:59: Deswegen kann man wirklich also So eine Theologie der Religionen im islamen Nachzeichnen, aber wie gesagt ich habe jetzt nur referiert was ich über den Islam weiß und Muslime sollen auch bitte für ihre eigene Religion sprechen.

00:42:16: Vor allem natürlich die Religions-Expertinnen und Experten!

00:42:20: Frau Tannen, was würden Sie antworten?

00:42:22: Es geht ja um das Verhältnis vom Katholizismus zu anderen Religionen und da fallen mir das zweite batikanische Konzil ein.

00:42:30: Das ist ein Konzil, so wie Calcedon auch ein Konzil war.

00:42:34: Aber das zweite Batikanum ist nicht ganz so lange her!

00:42:37: Also, das war neunzehntfünfundsechzig und da gibt es einen Dokument was auch meines Wissens gerade nach Jubiläum hatte.

00:42:47: Genau und das heißt Nostraetate befasst sich über das, also da geht es um das Verhältnis der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen.

00:42:57: Also genau dieses Thema und ich finde dass eine sehr wichtige Konstitu...also ein wichtiges Dokument ist auch gar nicht so lange los, lohnt sich auch mal zu lesen.

00:43:09: Und zwar gibt es da werden explizit die muslimische Religion genannt und die jüdische Religion.

00:43:14: Ich fange mal mit der jüdischen Religion an steht, dass sozusagen das Judentum und das Christentum wie durch ein Band verbunden ist.

00:43:24: Und also genau das sozusagen das Christendom auch im Judenturm wurzelt.

00:43:35: und dann heißt es dort, dass jüdische Volk aus dem die Apostel stammen sind, die Grundfesten.

00:43:43: Es ist ein gutes Bild, so Säulen der Kirche und die Grundfesten.

00:43:51: Also es ist eigentlich das Fundament auf dem wir stehen Und wir können uns als Christen nicht ohne dass Judentum selber verstehen und auch definieren weil Jesus ja selber nun mal auch Jude war.

00:44:03: also ich würde sagen so aus einem Aus dem Glaubensinhalt her gibt's eine unglaublich enge Beziehung Die leider sozusagen in der Geschichte Ja, leider nicht immer so eng war und da sozusagen auch die Christen mit durch die Zeit erst einüben mussten und lernen mussten wie sie diese Beziehung wertschätzend pflegend.

00:44:30: Aber Nostra Itato ist in Meilenstein um das heutzutage hoffentlich besser zu tun dem besserte gerecht zu werden.

00:44:40: Genau, und die muslimische Religion wird da auch erwähnt.

00:44:44: Aber da hatten Sie als ja was schon zugesagt.

00:44:46: deswegen...

00:44:47: Können Sie ruhig noch

00:44:48: zitieren?

00:44:48: Weil das ist ja noch ein bisschen eine andere Zugang hier.

00:44:50: Das finde ich sehr interessant!

00:44:51: Genau also es beginnt allein schon damit dass man dort lesen kann mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Moslemen Die Mosleme die den alleinigen Gott anbeten Den lebendigen und sich seien denn beim herzigen Allmächtigen den Schöpfer des Himmels und der Erde.

00:45:11: Also mit sehr viel Wertschätzung wird da sozusagen das Verhältnis zu den Moslemen versucht, zu beschreiben.

00:45:19: Und genau also ich finde es so zeitlich gesehen ist ja das Christentum sozusagen zwischen Islam und Judentum anzusiedeln und von daher ist es irgendwie auch schon allein aus einer historischen Perspektive finde ich immer ganz klar, dass es da Verflechtungen gibt und sich diese Religion miteinander entwickelt haben.

00:45:44: Und dann wollte ich noch etwas sagen zu den Artihisten weil darüber hat man sich beim zweiten Vatikanum Gedanken gemacht.

00:45:54: das hier wirklich auch nochmal eine andere Kategorie weil das ja Menschen sind die sozusagen sagen, nein es gibt keinen Gott.

00:46:02: Es gibt nicht etwas was über den Menschen hinausgeht und das ist ja etwas was sehr verbindend ist zwischen Judentum, Islam und Christentum und auch anderen Religionen die eben sagen Nein es gibt mehr als den Mensch und Atheisten tun das genau nicht.

00:46:17: und dort gibt es auch ein Dokument das heißt Gaudium und Spees und da hat man sich sozusagen über das Verhältnis zu Menschen die eben Gott Grundsätzlich, ja kann man schon sagen, ablehnen Gedanken gemacht.

00:46:34: Und das fragt ja auch Antonin.

00:46:37: und genau da geht es dann sozusagen... Da heißt es dann dass sozusagen die Frohbotschaft nicht nur für die Christgläubigen gilt und das, sondern auch für alle Menschen guten Willens.

00:46:49: Also da geht es.

00:46:50: dann wird so zu sagen geschaut okay wie handelt dieser Mensch?

00:46:58: Und handelt der irgendwie nach hat er eine gewissenhafte also handelt er mit einem ja fällt der Entscheidungen irgendwie nach einem moralischen Kompass nach einer bestimmten Ethik und da kann man sich sozusagen auch treffen.

00:47:16: Und genau das Dokument heißt Gaudemar Zb's.

00:47:23: Sehr schön, dass Sie auch Nostraetate zitiert haben.

00:47:26: dazu noch eine kleine Geschichte.

00:47:29: Sie haben ja mit Recht zitiert, dass Nostroetate den Abschnitt über die Muslime beginnt.

00:47:36: Mit Hochachtung betrachte die Kirche auch die Muslimen und einmal war ich in der Religionsbehörde der Türkei in Ankara und da gab es gerade eine Verstimmung zwischen Muslimen und Katholiken, weil Papst Benedikt diese Regensburger Rede gehalten hatte.

00:47:55: Das ist jetzt zwanzig Jahre her!

00:47:57: Und da hat dann der Leiter der Religionsbehörde einen ungeheuer gebildeter Mensch Ali Bardakolu so erinnernd gesagt zu mir KUM Estimatione Also, der hat wirklich Nostraltate auf Latein zitiert.

00:48:17: Mit Wertschätzung schaut doch die Kirche auf die Muslime ja?

00:48:21: Wo ist denn das jetzt?

00:48:22: Ja also wie toll dass

00:48:23: dann auch von islamischer Seite

00:48:27: wirklich aufgenommen wurde als gerade zuvorbildlich im interreligiösen Verhältnis.

00:48:34: Spannend!

00:48:34: Das sind nicht nur Dokumente, die irgendwo im Internet dahin vegetieren sondern sie werden auch Trät an anderer Religion gelesen und die sind sehr wegweisend, um das Verhältnis zu gestalten und mit Leben zu füllen.

00:48:52: Genau ich würde sagen wir gehen jetzt zur nächsten Frage.

00:48:54: Die kommt auch von Antonin?

00:48:57: Was sind im Christentum Islam und Judentum die verbreitetsten Sichtweisen dazu wie Gott, ich sag mal heutzutage eigentlich ins Weltgeschehen eingreift.

00:49:09: Also ist der allmächtig im wortwörtlichen Sinn, also bestimmt ja morgen die Sonne scheint und erst mal ein Pünktlich fährt oder handelt er überwiegend oder sogar ausschließlich durch den Menschen oder durch die übrige Schöpfung?

00:49:24: Knappe, spannende wichtige Frage!

00:49:26: Uiuiui, Frau Tannen, wollen Sie mal einsteigen?

00:49:29: Ja, ich glaube es gibt so eine Grundfigur, in dem Zusammenhang ganz Wichtig finde und zwar ist die Komti von Thomas von Aquin.

00:49:40: Und der hat so eine doppelte Kausalität, und zwar sagt er Gott ist sozusagen die Erstursache und wirkt durch die Zweitursachen den Menschen und die Natur und nicht neben ihnen.

00:50:01: Also man könnte dann sagen, es ist kein Nullsummspiel zwischen göttlichen und menschlichen Handeln.

00:50:08: Es besteht kein Nulsumspiel zwischen Göttlichen und Menschlichen Handeln.

00:50:11: Und ich glaube so diese Grundfigur von Thomas von Aquin findet man immer wieder in der Theologie durch die Theologie-Geschichte hindurch also zum Beispiel auch bei Karl Rahner dass es sozusagen keine Eingriffe von außen gibt.

00:50:29: Dass da jetzt irgendwie nicht das Wetter, also wenn ich irgendwie bete dann wird das Wette anders... Es gibt sozusagen keinen Tunergehenszusammenhang und sondern Gott ist als Akteur neben anderen Akteuren in der Welt nicht sozusagen tätig, sondern eher so als transen- ganz in den Taler Grund des Ganzen.

00:50:57: Und der Mensch und auch die Natur haben sozusagen eine Freiheit, für die sie auch selber verantwortlich sind.

00:51:05: Genau!

00:51:05: Und da muss der Mensch auch Verantwortung übernehmen und kann jetzt nicht hoffen dass ihn Gott dann immer raus rettet wenn er seine Verantwortung nicht gerecht geworden ist.

00:51:22: Aber ich glaube diese Ähm, IT-Idee ähm sozusagen dass es kein Nullsommspiel gibt zwischen göttlichen und menschlichen Handeln.

00:51:30: Gibt das auch im Judentum?

00:51:32: Also ich bin da jetzt auch keine Expertin aber was ich weiß ist diese Idee vom ähm.

00:51:40: also es gibt ja diese Bundesteologie also das Volk Israel hat mit Gott einen Bund geschlossen Und ähm Gott handelt eben in Partnerschaften mit den Menschen.

00:51:51: Da gibt es ein Wort, tikkun olam.

00:51:56: Und das bedeutet dass der Mensch als Mitarbeiter an der Reparatur der Welt mitwirkt und zwar so wie wir im Christentum vielleicht diesen Gedanken haben, der stark auch in der Bergpredig zu finden ist würde ich sagen da gibt es eine Parallele oder eine Ähnlichkeit im Judentum in der Bundestheologie wo sagen, die Jüdinnen und Juden in Partnerschaft mit Gott leben.

00:52:25: Und eben sich auch für die Welt einsetzen sollen.

00:52:30: Muss

00:52:30: aber erst mal was zu Ihrer

00:52:31: Antwort fragen?

00:52:32: Das habe ich nämlich selber nicht ganz verstanden!

00:52:34: Was heißt das?

00:52:35: es gibt kein Null-Summspiel?

00:52:38: Die Metapher ist mir irgendwie fremd... Was meinen Sie damit?

00:52:43: Ich glaube ein Nullsumspiel wäre es wenn Sagen die, dass wirken Gottes zwangsläufig irgendwie für den Menschen oder die für die Natur eine Minderung zur Folge hätte.

00:52:55: Aber genau, aber das passiert eigentlich genau nicht weil es kein Konkurrenzverhältnis

00:53:04: gibt sondern

00:53:07: also Gott einfach in einer ganz anderen Kategorie ist sozusagen als Erstursache so meine ich das.

00:53:15: Genau.

00:53:16: Danke!

00:53:17: Genau, aber wie ist das eigentlich im Islam?

00:53:20: Ja also mir fällt wieder erst eine Geschichte ein.

00:53:24: Ich bin in Ankara an der Theologischen Fakultät der Muslime und rede mit einem den Glauben wirklich ernst nehmenden Koran-Ausleger,

00:53:36: Korannexigeten.

00:53:38: Und wir reden so über genau die Frage, die Antonin stellt, greift Gott in die Welt ein?

00:53:45: und dann sagt dieser türkische Tiefe, gläubige Mensch doch so ein bisschen amüsiert.

00:53:53: Ach ich war da mal in Ägypten und war am Einkaufen und das war so eine Atam-Tante immer laden dass sich eben immer an der Theke sagen musste was ich jetzt brauche und habe dann gefragt haben sie braunen Zucker?

00:54:09: Und dann hat er sich umgedreht, so erzählt er und aufs Regal geguckt und den braunem Zucker gesehen sich wieder zu mir gewandt und gesagt insche Allah.

00:54:23: So Gott will, ja wieso hat der jetzt so Gott Will gesagt denn er hat doch gerade gesehen dass der gebraune Zuge da steht dann muss er doch nicht mehr so Gott will sagen.

00:54:34: Und mein Freund der türkische Koranikse geht hat dann eben mir kommentiert der glaubt halt das Gott in jedem Augenblick die ganze welt neu schafft und natürlich im nächsten augenblick Die welt auch so schaffen könnte dass alles gleich ist nur der braune zucker dahinten nicht mehr steht.

00:54:55: Also hat wirklich der eine muslim über den anderen muslim etwas amüsiert geredet.

00:54:59: aber es gibt halt diese demutsgäste Im islam, die ich schon auch gut verstehen kann Alles in goddess hand und immer sich wieder klar zu machen Es ist unverfügbar.

00:55:13: Das ist schon eine wichtige Seite, aber andererseits brauchen wir natürlich auch das was Sie eben auch betont haben Wir haben auch Verantwortung.

00:55:24: Wir können in dieser Welt auch gestalten.

00:55:27: Wir kann handeln und planen Und dafür ist es auch wichtig dass die welt zuverlässig ist.

00:55:31: ja und deswegen gibt es einen anderen Theologischen Ansatz der gerade in der türkei sehr stark vertreten wird.

00:55:41: Türkisch-Arabische Stichwort ist Zünnetullah, das heißt Gottesgewohnheit.

00:55:48: Ja, Gotteshandeln ist einfach so zuverlässig!

00:55:53: Er lässt halt immer wieder den Stein Richtung Erdmittelpunkt fallen und des Feuer geht jedes Mal an wenn ich die Flamme dran halte usw.. Das ist eine Gewohnheit Gottes.

00:56:10: Aber damit meinen die Muslime eben auch, die Welt hat ihre Zuverlässigkeit und wir können Regelmäßigkeiten beschreiben.

00:56:17: Stichwort ist dann Naturgesetze.

00:56:19: Natürlich entdeckt die heutige Reflexion über die Natur und die Wissenschaften überhaupt das mit dem Wort Naturgesetz auch nicht so ganz... Klar ist also, als wäre da irgendein Gesetz das wir schon voll durchschaut hätten.

00:56:34: und jetzt muss alles immer so passieren.

00:56:36: Denn der gibt es natürlich auch immer.

00:56:38: überraschend ist dass wir unsere bisher beobachteten Regelmäßigkeiten wieder anders formulieren müssen.

00:56:45: Es gibt andere Bedingungen und es gibt diese Quantenphänomene.

00:56:48: gut aber was wir eben als gläubige Menschen sagen wollen ist Alles is in Gottes Hand Und doch sind wir geschöpfe frei.

00:57:00: Also es ist nicht so geplant, dass ich jetzt wie eine Marionette gesteuert bin und alles andere.

00:57:05: Also Gottes eingreifen ist dann nicht die richtige Formel.

00:57:10: Es gibt dann eine Sache, die von Gott und das andere war der normale Naturablauf.

00:57:15: So würde ich's nicht sagen sondern es gibt Gottes Plan und er wird sich im Laufe der Geschichte auch verwirklichen aber auch durch Das, was wir das Zufällige nennen und unsere Freiheit hindurch.

00:57:33: Am besten können wir das Ziel dieses Planes erkennen in der Auferstehung Jesu.

00:57:40: Und ich muss jetzt noch eine Sache sagen.

00:57:43: also meinen ihnen ja auch bekannter muslimischer Mitarbeiter Manzur Dorn, der sagt immer wenn

00:57:50: irgendwas

00:57:50: nicht so Gutes passiert dann sagt er Heir-Lisse.

00:57:58: hat sein Gutes.

00:58:00: Also Gott wird auch aus dem, was jetzt uns ärgern könnte wieder etwas Gutes machen und das ist auch eine schöne Haltung.

00:58:09: also okay soweit mal.

00:58:11: Ich weiß glaube ich was man so damit meint dass man auch manchmal finde ich sieht man ja auch das gute was es dann hatte meistens in dem Moment überhaupt nicht.

00:58:20: aber wenn ein bisschen Zeit ins Land geht dann schon.

00:58:23: Es ist auch ne Perspektiv-Perspektivfrage.

00:58:27: Das ist doch ein schöner Gedanke von Mansur.

00:58:29: Sehr

00:58:30: schön!

00:58:31: Ja, dann haben wir noch eine siebte Frage Frau Tannen.

00:58:34: Also unsere letzte Frage kommt auch von Antonin?

00:58:38: Was ist eure Meinung wie ein politisch Religion sein sollte?

00:58:44: also sollten zum Beispiel Kirchenvertreter noch stärker Position beziehen zu Handlungen von Regierungen und so weiter insbesondere wenn diese Handlungen irgendwie religiös begründet werden.

00:58:55: Und dann als Follow-up Frage sollten Vertreter von Glaubensgemeinschaften auch noch stärker Stellung beziehen zu extremistischen Strömungen innerhalb der eigenen Religion.

00:59:06: Also sowas wie White Christian Nationalism oder irgendwelche terroristische Gruppierungen, die ihre Handlungen religiös rechtfertigen und gibt es da vielleicht Bestrebungen?

00:59:17: der gemäßigteren Akteure innerhalb der Religion enger zusammenzuarbeiten.

00:59:22: Weil ich kann mir durchaus vorstellen, dass sagen wir mal ein gemässigter Christ oder gemäißigter Muslim oder gemässigter Jude vielleicht noch mehr gemeinsam haben als jetzt ein gemässiger Christ mit dem absolut fundamentalistischen Christen zum Beispiel.

00:59:35: Das wären meine Fragen.

00:59:36: Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten.

00:59:39: Was meinen Sie Professor Körner?

00:59:42: Danke Antonin für die wichtige Frage!

00:59:45: Ich kann jetzt auch aktuell was Dazu sagen, da war ja dieser sehr schlimme Anschlag auf den Christopher Street Day und sehr schnell haben da verschiedene religiöse Gruppen zusammengearbeitet.

01:00:06: Also beispielsweise haben evangelische Akteure gleich Falschdarstellungen von Moscheegemeinden die damit in Verbindung gebracht wurden.

01:00:19: Dummes Zeug, sofort mit viel Fakten richtig gestellt.

01:00:25: oder die Erzioziose Berlin also die katholische Seite hat sofort die verschiedenen Stellungnahmen die muslimischen Akteure und Gruppierungen in Verurteilung dieses Anschlags veröffentlicht hatten auch verlinkt.

01:00:42: das fand ich schon mal gut.

01:00:43: aber zusammenarbeit funktioniert natürlich noch viel stärker als nur bei solchen schlimmen Ereignissen.

01:00:51: Und da würde ich auch sagen, die Stellungnahmen sind nur das eine.

01:00:54: Die sind echt wichtig!

01:00:55: Ja?

01:00:55: Stellungnahme sind wichtig.

01:00:56: also auch dass sie Deutsche Bischofskonferenz sehr klar gesagt hat Völkischer Nationalismus ist christlich abzulehnen.

01:01:06: Eine Christian ein Christ kann die AfD nicht wählen so deutlich ausgedrückt.

01:01:10: Evangelische Kirche hat sich da auch in weiten Teilen sehr ausdrücklich angeschlossen.

01:01:17: Wir sagen nie, welche Partei man wählen soll.

01:01:19: Aber dass man in extremen Situationen auch sagen muss, welche Parteien man nicht wählen kann als Christ einfach als deutliche Empfehlung das finde ich schon gut.

01:01:30: natürlich bleibt es ein Diskussionsbeitrag und natürlich ist damit die einzelne politische Entscheidung Nicht schon vorher programmiert und natürlich auch die Freiheit der menschentlich eingeschränkt.

01:01:40: aber diese deutlicher Stellungnahme finde ich gut.

01:01:43: aber Stellungnahmen sind's nicht alles.

01:01:45: Es muss schon auch klar sein, dass es noch ganz andere viel wichtigere Mittel gibt.

01:01:52: Nämlich Bildung!

01:01:54: Das ist ein guter Religionsunterricht der den Islam auch seriös unterrichtet, das Christentum seriöse Unterricht mit Quellenkenntnis, mit guter Überlegungen und Eingehen auf die modernen Fragestellungen und so.

01:02:08: Das hilft am allermeisten eine gute Bildung der Gläubigen und nicht gläubigem Menschen gegen Radikalisierung.

01:02:17: Und dann kann man sagen, wie politisch hat Antonin ja gefragt, darf Religion sein?

01:02:21: Ja, politisch im Sinne von Stellungnahme, im Sinne vom Beteiligung an der Weltgestaltung auf jeden Fall aber politisch nicht in dem Sinne dass wir jetzt plötzlich sagen, ja der Staat hat Gewaltmittel und wir dürfen auch Gewaltmitteleinsätze, nein!

01:02:36: Der Staat hat schöne Formel, Gewaltmonopol.

01:02:39: Religionen dürfen nur über die Weise von Religionen nämlich in der Weise des Zeugnisses politisch handeln.

01:02:46: Das wäre so meine erste Antwort, wie würden Sie denn antworten?

01:02:51: Ja ja ich fange auch mal mit dem... Ich würde einmal unterscheiden zwischen einer prophetischen Sozialkritik die legitim ist und Parteipolitik wo ich sagen würde das ist nicht mehr legitim.

01:03:09: So im Katholizismus gibt es zum Beispiel die katholische Soziallehre, die sozusagen ein Werkzeug ist über ja die Rahmenbedingungen in einer Gesellschaft nachzudenken und zu schauen wie können wir sie eigentlich sozusagen aus dem christlichen Glauben heraus gestalten.

01:03:26: Und genau also das ist sozusagen gesellschafts also prophetischer Sozialkritik als gesellschaftskritische Aufgabe.

01:03:38: Und genau, das würde ich auch schon sagen ist schon ein Glaubensvollzug.

01:03:44: Parteipolitik ist dann was anderes wo wir sagen wird dass es kritisch.

01:03:48: natürlich kann man irgendwie als Christ in der Politik aktiv sein und dann ist das Handeln irgendwie durch den eigenen Glauben geprägt.

01:03:57: aber Wir sind eine Demokratie und keine Theokratie Und das ist auch sehr gut so.

01:04:03: Ich glaube, es ist die Frage wo verortet man Religion in einer pluralen Öffentlichkeit?

01:04:08: und ich würde sagen Religionen gehören zur Zivilgesellschaft also sie sind Teil der Sie sind eine zivil gesellschaftliche Stimmung Stimme und da sind sie auch ein sehr legitimer und notwendiger Akteur im öffentlichen Diskurs denn Deutschland Mittlerweile sind sehr viele unterschiedliche Religionen vorhanden.

01:04:30: Wir haben zum Beispiel die größte Gruppe der Jesiden außerhalb des Iraks in Deutschland leben und genau, es ist durchaus sehr wichtig und legitim das religiöse Stimmen in der Zivilgesellschaft gehört bekommen und ohne aber sozusagen diese Unterteilung der Sphären aufzuheben.

01:04:51: also der Staat sollte jetzt nicht mit einer Religion verschmelzen Und dafür, finde ich, gibt es auch in der Geschichte.

01:05:00: Ich komme hier aus Berlin.

01:05:01: Gibt's auch ganz gute Beispiele wo sozusagen diese prophetische Stimme auch echt was erreicht hat.

01:05:09: also zum Beispiel seit Zeit der DDR waren die Kirchen doch sehr aktiv Zivilgesellschaft zu sammeln und der Zivil-Gesellschaft überhaupt eine Stimme zu geben.

01:05:21: Und ich würde jetzt sagen, es ist schon sehr wichtig.

01:05:27: Also auch Sie haben diesen schrecklichen Anschlag erwähnt und ich glaube das ist schon extrem wichtig dass sozusagen in den Religionen die Vielfalt, die es gibt, auch gefördert wird.

01:05:40: Vielfält in der eigenen Religionsgemeinschaft ist ja vorhanden.

01:05:44: also Religionen sind keine monolithischen Blöcke sondern in den Religionen selber findet ganz viel Diskurs statt.

01:05:51: und wie Sie auch meinen, ich glaube das ist total wichtig.

01:05:54: Das auch zu fördern also religiöse Bildung In den eigenen Religion Und dann aber auch ein Miteinander zwischen den Religions zu pflegen und dass machen wir ja auch hier bei alles glauben.

01:06:04: Wir versuchen Also eine inter-religiöse Vernetzungsarbeit hier zu leisten und da sozusagen religiose Vielfalt eine Ressource für die demokratische Öffentlichkeit ist.

01:06:18: Und das überhaupt auch man sich versteht, also dass sozusagen auch zum Beispiel Menschen, die keine Religionszugörigkeit haben in Deutschland dies mittlerweile ja auch sehr viele gibt, überhaupt auch verstehen was die religiösen da eigentlich so glauben und genau.

01:06:35: Also da gibt es auf jeden Fall auch Formate.

01:06:38: Ich hatte ja auch schon unterwegs Religions for Peace, fällt mir noch ein.

01:06:42: Das ist eine große Friedensorganisation die sich das sehr zur Aufgabe gesetzt hat und genau.

01:06:49: Eine

01:06:50: kurze Rückfrage vor Tannen,

01:06:52: danke für Ihre Antwort!

01:06:56: Wenn Sie sagen, es soll nicht parteipolitisch sein, meinen sie dann auch dass es ein Fehler war als die Deutsche Bischofskonferenz sagte AfD für Christen nicht wählbar?

01:07:09: Nein, würde ich nicht sagen.

01:07:13: Weil das ja eine Gruppierung ist die antidemokratisch ist.

01:07:18: also die möchte eigentlich sozusagen diesen öffentlichen Raum der eben so wichtig ist dass überhaupt ein Diskurs geführt werden kann zwischen unterschiedlichen Stimmen.

01:07:27: Die möchte ja diesen Raum negieren und einhegen Und bestimmte Gruppierungen aus diesem öffentlichen raum explizit ausschließen.

01:07:36: Genau, also ich glaube da muss man auch als Rennigungsgemeinschaft, fand ich das auch sehr gut.

01:07:44: Ich glaube es war im Februar zwentfünfvierundzwanzig diese Handreichung auch aus, würde ich sagen aus unserer Vergangenheit.

01:07:54: in der Zeit des Nationalsozialismus gab's ja auch Verbesserungsbedarf für die Kirchen.

01:08:00: Es gab natürlich die bekannte Kirche aber sozusagen ich glaube auch Ja, leider doch zu wenig Engagement sich da auch öffentlich Stellung zu beziehen.

01:08:13: glaube ich ist jetzt die Bischofskonferenz da auch aktiver geworden.

01:08:22: Okay danke ja wir stimmen mich natürlich zu.

01:08:25: Also dann sind wir am Ende mit unseren Fragen durch.

01:08:28: Es waren wirklich unterschiedliche Themen dabei und ich muss sagen, ich bin ganz begeistert was so in unserem Publikum sich unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sich für Fragen stellen und man merkt auch dass wir da offensichtlich auf Resonanz stoßen.

01:08:47: und genau das freut mich.

01:08:53: Können unsere Hörerinnen und Hörern auch weiterhin uns Fragen stellen?

01:08:55: Also wir sind auch weiterhin offen.

01:08:58: Ja super, dass wir uns mitten in der Ferienzeit nochmal gesehen haben!

01:09:03: Und wir freuen uns auf die nächste Folge.

01:09:07: Ich wünsche Ihnen weiterhin einen guten Urlaub

01:09:09: und

01:09:11: dann bleibt uns nichts weiteres als zu sagen Alles Gute und bis zum nächsten Glauben!

01:09:16: Und glauben Sie nicht alles was man Ihnen sagt.

01:09:20: Das war die neue Folge von Alles Glauben.

01:09:22: Wir hoffen, ihr konntet etwas für euch mitnehmen!

01:09:25: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert gerne den Podcast und eine richtig große Freude macht ihr uns wenn ihr diesen Podcast mit fünf Sternen bewertet.

01:09:34: – alles Gute euch und bis zum nächsten letzten Dienstag im Monat!

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