Religiöse Rituale: Beheimaten oder anpassen? (#03)
Shownotes
Rituale schaffen Heimat – doch wie behaupten sie sich in einer säkularen Umwelt? In dieser Episode von Alles Glauben diskutieren Johanna Tannen und Prof. Felix Körner mit Rabbiner Julian Chaim Soussan über jüdische Perspektiven auf das rituelle Leben. Im Gespräch geht es um die 613 Ge- und Verbote (Mitzvot) als „Gebrauchsanweisung Gottes“,die Herausforderungen einer jüdischen Minderheit in Deutschland, die Bedeutung der Schabbat-Ruhe als „Digital Detox“ und den Schlüsselbegriff Erinnerung [Zekhær]. Ein Gespräch über Rituale als Identitätsstifter und Erinnerungsgemeinschaft, persönlichen Mut und die tägliche Herausforderung von Jüdinnen und Juden in Deutschland im öffentlichen Raum sichtbar religiös zu sein.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.
Transkript anzeigen
00:00:23: Herzlich willkommen zur dritten Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen der keineswegs behauptet man sollte alles glauben.
00:00:33: Wir sind an der Humboldt-Universität und laden ja immer einmal im Monat einen Wissenschaftler eine Wissenschaftlerin ein um mit diesen Personen etwas aus und in den Religion besser zu verstehen.
00:00:47: sind wir aber nicht in Berlin.
00:00:49: Ja!
00:00:50: Wo sind Sie heute?
00:00:53: Genau, soll ich mal erst sagen wo ich bin?
00:00:55: weil sie haben glaube ich gerade gefragt genau... Ich bin grade in einem palästinensischen Dorf das heißt Al-Qubaybe und es ist vielleicht das biblische Emmaus gewesen wo Jünger hingelaufen sind als Ostern gerade ihnen doch noch nicht klar geworden war.
00:01:12: vorher war ich über eine Woche Mit Mira Sivas zusammen, unserer letzten Gästin.
00:01:18: Da haben wir in Jerusalem im Theologischen Studienjahr eine ganz tolle Gruppe unterrichtet, evangelische, katholische und islamische Theologie Studierende.
00:01:27: Also mir geht es gerade sehr gut weil ich im heiligen Land bin.
00:01:31: Aber wo sind Sie Frau Tannen?
00:01:33: Toll!
00:01:34: Und ich kannte auch gerade schon kurz den Muhlziehen hören.
00:01:37: Ja auf der anderen Seite des Atlantiks Ich bin in Boston Und zwar gerade hier ist es gerade relativ früh morgens, die Sonne scheint heute.
00:01:47: Ich bin hier Visiting Research Scholar am Boston College.
00:01:50: das ist eine große Jesuitische Universität.
00:01:54: College ist eigentlich gesagt der komplett falsche Name weil diese Uni sehr groß ist mit zwei unterschiedlichen theologischen Departments.
00:02:03: ich bin dort am Lehrstuhl für politische Philosophie jetzt für das nächste halbe Jahr Und genau, bin hier ganz gut angekommen.
00:02:11: Das Wetter spielt noch so ein bisschen verrückt.
00:02:14: Wir hatten jetzt am Montag einen großen Blizzard und ich konnte den ganzen Tag das Haus nicht verlassen.
00:02:19: aber ja heute scheint die Sonne und ich bin froh und mutig und freue mich auf unser Gespräch!
00:02:25: Ja unsere Gespräche wird glaube ich richtig spannend.
00:02:28: Es ist nämlich so'n bisschen eine Vertiefung oder Fortsetzung von dem was wir des letzten Mal mit Mira Sievers besprochen haben.
00:02:36: es geht nochmal habe ich mir gedacht und sie ja auch um Rituale, da müssen wir noch ein bisschen ran.
00:02:42: Wir haben noch mehr Fragen und wir wollten natürlich auch eine jüdische Stimme
00:02:46: hören
00:02:47: und deswegen wollen wir mit einem Rabbiner reden.
00:02:49: das ist auch ganz praktisch.
00:02:50: den kennen wir jetzt beide nicht so gut.
00:02:53: Ich hab ihn nur am Telefon erlebt, wirkt sehr lebendig.
00:02:58: Alles
00:02:59: im Gespräch Ja!
00:03:01: Jetzt ist unser heutiger Gast da.
00:03:04: Sein Name ist Rabbina Julian Reims-Susan.
00:03:08: Er ist in der Freiburg aufgewachsen und hat an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg studiert.
00:03:16: Und hat auch während des Studiums in Heidlberg als Religionslehrer bereits gearbeitet.
00:03:22: Dann hatte Israel eine weitere Ausbildung gemacht, nämlich ein richtiges Rabinaz-Studium.
00:03:32: Ist er dann in Jerusalem, also ganz nah von mir jetzt hier weg, elf Kilometer weg von ihr zum Rabbiner ordiniert worden.
00:03:40: Anschließend war er Rabbiner in Düsseldorf und dann in Mainz.
00:03:46: aber jetzt ist er – und das schon seit zehntausend und dreizehn in der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main tätig.
00:03:56: Genau, er ist aktiv im interreligiösen Dialog engagiert.
00:04:01: Mitglied in verschiedenen Gesprächskreisen und war von zwei Tausend neunzehn bis dreiundzwanzig im Vorstand des Rats der Religionen in Frankfurt und zeitweise auch der zweite Vorsitzende.
00:04:12: Und wir sprechen heute mit Ihnen in Frankfurt.
00:04:15: Stimmt
00:04:15: das?
00:04:17: Ja, richtig!
00:04:18: Vielen Dank für die Einladung und ich glaube es ist sehr wichtig dass man auch viele Möglichkeiten nutzt, um ins Gespräch zu kommen und vielleicht das eine oder andere was man über den anderen nicht weiß dann doch bekannt dazu machen.
00:04:29: Deshalb danke für die Möglichkeit dafür!
00:04:32: Wir haben in unserer letzten Folge uns Gedanken über Rituale gemacht und haben dort mit Professorin Mira Sievers gesprochen und haben gedacht okay unter dritten Folge möchten wir jetzt dieses Thema nochmal vertiefen und sind da auf sie gekommen.
00:04:48: Und genau, deswegen wäre jetzt meine erste Frage im Judentum gibt es ja sixhundertdreizehn G-und Fairboote!
00:04:58: Und wenn ich erstmal diese Zahl sechshundert dreizehn höre muss ich sagen ehrlich gesagt dann denke ich so wow das sind ganz schön viele für den Alltag.
00:05:07: Ja können Sie mal erklären warum sind das so viele G- und Fairbote?
00:05:13: Und genau welchen sind uns weg?
00:05:15: haben die
00:05:15: eigentlich?!
00:05:18: Es gibt eine wunderschöne Antwort, die sozusagen erst mal das Grundprinzip erklärt von dieser Fülle von Geboten oder überhaupt der Tatsache dass wir göttliche Gebote haben.
00:05:31: Und es gibt einen großartigen Denker wo man vertiefen wäre mehrere eigene Vorträge.
00:05:37: Rambam oder eben das ist die Abgürzung für Rabi Moshe Ben-Maimon der Maimonides der Rabina und Philosoph von Arzt war.
00:05:45: Er schreibt in seinem philosophischen Werk über die erste Sünde.
00:05:50: Adam und Eva im Paradies wissen wir alle, sie haben gegessen.
00:05:55: Wollen wir es interaktiv machen?
00:05:56: Vom Baum?
00:05:58: Von welchem Baum?
00:05:59: Tatsächlich ja!
00:05:59: Also der Baum, der erkennt das von gut und böse.
00:06:01: darauf wollte ich hinaus... Und mein Monitor fragt jetzt so nicht, macht das für meine Schüler immer ein bisschen einfacher damit man's nachvollziehen kann.
00:06:08: So die erste Ebene ist, warum ist da seine
00:06:10: Sünde?!
00:06:11: Vielen Dank Adam und Eva, dass ihr von dem Baum gegessen habt.
00:06:13: Jetzt wissen wir endlich was Gut-und Böse ist.
00:06:15: Das wäre ja furchtbar wenn wir es nicht wüssten.
00:06:16: das macht uns doch aus oder?
00:06:18: Und dann kommt aber so die typische jüdische Art zu fragen Wenn Adam und Eva nicht wussten was gut und böse ist wie können sie dafür bestraft werden etwas böses getan zu haben?
00:06:31: Das heißt das macht ja gar keinen Sinn.
00:06:33: und seine Antwort ist gibt andere.
00:06:35: Aber seiner antwort von Maimonides ist zu sagen Adam und Eve hatten schon die Fähigkeit zu unterscheiden Aber damals, noch zwischen ernntes auch für Bräsch, Schäcker und Emmett.
00:06:46: Wahrheit und Lüge – wir würden sagen Richtig oder Falsch?
00:06:49: Also wenn Sie jetzt mal rausschauen und ich sage Ihnen bei Ihnen regnet es gerade!
00:06:53: Ist das Wahrheit oder Lügel?
00:06:55: Ist das richtig oder
00:06:56: falsch?!
00:06:56: Dann antworten sie...
00:06:58: ...Lüge.
00:06:59: Das regnet nicht.
00:07:00: Bei ihnen regnet's nicht.
00:07:01: Okay, sind Sie in Jerusalem?
00:07:02: Weil mir regnet auch
00:07:04: nichts.
00:07:04: Es wäre eine Lügge ja.
00:07:07: Aber wenn ich jetzt fragen... und wenn jetzt tausend Leute bei Ihnen wären, die würden alle dieses gleiche Antwort geben.
00:07:11: Richtig?
00:07:12: So!
00:07:13: Wenn ich jetzt aber fragen würde ist das gut oder schlecht?
00:07:15: Schlecht und böse auf Hebräisch dasselbe?
00:07:18: Das es nicht regnet.
00:07:19: Ist das gut-oder-schlecht?
00:07:21: Ich würde sagen, es ist gut weil ich möchte kein Regen haben.
00:07:25: Genau.
00:07:27: Aber wer würde es gut finden, dass es regnet?
00:07:30: Ja hier wäre es gut, wenn die Natur wieder schön bewässert würde hat schon auch Vorteile, wenn's regnet.
00:07:37: Also in Israel ist es so, dass das eigentlich nur im Winterhalbjahr überhaupt regnen kann.
00:07:41: Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach Pessach bis zu Kot in den ganzen halben Jahr regnet, ist total gering.
00:07:46: Sogar im Gebet kommt das dann sofort, dass wir im Sommer nur um Tau beten, weil wir gar nicht davon ausgehen, dass er es regnet und erst im Winterhalbjahr dann umregen bitten.
00:07:56: Das heißt, es kommt natürlich darauf an.
00:07:58: also die Frage nach gut und schlecht oder gut und böse ist eine Subjektive.
00:08:03: Und die Frage Nachrichtung und Falsch ist eine Objektive.
00:08:06: Und Adam und Eva, so argumentiert mein Monetus haben die Fähigkeit zur objektiven Einschätzung verloren.
00:08:13: Plötzlich werden die Menschen subjektiv bis hin dass in der nächsten Generation sofort kein den Hevel erschlägt.
00:08:19: er wird zum Mörder weil er findet das nicht in Ordnung dass sein Opfer angenommen wird aber dass das Opfer des seines Bruders angenommen werde aber nichts Sein eigenes.
00:08:28: und dann kommt die ganze Menschheit die plötzlich bösartig gewalttätig wird.
00:08:33: und In der Regel frage ich immer meine Schüler Ich hoffe Sie geben auch automatisch die gleiche Antwort.
00:08:37: Ist es gut oder böse zu stehlen?
00:08:42: Das ist wohl nicht nur eine persönliche Einschätzung, sondern das soll man nicht tun!
00:08:50: So genau und da ist der Punkt dass wir natürlich alle schon Filme gesehen haben oder Bücher gelesen haben wo wir mit dem Dieb Mitfiebert uns freuen wenn er's schafft.
00:08:59: also aus Sicht des Diebes ist sogar der Diebstahl gut wenn er klappt.
00:09:03: aber für eine Gesellschaft ist es natürlich falsch, Diebstall zu erlauben So, und da setzt Maimonides ein.
00:09:10: Und sagt nachdem Noah landet stellt Gott fest dass diese Fähigkeit zwischen richtig und falsch zu unterscheiden dem Menschen abhandengekommen ist.
00:09:19: Deshalb wird die Welt so schlimm das es die Sinnflut gibt.
00:09:22: Alle werden nochmal untergetaucht die ganze welt bis auf Noah und seine Familie und Noah bekommt jetzt sieben geboten.
00:09:29: Aus südischer Sicht gibt es diesen sieben doch jüdischen Gebote.
00:09:31: jeder mensch auf der welt muss sich an diese Gebote halten hoffentlich ein bisschen darüber hinaus moralische und ethische Werte daraus abzuleiten, aber das ist nur das Minimum.
00:09:42: Wenn ich wirklich will dass ein Mensch sich komplett richtig verhält und zwar in jeder Lebenslage dann braucht er viel mehr.
00:09:50: und deshalb ist die Torah aus unserer Sicht Die Fünfbücher Moses praktisch die Gebrauchsanweisung Gottes für den Menschen.
00:09:57: Und da steht dann eben für jede Lebenslage für jede Situation Ein Gebot drin.
00:10:01: so soll es machen oder so solls du's gerade nicht machen.
00:10:10: Und die Frage, ob das viel ist oder wenig?
00:10:11: Ich habe mal für einen Vortrag, habe ich mal recherchiert.
00:10:16: Ich hab mal die Gebrauchsanweisung.
00:10:18: Ich habe mein KI im Internet gefragt wie viele Seiten hat die Gebruchsanweisungen meines Fahrzeugs?
00:10:25: und die Antwort war sixhundert achtundsiebzig Seiten.
00:10:28: also Wenn ich will, dass mein Auto richtig funktioniert.
00:10:31: Dann brauche ich so viel Seiten.
00:10:32: wenn ich will das mein Leben richtig funktioniert macht es ja Sinn viele Anweisungen zu haben.
00:10:39: und dann sage ich meinen Schülern auch immer gerne bei den sixhundert dreizehn gehen verboten gibt es natürlich drei hundert fünf sechszig Verboten.
00:10:48: und stellt euch mal vor ihr habt eine Klausur ein Test.
00:10:51: der Biologielehrer kommt und sagt euer test besteht heute aus sechshundert treizten fragen und alles.
00:10:56: oh ne zuviel Ja, aber die ersten dreihundertfünfundsechzig habt ihr richtig beantwortet wenn ihr nichts dazu schreibt.
00:11:05: Verbote im Judentum heißen Gebote nicht zu tun!
00:11:09: Also während wir jetzt gerade hier sitzen erfüllen wir ja automatisch schon dreihundertfünfundsechzig Verbote weil wir grade niemandem umbringen und weil wir nichts Unkoscheres essen oder weil wir nicht eher brechen usw.. also wir haben sozusagen wir fangen schon impositiven an... Die G-Boote zweihundert achtundvierzig und von denen bleiben dann auch nochmal ganz wenige übrig.
00:11:27: denn Erstens bin ich kein Priester, deshalb habe ich keinen Dienst im Tempel zu verrichten.
00:11:32: Und zweitens bin nicht keine Frau und hab dann die Gebote einer Frau nicht oder umgekehrt die Frauen nicht, die der Männer.
00:11:38: es gibt Gebote für Landwirte und es gibt Gebote für jemanden, der an Haus baut also all das.
00:11:43: Das heißt, es reduziert sich dann tatsächlich auch von überschaubares Maß auf der einen Seite.
00:11:48: Auf der anderen Seite gibt's ganz viele Details aber mit denen wächst man auf und die lebt man und dann ist es eher eine Hilfe.
00:11:54: Es ist eine Struktur in meinem Leben die mir diese Gebote geben.
00:12:01: Sehr schön!
00:12:03: Wir hatten in unserer letzten Gesprächsrunde so eine interessante Diskussion darüber, soll man eigentlich die Ritualgebote erklären?
00:12:14: und Sie haben ja jetzt schöne Erklärungen gebracht.
00:12:19: aber unsere Gesprächspartnerin damals kam eigentlich zu dem Ergebnis es geht gar nicht so ums Erklären.
00:12:26: also ich meine Medizinisch erklären.
00:12:29: Ja, das ist eben gut wenn man eine Pause macht deswegen Schabbatruhe oder symbolisch erklären.
00:12:34: also Wenn wir Verneigungen beim Gebet vollziehen dann sind wir so wie die Engelfliegen oder historisch erklären
00:12:43: ja
00:12:44: Also zum Beispiel schleifenlocken kommen.
00:12:47: daher dass man sich vom Götzendienst anderer Religionen absetzen will.
00:12:53: dagegen kann er jetzt sagen, es kommt vor allem darauf an die Gebote einfach zu vollziehen weil sie Gottes Wille sind.
00:13:02: Damit bin ich dann in der Gemeinschaft mit Gott treu.
00:13:05: wie gehen Sie denn mit dieser Frage um?
00:13:09: Also
00:13:09: soll
00:13:09: man deuten und damit die Leute motivieren oder in die Tiefe führen?
00:13:15: oder sollen wir sagen ne
00:13:17: tut so einfach.
00:13:20: Es gibt ein Zitat aus der Torah direkt nachdem die zehn Gebote gegeben worden sind, sagt das jüdische Volk zu Moses so genug genug.
00:13:29: wir wollen gar nicht mehr dass Gott mit uns direkt redet redet du mit ihm.
00:13:32: Aber der Satz der das einleitet oder der Halbsatz ist Nasevenishmar.
00:13:36: Wir werden es tun und hören.
00:13:39: also die Bereitschaft es zu tun ist dem Hören verstehen vorangestellt Und die Kommentatoren fragen sich natürlich falsch rum.
00:13:48: ja normalerweise will ich erstmal etwas begreifen bevor ich es tue.
00:13:52: Das ist in unserer Welt natürlich auch richtig.
00:13:54: Ich soll hinterfragen, ich soll begreifen, ich solle nicht irgendwas tun bloß weil es irgendjemand sagt außer dieser.
00:14:01: irgend jemand ist Gott und da ist es tatsächlich so dass die Grundidee ist Naseh, ich tue es Und durch das Tun begreif' ich es erst.
00:14:12: Es gibt diesen Klassiker.
00:14:13: den muss man gerade aufs Judentum anwenden.
00:14:14: aber was passt?
00:14:15: ja sehr gut Was macht einen Physiker mit einem Apfel?
00:14:19: der berechnet die Flugbahn oder was macht ein Mathematiker, der berechnete den Umfang?
00:14:24: Ein Maler wird ein Bild malen und ein Poet macht einen Gedicht.
00:14:28: Aber keiner von denen weiß wie der Apfel schmeckt.
00:14:31: Das heißt manche Gebote ergeben sich durch das Tun.
00:14:36: aber danach steht ja das nicht schmar.
00:14:39: ich möchte schon wissen aber auch dann warum.
00:14:41: Das heisst wenn ich jetzt anfange Begründung zu geben das war damals so weil XYZ Dann mag das zwar stimmen, aber das ist nicht die alleinige Motivation für dieses Gebot.
00:14:56: Die Motivationsmode ist, weil Gottes gegeben hat!
00:14:58: Ich muss das machen.
00:14:59: Ich kann dann versuchen zu verstehen und vielleicht mich noch mehr zu motivieren, weil ich noch einen Grund finde warum dieses Gebot hier auch einen Sinn macht.
00:15:08: Einen Schabbat zu halten und einen ganzen Tag lang mal nicht Elektronik zu benutzen aktiv – großartig also.
00:15:16: für jeden Eltern Für jede Vater oder Mutter ist das ein Traum heutzutage.
00:15:22: Wenn man den Kindern nicht jedes Mal erklären muss, macht doch mal dein Handy aus heute mal kein Computer, keinen Nintendo, keinen Playstation oder was auch immer.
00:15:29: Seine Zeitform... Sondern es eine Selbstverständlichkeit ist gemeinsam zu essen am Tisch zu sitzen, gemeinsam Lieder zu singen vielleicht aber dann auch gemeinsam spazieren zu gehen.
00:15:38: Schabbat!
00:15:39: Ist so eine wunderbare Sache dass ich natürlich die Motivation auch in ganz modernem finden kann Wenn ich jetzt sage, ja ich brauche das nicht.
00:15:47: Weil ich bin XYZ?
00:15:49: Das gilt nicht!
00:15:50: Also das heißt die Motivation oder die Erklärung darf nicht dafür Sorge tragen dass ich dann das Ritualen nicht mehr machen muss.
00:15:57: aber es ist natürlich eine Verstärkungs-.
00:15:59: ne schöne Erklärungen.
00:16:02: Spannend da fällt mir das Wort ein Digital Detox was ja heute sehr versucht wird.
00:16:08: und Ich habe noch eine andere Frage.
00:16:11: Und zwar hatte ich eine Begebenheit im Sommer, bin ja katholische Theologin und mache ehrenamtlich ein Verein im Erzbistum Berlin... Der heißt Ludwig Wolka Verein und wir machen internationale Jugendbegegnungen.
00:16:24: Und wir hatten zehn israelische Pfadfinderinnen vom Pfadfinderstamm Zofim in Berlin zu Besuch, haben mit denen eine Woche Berlin erkundet und genau hat ein Programm.
00:16:35: und dort in der Begegnung mit diesen jungen Frauen bin ich auf das Wort Kosher noch mal gestoßen und wollte sie jetzt nochmal fragen könnten Sie nochmal erklären was bedeutet das Wort koscher?
00:16:47: In der Theorie Und dann aber auch im Leben, in der Praxis.
00:16:52: Also wie ... Genau, zu welchem Supermarkt muss ich gehen?
00:16:57: Wie erkenne ich das?
00:16:59: Warum ist es eigentlich so?
00:17:01: Könnten Sie das einmal erklären?
00:17:03: Ja also kosher bedeutet einfach erst mal rituell rein erlaubt.
00:17:08: Das heißt Ich benutze den Begriff auch zum Beispiel auf eine Torarrolle eine Torarrolle aus der öffentlich gelesen wird.
00:17:14: Im Gottesdienst muss auch Fergament und von Hand geschrieben sein, wenn da jetzt ein Buchstabe falsch geschrieben ist dann muss ich die erst wieder korrigieren.
00:17:22: und meanwhile in der Zwischenzeit gilt ihr nicht als Koscher.
00:17:25: also ich kann den nicht für retuelle Zwecke benutzen.
00:17:27: Meistens benutzt man den Beriffer tatsächlich fürs Essen.
00:17:31: ja und da gibt es sozusagen Abstufungen.
00:17:32: das eine ist also für die Fleischesser unter uns gibt es erstmal in der Torar geregelt bestimmte Tiere überhaupt dann in die Kategorie passend, die Tiere darf ich essen.
00:17:42: Die anderen Tieren nicht.
00:17:43: Beispielsweise bei den Säugetieren müssen gespaltenen Huf haben und wiederkeuer sein.
00:17:49: Und weil wenn nicht alle Biologen sind hat der Talmutsch später Werke der Rabbiner hat dann einfach festgelegt oder klargemacht?
00:17:57: Die Tiere, die Hörner haben also so auf dem Kopfhörner, die Säugueteere, die das so haben, die sind immer automatisch auch koscher.
00:18:05: Die sind immer auch wiederkeuert und haben gespaltenden Huf So, und dann gibt es auch bei Vögeln eine Geliste von.
00:18:11: das sind die Koscher und Vögel.
00:18:12: Und dann gibt's bei den Fischen, die müssen Schuppen haben.
00:18:15: Wenn ich also weiß welches Tierkosher ist, ist dann die nächste Stufe dass sich das Tier kosher schächten muss.
00:18:21: Sehr sehr detailliert kann man das erklären.
00:18:26: Es geht einfach darum, dass man möglichst schmerzfrei das Tier tötet so dass es ausblutet weil im Blut die Seele des Tieres ist, so heißt es in der Torah.
00:18:39: So jetzt habe ich ein koscheres Fleisch dann muss ich es aber erst noch in Wasser und in Salz also grobes Salz legen damit das Blut dass jetzt noch da vorhanden ist ganz raus geht.
00:18:50: Jetzt kann man Fleisch essen.
00:18:52: zu koscher gehört aber auch dass dieses Fleisch nicht gleichzeitig mit Milch gegessen werden darf oder mit Milchenprodukten.
00:19:00: Klassiker In der Torah steht dreimal du sollst das Böckler nicht im Milch seiner Mutter kochen.
00:19:05: Und auch das ist wieder so eines von diesen Gesetzen, dass nicht erklärt wird.
00:19:08: Wir haben Gesetze die einfach hoffentlich logisch sind.
00:19:12: Zivilrechtlicher beziehungsweise strafrechtliche Gesetzer nicht morden.
00:19:16: Das muss man nicht jüdisch sein um draufzukommen.
00:19:19: Dann gibt es historische Gebote Auszug aus Ägypten und deshalb erinnern wir uns und haben dann eben da ein ganzes Fanal von Ritualen was sozusagen daran erinnert.
00:19:30: Und dann haben wir Gesetzen die aber ohne Begründung von uns gefordert werden.
00:19:34: Dazu gehört, dass koschere Essen und welche Tiere koscher sind und was man damit machen darf oder nicht.
00:19:39: Aber auch da gibt es dann wieder Rabbiner die versuchen das zu begründen und sagen Fleisch ist immer so das Symbol für Tod.
00:19:45: ja ich muss ein Tier töten bevor ich's essen darf.
00:19:47: und auf der anderen Seite ist Milch immer das Sybil für Leben weil natürlich Milch produziert wird wenn deine Mutter ein Kind bekommt.
00:19:54: Das gehört nicht zusammen auf einen Teller.
00:19:56: So jetzt in der Praxis um das jetzt nur Auf diesen, es gibt noch mehr Aspekte auch was Wein angeht.
00:20:05: In der Praxis bedeutet das dass ich natürlich wenn ich einkaufen gehe in irgendeinem normalen Supermarkt total lange brauche.
00:20:12: beim ersten Mal im Laufe der Zeit weiß ich natürlich welche Produkte ich kaufen kann.
00:20:16: aber heute haben wir so viele Zutaten in den Speisen dass wenn ich da gucke und alle mögliche E-Nummern habe die mir gar nicht verraten z.B.
00:20:28: E-Mulgator, der in der Regel auf fleischlicher Basis hergestellt wird und der macht das mein abgepacktes Brot oder ähnliches haltbar ist.
00:20:37: Also viele Leute kaufen das ohne zu wissen dass da drin ist und dass das möglicherweise fleischiger Bestandheit hat.
00:20:45: also das heißt ich habe tatsächlich so eine Zutatenliste oder ich gucke welche Produkte vielleicht schon mal von einem Rabbiner Kollegen getestet worden sind.
00:20:53: Das was es in Amerika Total Gang und Gebe ist, dass auf den Produkten von nicht jüdischen Herstellern auch nochmal ein Koscher-Stempel drauf ist.
00:21:03: Das finden wir in Deutschland leider überhaupt nicht.
00:21:05: aber es gibt so eine Aktivliste die Rabina zusammengestellt haben hier in Deutschland.
00:21:10: Rabi ist das Koscher heißt sie und da ist tatsächlich so ne Liste von Dingen die überprüft worden sind und manche machen sich's aber wirklich schwer und kaufen nur im jüdischem Supermarkt oder eben Produkte wo eben so einen Koscher Stempel darauf ist.
00:21:23: Also das macht es für den Alltag ein bisschen anstrengend, aber als ich persönlich komme ganz gut zurecht.
00:21:29: Und ich mache meistens die Einkäufe für uns zu Hause und mit der Zeit wie gesagt gewöhnt man sich und weiß, die Produkte sind in Ordnung und da kann ich kaufen.
00:21:41: Man merkt ja wenn Sie so reden, wie sie auch häufig junge Leute unterrichten was wir auch im Gespräch mit jungen Menschen, aber manchmal gar nicht nur notwendig jüngeren Menschen erleben ist so eine Aversion gegenüber dem Ritual, weil es zu unpersönlich ist.
00:22:03: Also das ist nicht meine Sprache!
00:22:06: Da kommen meine Probleme nicht vor.
00:22:09: Ich habe doch meinen eigenen Stil und da muss ich mich so anpassen.
00:22:14: wenn ich da Rituelle die uralt sind einfach nachvollziehen muss.
00:22:21: Würden Sie dann sagen ja dann erfinde doch deine eigenen Rituaale traditionelle weg.
00:22:29: oder wie gehen Sie mit dieser Frage nach der Unpersönlichkeit von Ritualen um?
00:22:39: Ja, also die Problematik kennen wir natürlich im Alltag auch.
00:22:41: Oder beziehungsweise mit vielen unserer jugendlichen jungen Erwachsenen bis in jedes Alter hinein eigentlich.
00:22:48: Zumal dem Judenturm ja noch dazu kommt dass wir vor allen Dingen im traditionellen Judentum auf Hebräe späten Die Texte, die biblischen Texte in der Öffentlichkeit wenn wir aus der Torah lesen.
00:23:01: Auf Hebräisch alles auf Hebrähisch bis auf die Ansprache die Predigt des Rabiners.
00:23:06: Die ist dann in der Regel in der Landessprache aber manche oder die Mehrheit sogar unserer Jugendlichen sprechen kein Hebräsch.
00:23:13: das heißt für sie ist sozusagen Wenn Sie sagen Das Ist nicht meine Sprache Dann ist es tatsächlich Ihre Sprache.
00:23:19: Also im wahrsten Sinne des Wortes was zum Beispiel dazu geführt hat dass ich jetzt gerade mit der Hilfe von vielen anderen.
00:23:26: Wir haben ein Kinder-Sidur, ein Kindergebetsbuch gemacht, der auch mit Grafik angefühlt angereichert ist.
00:23:35: Das Hauptgebet heißt Schema Israel, höre Israel – ja das ist sehr schön!
00:23:38: Aber wenn ich das höre noch nicht mal verstehe... Also ich kann Ihnen eine Geschichte erzählen und wenn ich es auf einer Sprache mache die Sie nicht kennen dann haben sie nichts von der Geschichte.
00:23:45: Das heißt Sie können zwar vielleicht mit dem Rhythmus mitgehen oder was auch immer aber es ist dann so.
00:23:50: Das heisst wir haben diese Schranken noch zusätzlich.
00:23:54: Wir haben natürlich die Schranke auch der Säkularisierung unserer Gesellschaft.
00:23:58: Das heißt viele sind einfach gar nicht mehr gewohnt an Rituale, sind nicht aufgezogen worden als Kinder im Zuhause so.
00:24:05: Das heisst also ich als Rabbiner oder eben auch als Lehrer, der in unseren jüdischen Schulen versuche zu unterrichten komme immer wieder auch an diese Situation und sagt das gehört aber dazu.
00:24:16: Aber was sagt mir das?
00:24:19: Ich glaube dass es ganz wichtig ist diese Rituelle beizubehalten und zu pflegen Und deshalb sind wir eben auch in der Situation, was wir vorhin gesagt haben diese Nase wie die Schmar.
00:24:30: Wir sind eine Generation, die eben nicht mehr einfach tut Ja wer tun das?
00:24:35: und dann fragen wir warum eigentlich?
00:24:36: sondern hier ist es umgekehrt tatsächlich dass wir sagen müssen Das ist wichtig dass wir es tun weil x y z und deshalb tut es.
00:24:44: also ich muss immer praktisch mit jeder Mit jedem Ritual dass ich sozusagen erwarte dass andere es tun sollen immer auch Erklärungen und hoffen, dass ich sozusagen genau die Note treffe.
00:24:56: Denjenigen dann anstimmt und sagt, eier stimmt das macht eigentlich Sinn?
00:24:59: Das sollte ich eigentlich auch mehr machen!
00:25:02: Aber gerade für uns sind diese Rituale ja Zeugnisse, dass wir einen Bund mit Gott haben.
00:25:09: Gott hat ein Bund mit uns geschlossen.
00:25:11: Wenn ich Schabbath halte bin ich ein Zeuge, das Gott die Welt in sieben Tagen geschaffen hat.
00:25:15: wenn ich die Tefillin-Anzieher also die Gebetsriemen Erinnere ich mich persönlich unter anderem daran, dass praktisch die sind mit einem Knoten gebunden.
00:25:28: Der Knotener Fibräische heißt Keshe, das ist eine Verbindung.
00:25:31: Ich stelle eine Verbindung mit Gott her während ich also Gebetstrieben trage, die Texte aus der Torah beinhalten und so habe ich immer wieder einen Bezug.
00:25:41: und was auch schön finde es gibt sozusagen auf allen Ebenen immer wieder diese Rituale sehr stark im Jundum.
00:25:49: Es ist auch geprägt beispielsweise durchs Essen.
00:25:51: Also jede jüdische Feiertag hat seine eigenen Speisen, wo dann praktisch die Kinder schon herangeführt werden und wissen ach ja zu Pessach gibt es die Mazar.
00:26:00: Dieses dünne Kneckebrotartige Brot weil man ja nichts Aufgangenes essen darf also Teigwaren soll nicht aufgehen Nichts säuern.
00:26:09: Wir haben zu.
00:26:11: zu Hanukkah werden Berliner gegessen Weil sie werden in Öl gebraten.
00:26:14: Hanuka ist das ölwunderfest Und so weiter.
00:26:17: Also praktisch jedes Feiertags jeder feiertag hat so eine Assetation.
00:26:20: Wir verinnernlichen sogar durch das Essen die religiösen Ideen.
00:26:27: Wir schaffen Erinnerung, eine kollektive Erinnerungen an ein historisches Ereignis indem wir diese Rituale sozusagen immer wieder aufs Neue erleben.
00:26:38: und deshalb glaube ich ist das Schlüsselwort in dem Kontext is im Bündentum Secher Liskor Jiskor also sich erinnern.
00:26:49: Geschichte ist etwas, dass anderen Leuten irgendwann mal passiert ist.
00:26:53: Erinnerung ist etwas das mir passiert ist und ich mich daran erinnere.
00:26:57: Aber gut nicht mehr!
00:26:57: Aber meine Eltern haben es mir so oft erzählt, dass vielleicht mein Urgroßel... Und das geht zurück bis an Anfang der jüdischen Geschichte sozusagen, dass wir immer wieder diese Erinnerungen erleben sollen.
00:27:08: und weil ich's ja nicht selber erlebe empfinde ich, dass danach möglichst auf allen Ebenen wie gesagt durchs Essen, durch bestimmte Gebete, Ritualien eben.
00:27:21: Danke, ja.
00:27:23: Sie haben da von den Gebietsriemen geredet?
00:27:27: Wie muss man sich das vorstellen?
00:27:29: Ja ich... Also die Tfiläne, ich habe welche sogar dabei.
00:27:34: Es gibt zwei.
00:27:36: Die sind jetzt hier so verpackt damit man sie gut wegräumt.
00:27:40: also für diejenigen die das nicht sehen Ich hab ein kleines Taschen und dieses Taschen in dem Fall sogar noch mit Plastik umhüllt Damit es in Bregen auch nicht irgendwie nass wird Und darin sind Vier-Eckige Lederkästchen.
00:27:52: Das ist auch spannend, wer das mal nachschauen will im Internet finden sich dann die einen oder anderen Filmchen dazu wie man sie herstellt also es wirklich aus Leder gemacht.
00:28:01: Die werden dann über ein langen Prozess in vier Ecken in Quadrate gepresst.
00:28:06: diese quadrate kann man Dann sozusagen unten zu klappen So dass in diesem quadrat Ein holraum entsteht und in diesen holraum sind die vier abschnitte auf Pergament hineingegeben, also vier Abschnitte von Hand geschrieben aufs Pergament die in der Torah stehen wo das Gebot steht.
00:28:26: Ihr sollt diese Worte als Zeichen auf eure Hand geben und als Denkerinnerung zwischen eurer Augen Und dann werden sie tatsächlich also auf den Oberarm gebunden Das erste auf dem Oberarm auf den Beatsheps sozusagen auf höchste Stelle und dann sieben Mal um den Unterarm gewickelt bis hin zur Hand.
00:28:45: und das gleiche macht man da auf dem Kopf dass man den praktisch diesen Kopf auf den Kopf legt und dann gehen die beiden Fäden nach hinten so außen rum.
00:28:53: Und dann hat man die Tefilin, die Gebetsriemen oder für Lakterien sagt man manchmal auch.
00:29:00: Hat man da tatsächlich angezogen?
00:29:02: Auch hier gilt wie das steht wörtlich in der Torah.
00:29:04: Die Rabbine erklären uns dann genau, wie es funktioniert.
00:29:08: Ja danke für die Beschreibung!
00:29:09: Auch die Vorführung.
00:29:12: So kann man sich das nochmal gut vorstellen.
00:29:14: Ich habe jetzt noch eine Frage, die Wechselwirkung, also von diesen jüdischen Ritualen, wovon sie uns jetzt schon einige vorgestellt haben und sozusagen der nicht-jüdischen Umwelt.
00:29:28: Sie haben ja auch angesprochen, dass sozusagen wie wichtig eigentlich diese Sozialisierung von Kindern im Elternhaus ist um diese jüdische Rituelle zu erlernen und vor allem auch zu erleben durch das Essen zum Beispiel.
00:29:43: aber was passiert in einer Gesellschaft?
00:29:47: Wo sagen, die meisten Mitglieder der Gesellschaft nicht jüdisch sind?
00:29:54: Wie ist diese Wechselwirkung dann genau?
00:29:57: oder wie erleben Sie das und auch in Ihrer Gemeinde.
00:30:00: Ja also ich sage mal es ist sowohl schwierig als auch auf einer gewissen Ebene förderlich.
00:30:08: Ich erkläre mich.
00:30:12: Wir leben in einer immer säkularer werdenden Welt.
00:30:16: Wenn wir zweihundert Jahre plus zurückgehen in der Geschichte oder vielleicht noch ein bisschen mehr, dann war die Alternative zum jüdischen Leben.
00:30:24: Ich wechsel meine Glauben und werde in Europa Christ oder ich werde im Orient Moslem.
00:30:31: Es gab nicht sozusagen die Option von Säkular.
00:30:34: Man war nicht einfach nichts.
00:30:37: Heute und seit der Aufklärung verstärkt und seid eben auch gerade hier in Deutschland im Jahrzehnte der Drang war, endlich dürfen Juden aus dem Ghetto raus.
00:30:49: War so dieser Wunsch dazu zu gehören zur Gesellschaft mitmachen zu können?
00:30:58: War so stark das praktische Rituale oder auch jüdisches rituelles Leben sozusagen als Behinderung galten?
00:31:12: wenn ich das halte, dann kann ich ja nicht wirklich dazugehören.
00:31:16: Das heißt, ich werfe sozusagen diese Altlasten über Bord auch Teile der Reformbewegung innerhalb des Judentums haben genau über diese Zeremonialgesetze wie sie es genannt haben philosophiert.
00:31:28: was kann Ich davon weglassen damit wir so zu sagen besser in die deutsche Gesellschaft passen?
00:31:32: Das ist natürlich ein Phänomen dass grundsätzlich immer mitläuft.
00:31:35: Wir haben jugendliche jungerwachsene Menschen diesen religiösen Kontext aufgewachsen sind, wie kann ich ein moderner Mensch sein und gleichzeitig diese Rituale halten?
00:31:51: Und auf der anderen Seite stelle ich fest – das ist was schwierig macht.
00:31:59: Dann haben wir natürlich den historischen Faktor.
00:32:02: gerade hier in Deutschland.
00:32:04: also die Generation nach der Shoah wächst auf mit einem ganz klaren Die und wir.
00:32:12: Die und außen rum, das ist sozusagen das Volk der Täter.
00:32:17: Und wir sind das Volg der Verfolgten, der Opfer... ...und deshalb gibt es da eine Barriere!
00:32:23: Hier in der Synagoge hier in der Jüdischen Gemeinde, hier im Jugendzentrum, da sind wir unter uns.
00:32:30: Das ist so die große Familie und die anderen sind draußen.
00:32:33: Das heißt selbst wenn ich gar nicht mehr religiös mich binde vor allen Dingen gilt das für viele Überlebende die sozusagen, man sagt auf jede Spreuge sind mit Gott.
00:32:42: Also so im Streit sind.
00:32:44: ja wie kann das du das zulassen?
00:32:46: Aber die gehen trotzdem in diese Synagoge.
00:32:48: Die halten trotzdem an Ritualien oder Rituellen fest weil das gehört dazu.
00:32:53: Das ist ja ich finde das zwar blöd,
00:32:57: also es klingt wie ein Stück Heimat und Identität
00:32:59: und da gehören wir zusammen Identität.
00:33:01: Alles bin ich aber gleichzeitig mit einem mit diesem Bruch, mit dem historischen Bruch.
00:33:06: So, jetzt wächst die nächste Generation auf und erzieht ihre Kinder möglichst ohne den Bruch.
00:33:11: Weil sie sind aufgewachsen mit Geschichten, die geprägt waren.
00:33:16: Ja ganz ungewollt teilweise ja aber so dieses Kind ist auf.
00:33:20: wir wären damals froh gewesen, wir hätten was zu essen gehabt.
00:33:24: Da ist es als Kindergeschichten.
00:33:26: also das muss man sich vorstellen.
00:33:27: Und dann haben wir eine Gesellschaft wo die Eltern sagen wir wollen dass für unsere Kinder nicht.
00:33:34: Die dritte Generation soll möglichst frei von diesen Negativgefühlen sein.
00:33:41: Die sollen hier eine offene Gesellschaft, Deutschland ist... Ich selbst habe das erlebt.
00:33:46: ich war in Israel.
00:33:48: als Kind.
00:33:49: Jugendlicher waren wir praktisch jedes Jahr bei meiner Großmutter zu Besuch.
00:33:53: und dann kam die Leute wo kommt ihr denn her?
00:33:55: Und da kam immer so ja Deutschland was wie könnt ihr in Deutschland leben?
00:34:00: Und da musste ich mal begründen, nein Deutschland ist super.
00:34:02: Die Leute sind ganz bewusst und die haben sich sozusagen von den Zünden ihrer Eltern- und Großelterngenerationen distanziert und im Gegenteil in Frankreich ist viel gefährlicher an Deutschland bin ich sicher als Jude.
00:34:16: Das hat aber so gleichzeitig zu einer Art Verschmelzung geführt wenn ich sehe ja heute ist irgendwie ein Gottesdienst und gleichzeitig spielt Eintracht Frankfurt.
00:34:26: Ja, dann werden die meisten Jugendlichen bei Eintracht Frankfurt sein und nicht in der Synagoge.
00:34:32: Und dann muss man leider sagen seit zweieinhalb Jahren kippt das Ganze.
00:34:38: also siebter Oktober hat zur Folge gehabt dass die Kinder, die bei uns auf die jüdische Schule gehen, auf dem Schulweg keinen Dabelstern mehr tragen.
00:34:49: Rabbiner Apel, der andere Rabbiner Orthodox Rabbiner und ich sind so die letzten, die noch öffentlich Die KIPA tragen, es gibt noch ein paar andere aber wirklich einzelne.
00:34:58: Ich rate meinem eigenen Sohn der Uni studiert, dass er lieber einen Cappy aufziehen soll.
00:35:03: Auf dem Weg zumindest zur Uni im Seminarraum hat er dann die KIPAA auf weil teilt seiner Identität und will das... Er will's ja auch gar nicht verstecken, aber natürlich will er sich auch nicht mutwillig irgendwie als Zielscheibe in der Öffentlichkeit.
00:35:18: also das heißt Das führt dann wieder zurück Also diese Negativ-Identität zu sagen die potenziell gefährlichen.
00:35:29: Und das wiederum verstärkt dann wieder so eine jüdische Identität im Negativen, wir haben einen Gedenkgottesdienst gemacht der war richtig voll also dieses Gefühl ich möchte etwas tun und ich möchte diese spirituelle zurückbesinnen haben.
00:35:46: Also das wird dann wieder stark d.h.
00:35:48: Minderheit einerseits sozusagen eine starke Identität meine Zugehörigkeit, also jetzt eben nicht nur ich lasse mich nicht definieren durch die Antisemiten sondern ich möchte mich identifizieren durch mein aktives Jüdisch sein.
00:36:04: Also das zu sagen umzukehren wieder in ein Aktives und nicht in ein Passives, die bestimmt wie ich bin und was Ich Bin und warum ich so bin Sondern ich bestimme wie und was ich bin.
00:36:13: Und dann kann man sozusagen das wiederum kippen.
00:36:16: Das ist sozusagen diese Beizeitigkeit von Minderheit aber nicht irgendeine sondern eine jüdische Minderheid zu sein.
00:36:25: Und aktiv heißt jetzt nicht nur, ich vollziehe meine Rituale und kümmere mich um das Florieren unserer Synagoge.
00:36:34: Sondern das heisst ja auch ich möchte dass diese Gesamtgesellschaft gelingt oder?
00:36:42: Und ich möchte mich auch da einbringen so meinen sie glaube ich das lege ich ihnen jetzt fast in den Mund.
00:36:49: also wie was heißt aktiv?
00:36:51: Ja
00:36:53: Also aktiv, das ist tatsächlich auch so ein innerer Diskurs den wir führen und der ich sag mal in Wellen oder auch von einzelnen Personen bisschen abhängt.
00:37:02: Dass die erste Welle oder der erste Impuls sozusagen muss erstmal die Stärkung nach innen sein.
00:37:09: ja weil erst einmal brauche ich meine eigene Identität und diese eigenen Identität kann ich dann mein Ich-Sein auch zeigen.
00:37:21: Die Grundidee von den Propheten kennen wir es ja, wir sollen Licht sein für die Völker.
00:37:28: Es steht im dritten Buch schon dass wir ein Volk von Kohanim sein sollen also das Volk der Priester macht ja keinen Sinn weil wir haben ja innerhalb des Judentums haben wir Unterschiede von Priestern und Sekularen und Laien.
00:37:43: Also was ist da mit gemeint sozusagen?
00:37:45: Dass das so wie es innerhalb der jüdischen Gesellschaft eine Struktur gibt So sollen wir in der Welt versuchen durch unser moralisches Handeln, durch unser ethisches Handeln.
00:37:55: Durch unsere Gebote, dass die Menschheit sagt ach so kann man auch sein.
00:38:00: daran nehmen wir uns ein Beispiel.
00:38:02: das heißt dass dieses Wirk natürlich aktiv sein muss.
00:38:04: wir sind relativ wenige in der Welt mit fünfzehn Millionen gegen acht Milliarden und nicht gegen sondern im Verhältnis zu Und dann ja aber je öfter.
00:38:14: und deshalb ist es wichtig öffentlich klarzumachen über ich Ich habe regelmäßig Vorträge über Medizinethik zum Beispiel, wie das Judentum dazu steht oder andere ethische Themen.
00:38:26: Denn das geht nur so.
00:38:27: Das ist ja der Ursprung des jüdischen Volkes.
00:38:31: wahr als Sklaven in Ägypten zu sein und zu sagen wir wissen wie es auf der falschen Seite der Skala ist und deshalb sollst du dich erinnern, soll sein Netz zu den Witwen und Weisen seinen Netz zu dem Fremden damit wir die Umkehrung leben.
00:38:43: Und gerade weil wird über zweitausend Jahre Diaspora immer wieder Minderheit waren, wissen wir natürlich wie das ist unterdrückt zu werden.
00:38:51: Eine eine Gesellschaft zu leben die ungerecht ist und deshalb sind wir so sehr auch für Kämpfer immer gewesen in denke ich allen Strukturen, in allen unterschiedlichen Kulturen immer wieder für Gerechtigkeit, für gerechte Gesellschaften zu kämpfen und dass eben auch gerade wenn es so schlimm ist wie jetzt noch lauter und noch deutlicher zu machen.
00:39:15: Ja, auch noch mal Danke für die Schilderung zwischen dieser Perspektive der Minderheit.
00:39:22: Kann ich also irgendwo ein wenig nachvollziehen?
00:39:24: Ich bin ja katholisch gekommen aus Berlin, dass man in eine Minderheiz nur sehr ansatzweise natürlich... Aber ich glaube das ist auch in Großazien unserem Podcast Wissen über Religionen in die Öffentlichkeit zu tragen und religiöse Gruppen in Deutschland.
00:39:40: Wir sind religiös plural.
00:39:41: Ihren Platz haben, ihren Ort haben und große Motivation für mich auch das jüdische Menschen keine Cappy weiterhin in Deutschland.
00:39:48: Also irgendwann der Zustand hoffentlich erreicht wird dass sie keine Cappie tragen müssen oder ihr Sohn.
00:39:53: es berührt mich sehr wenn Sie das sagen irgendwie das finde ich ein Zustand an die es zu arbeiten gilt in Deutschland genau also nochmals erspannend.
00:40:03: auf jeden Fall dieses Verhältnis Mehrheitsgesellschaft, Minderheitsreligion dieser Anpassungsdruck, der doch irgendwie da ist und wie man mit dem umgeht.
00:40:12: Und was das auch in einer Gemeinschaft auslöst für Dynamiken... Genau!
00:40:20: Also mir fallen noch viele Fragen ein.
00:40:22: Ich werde auch gleich noch eine stellen.
00:40:24: aber ich möchte auch ankündigen lieber Rabina Susann Stellen Sie uns ruhig auch Fragen.
00:40:30: Also, es soll jetzt hier nicht so sein wie einer wird von zweien gegrillt.
00:40:33: Ja, sie sollen ruhig sagen.
00:40:37: Ich wollte also nur damit Sie sich eine Frage überlegen können.
00:40:41: falls Sie noch keiner auf der Lippe haben würde ich nochmal ansprechen.
00:40:47: Stichwort aktiv hatten wir eben schon aber das jüdische rituelle Leben wirkt ja auch selber sehr aktiv da tut man sehr viel.
00:40:56: Gibt es eigentlich auch Momente, wo gar nichts ist?
00:41:00: Wo stille ist.
00:41:01: Wo dann so Raum für eine persönliche Gottesbegegnung vielleicht ist?
00:41:07: Also jetzt können Sie entweder darauf eingehen oder uns grillen!
00:41:14: Das gibt's grundsätzlich schon.
00:41:16: nur habe ich das Gefühl... Ich bin dauernd im Podcast deshalb hab' ich gar keine Zeit dafür.
00:41:20: Spass Tatsächlich
00:41:22: Wie halten sie davon
00:41:23: ab?!
00:41:24: Genau, sie sind schuld.
00:41:26: Aber auch das ist Teil des Rituals.
00:41:27: Das ist ganz interessant.
00:41:28: wenn wir also klassischerweise das Morgen gebeten.
00:41:32: Wir beten dreimal am Tag morgens nachmittagsabend und jetzt das Morgengebete.
00:41:38: ich habe vorhin ja schon so ein bisschen von verschiedenen Ebenen des Seins gesprochen.
00:41:42: Also der erste Teil des Gebetes beschreibt so dass morgenliche aufstehen die Opfergaben die man früher im Tempel gegeben hat.
00:41:49: das ist so der körperliche Bereich der physische.
00:41:53: dann kommen Gefühle.
00:41:54: Wie drücke ich die aus?
00:41:55: Durch Lieder, die Psalmen.
00:41:57: das mündet mit dem Gesang am Schilfmeer, das Lied vom Schilbmeer bei der Durchquerung.
00:42:04: Dann kommt sozusagen der intellektuelle Teil des Anerkennens, ein Gottesschema Israel mit den Gebeten, dass Gott derjenige ist, der die Welt funktionsfähig hält, nämlich indem die Sonne morgens aufgeht und wieder unter- beziehungsweise hell und dunkel wird.
00:42:19: und diese universale Struktur behält die Besonderheit so.
00:42:25: Und dann kommt die Amida.
00:42:28: Amida ist ein stilles Gebet, das drückt sozusagen die Spiritualität aus, sein Gebet.
00:42:33: Normalerweise muss ich ein Gebet immer so laut sprechen dass ich es mindestens selber hören kann sonst gilt's nicht.
00:42:39: Die Amida is noch stiller.
00:42:42: auch wieder eine Anleitung.
00:42:45: da sind Lobgebete, Bit-Gebete und Dankgebete aber auch den Moment innerhalb dieser Gebete immer das auch zu vertiefen, wenn man jetzt besonders anliegen hat.
00:42:57: Aber eben auch der Moment wirklich so in sich ganz insichtzugehen.
00:43:01: und eine Sache finde ich dabei spannend dass Gebet auf Hebräisch oder Beten vielleicht leichter gesagt beten heißt Lehitpalel.
00:43:11: Das ist reflexiv also es als würde man sagen sich selbst zu beten Und die meisten Menschen glaube ich haben so im Kopf.
00:43:20: So.
00:43:20: wenn ich jetzt bete dann kann ich Gott beeinflussen dass er macht was Ich will Aber idealerweise macht ein Gebet etwas mit mir.
00:43:27: Ich sollte anders aus dem Geld herausgehen, als ich reingegangen
00:43:30: bin.".
00:43:32: Und das ist so diese innere Innsicht zurückziehen und das jeden Tag dreimal.
00:43:39: Das heißt ja es kommt vor.
00:43:41: Es kommt natürlich auch an andere Stellen vor im Privaten sowieso und vor allen Dingen vorm Schlafen gehen.
00:43:48: Da ist noch mal ein ganz guter Moment wenn dann tatsächlich alles andere außen rum aus ist.
00:43:55: Meine Frage an Sie.
00:43:56: Ja, da gibt es auch eine ganze Reihe von... Ich habe lustigerweise meinen ersten Vortrag, habe ich gehalten vor einem christlichen Bibelkreis mit fünfzehn und zwar hatte er einen Mitschüler von mir, deren Mutter.
00:44:10: Dessen Mutter war in so einem Bibelkreis und die haben mich eingeladen, sie wollte mal über Judentum und dann hab' ich da übers Judenturm gesprochen und dann kam noch der Pfarrer dazu und dann sagte einer der Damen dort ach ja Herr Pfarra Es ist schon ein bisschen schade, wenn wir das jetzt so hören wie es im Judentum ist dass wir so wenig übrig haben von unseren Ritualen.
00:44:32: Also vielleicht sollten wir auch mal wieder öfter in die Kirche gehen.
00:44:34: Irgendwie sowas kam dann und habe ich zu dem Pfarrer gesagt hey!
00:44:38: Ich glaube ich habe so ein bisschen von ihrer Arbeit übernommen... Das ist der Call!
00:44:43: Aber ich glaube das ist einer der Grundsatzfragen, die wir immer wieder haben aus jüdischer Sicht an das Christentum.
00:44:52: Jesus selbst wird zitiert, ich glaube es ist Matthäus Kein Jota soll verändert werden von der Schrift und ich bin nicht gekommen, um etwas zu ändern oder zu reduzieren.
00:45:04: Und dann ist aber das Christentum letztendlich doch genau das also aus jüdischer Sicht.
00:45:08: Sechs-hundertreizehn-Gene-Verbote die waren ja auch bindend für Jesus und er hat es ja höchstwahrscheinlich auch alle gehalten.
00:45:14: wie steht das Judentou?
00:45:17: Wie steht das Christen um heute sozusagen zu diesem Teil der Historie?
00:45:21: Ich verstehe wie's passiert ist Aber vielleicht sagen Sie noch mal was dazu welche Rituale, die sozusagen aus dem Judentum eigentlich stammen.
00:45:29: Man hat's ... Heute braucht man es nicht mehr.
00:45:32: Ist da nicht so ein bisschen das Gefühl?
00:45:33: Also ich hab manchmal das Gefühl, man schwebt in den Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
00:45:40: Da soll ich hinkommen.
00:45:41: Aber es gibt keine Stufen, wie ich diese höchste Stufe erreichen kann.
00:45:45: Im Judenturm gibts immer ganz viele kleine Schritte und die muss ich handeln.
00:45:48: oder komme ich hoffentlich irgendwann auf dieser Ebene wo dann die Ideale sind.
00:45:53: Und im Christenturm habe ich häufig das Gefühl, diese Zwischenschritte fehlen.
00:45:57: Fehlen Ihnen die Rituale nicht auch oder einige davon?
00:46:01: Also ich praktiziere auch viele katholische Rituelle schon mit großer Begeisterung muss ich sagen ja.
00:46:09: Manches ist es so ein bisschen selbst überlegt also dass sich zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen einen Kreuzzeichen mache und so den Tag dann dem Herrn Anvertraue und mich ihm anvertrauen.
00:46:23: aber Vieles ist einfach auch das, was die gesamte Kirche vollzieht und was natürlich ganz nah an den Traditionen Israels ist.
00:46:33: Also zum Beispiel gehört zu allen Gebetszeiten des Beten von Psalmen.
00:46:40: Und sie sind natürlich ganz großartig weil da alle Stimmungen, denen Mensch haben kann und alle Gefühle, die in einem aufkommen Raum haben und rauskommen.
00:46:56: Und dann sind natürlich auch unsere liturgischen Bräuche, Regeln schon sehr ähnlich wie das zum Beispiel was im Tempel vollzogen wurde also dass es bei uns in den feierlichen Gottesdiensten Weihrauch vorkommt.
00:47:15: ja aber all das soll natürlich immer auch eine neue Verbindung zwischen uns und dem Auferstandenen Christus sein, also das Besondere und Neue.
00:47:29: Und wenn Jesus vom nicht abzuschaffenden Jota- und Tüpfelchen redet dann sagt er im gleichen Atemzug ich bin dazu gekommen zu erfüllen und sicherlich nur in dem Sinn das jetzt zu machen sondern bei uns kommt da natürlich auch noch dieser Anspruch dazu.
00:47:49: so
00:47:50: wie
00:47:52: als Christus gelebt hat und in der Gemeinschaft mit Christus wir leben können, kommt es dann zu seinem eigentlichen also im dem Sinn zur Erfüllung.
00:48:04: Also diese Skepsis soll möglichst wenig Rituale haben.
00:48:11: das halte ich auch für eine geradezu gefährliche Abstrahierung des Glaubens.
00:48:19: aber natürlich ist die Grundhaltung bei uns jetzt dieser Geschenkte Freude über den Auferstandenen, über die Auferstehung.
00:48:31: Und das wollen wir vor allem und das wollten auch die frühen Christen schon ausleben und zeigen mit unseren Ritualen.
00:48:38: Frau Tannen, Sie sehen es vielleicht noch mal völlig anders oder?
00:48:42: Ja also für mich was... Es gab ja ... ... der zweite Partikanum und da hat man sich schon viel Gedanken gemacht zur Verhältnis von Kirche und Welt.
00:48:52: Und es gibt zwei Stellen, die ich hier im Kopf habe.
00:48:55: Und zwar einmal im Nostraeitate hat man nochmal ganz klar festgehalten dass Jesus Jude war und dadurch das Verhältnis für uns zum Judentum nicht nur nice to have ist sondern wirklich Identitätsstiften also aus meinem eigenen Glauben heraus.
00:49:10: Jesus war Jude so!
00:49:11: Das ist ganz klar und das ist für mich einmal sehr wichtig wirklich auch im Gespräch mit dem Judentum zu sein, aus meinem Glauben heraus.
00:49:23: Und dann sozusagen diese Frage Anpassungsdruck und irgendwie Veränderung und Ursprungstreue würde ich sagen da gibt es eine Stelle nach den Zeichen der Zeit zu forschen.
00:49:35: Diese Zeichen in der Zeit sind jetzt nicht gleichzusetzen mit dem Zeitgeist also alles was irgendwie gerade on vogue ist umsetzen sondern sich zu fragen, was sagt mir diese Zeit?
00:49:47: Wie sieht die Zeit aus?
00:49:48: Dafür muss ich sie gut kennen.
00:49:49: Ich muss mich mit ihr beschäftigen.
00:49:51: in dem Dokument steht auch wirklich forschen.
00:49:55: Also eher forschen... Was ist da so los?
00:49:57: und dann in... Zu schauen okay, was... Was sagt diese Zeit und wie kann ich Sie sozusagen verbinden zu diesem Ursprung den wir haben also zum dreifaltigen Gott an den wir glauben Genau, also nicht dem Zeitgeist verfallen und alles sozusagen machen was gerade irgendwie gerade in Mode ist.
00:50:18: Aber ihn auch nicht ignorieren und sagen ich ich ziemlich daraus komplett zurück.
00:50:21: es geht glaube ich so ein bisschen darum diese Balance zu finden oder im Dialog in der Welt zu stehen und Salz für die Erde zu sein.
00:50:30: Also sozusagen ich finde die welt wunderbar sie ist irgendwie von Gott geschöpft Und von daher habe ich jetzt auch keine Angst vor ihr.
00:50:40: Ich muss mich nicht irgendwie zurückziehen, sondern ich möchte diese Welt kennenlernen und die Zeichen der Zeit verstehen, weil sich Gott für uns einfach in dieser Geschichte da ist.
00:50:50: Also es ist ein geschichtliches.
00:50:52: Es ist ein Zeichen einer Geschichtlichkeit.
00:50:58: Die Geschichte ist sehr wichtig.
00:51:00: Sie meinten ja sozusagen... Das habe ich sehr mitgenommen.
00:51:04: Die Erinnerung ist sozusagen eigentlich auch ein Schlüsselbegriff und da kann ich total zustimmen, weil auch aus meinem Glauben heraus ich mich an die Geschichte also die Geschichtlichkeit Gottes wichtig ist und Identitätsstiften und ich auch versuche durchsagen durch sie immer besser zu verstehen.
00:51:23: Genau so würde ich das sehen.
00:51:28: Aber würden Sie sagen was ich im Gespräch mit christlichen Geistlichen, die wir dann davon erzählen dass Kirchen geschlossen oder gemeint zusammengelegt werden also der Schwund sozusagen.
00:51:43: Der Gläubigen hat ja so eine Zweiseitigkeit.
00:51:48: das eine ist die grundsätzliche immer leichterfallende Sekularität sag ich mal der Menschen und die Attraktivität vielleicht auch dessen Und gleichzeitig Was fehlt?
00:52:02: Also, wenn ich jetzt mit Gläubigmenschen spreche.
00:52:06: Wo fehlt sozusagen der Übertrag auf die anderen?
00:52:08: Warum gelingt es nicht mehr?
00:52:11: Haben wir zu viele Rituale?
00:52:12: oder glauben Sie über das Christentum haben sie zu viel und haben sich zu wenige?
00:52:15: sollte man die anders zelebrieren?
00:52:17: muss man da was erneuern?
00:52:18: oder wie würden Sie sagen dass sozusagen das Rituar als solches eine Rolle spielt in der Akquise oder sogar dem Abschrecken von Gläuben?
00:52:31: also Ich glaube, den Punkt, den Sie auch hatten.
00:52:34: Die Sozialisierung habe ich so, dass man es verstanden hat, die im Judentum sehr wichtig ist sozusagen das Kennlernen von den religiösen Zualen.
00:52:42: Ich würde auch sagen, dass das im Christentum auch einen Wert hat also vielleicht nicht so stark wie im Judentoom aber sozusagen dieses In der Katholischen Kirche hat mir auch in der letzten Folge tatsächlich über die Taufe geredet, die man ja im katholischen auch als Kind erfährt.
00:52:58: Also wenn sich die Eltern dafür entscheiden, als Kind getauft und das ist glaube ich für viele Menschen schon so ein bisschen schräg, wieso jetzt ein Kind?
00:53:07: das kann sich ja gar nicht entscheiden und es ist dann vielleicht da irgendwie reingenötigt.
00:53:11: Ich wurde auch als Kind getauft.
00:53:13: ich habe das nie als Nötigung empfunden sondern als eine Tür die meine Eltern mir geöffnet haben wie sie mir auch die Tür geöffnete haben.
00:53:20: ich spiele Hockey im Hockeyverein und das sind sozusagen also dadurch bin ich damit sehr vertraut und hab sozusagen meine Reise im Glauben und hieß natürlich die da.
00:53:31: aber mir wird überhaupt die Tür Und das sehe ich als sehr großes Geschenk an, sozusagen... ...das als Kind miterlebt zu haben.
00:53:40: Also sei es irgendwie Krippenspiel jedes Jahr gemacht zu haben habe ich total positiv in Erinnerung.
00:53:45: und also deswegen glaube ich nicht dass wir zu wenig oder zu viele religiöse Rituale haben.
00:53:53: Wir haben ja.
00:53:54: Sondern ich glaube, dass für viele Menschen sie vielleicht nicht mehr verständlich sind warum Sie eigentlich da sind und sagen was mich da bewegt und berührt, was ich da erfahren kann.
00:54:06: Dass wir vielleicht als Kirche, als Gemeinschaft sozusagen uns fragen müssen wie können wir die eigentlich auch besser übersetzen oder kommunizieren an Menschen, die das gar nicht kennen?
00:54:16: Die nicht eine religiöse Sozialisierung oder eine katholische Christliche wie auch immer erlebt haben und sozusagen da gar keine Sprachfähigkeit bis jetzt haben.
00:54:27: Und das ist natürlich ganz anders als es bei mir ist wo ich damit aufgewachsen bin.
00:54:31: also Ich bin dann sehr empfänglich für Und ich glaube, das ist eine große Herausforderung in einer säkularen Gesellschaft.
00:54:38: Menschen die keine religiöse Musikalität haben oder sozusagen da gar nichts da ist, das zu erklären was wir da eigentlich so machen.
00:54:48: Aber ich denke der Podcast ist ein guter Anfang auch dafür weil man ja überhaupt erstmal erfährt, was machen denn diese religiösen Menschen da so?
00:54:55: In ihren Ritualen und genau also... Ich glaube, da haben wir heute einen kleinen Beitrag zu geleistet.
00:55:03: Ja ich glaube das ist auch ein ganz wichtiger Punkt.
00:55:06: dieses... Auch das Verhältnis, was ich gerade gesagt habe im Lassay bin ich schmar, dieses Tun und Hören.
00:55:11: Wie sehr kann ich in unserer heutigen Gesellschaft eigentlich noch erwarten dass irgendjemand etwas tut ohne Zu verstehen warum?
00:55:18: Und ich glaube, das ist wahrscheinlich die Aufgabe von religiösen Menschen ist sozusagen den weniger religiösen sozusagen nochmal zu erklären Wir haben häufig die Tendenz, glaube ich so in die Orthopraxie abzurutschen.
00:55:32: Und zu sagen dass wir machen das weil das zu machen ist und dann machen wir es halt.
00:55:35: und warum?
00:55:38: Wenn ich darauf keine Antwort auf diese Warum habe nicht, dass mein Motivator sagt meinen Motivat oder ich brauche das nicht.
00:55:43: Ich brauche keinen Erklärer hinteran der Erklärers Gott will das sich als Ressruktur also.
00:55:48: aber ich muss schon in der Lage sein auch anderen nahe zu bringen Und ich glaube, wenn ich es einfach nur mache und den Wald verlauter Bäumen nicht mehr sehe dann rutsche ich in diese Orte.
00:55:58: praxiert.
00:55:59: Man fahrt halt immer eine schöne Geschichte erzählt.
00:56:01: Also wir sind als Kinder aufgewachsen.
00:56:02: Ich frage sie Juden.
00:56:03: ganz viele Juden werden die gleiche Antwort geben.
00:56:05: Jeden Freitagabend gibt es also dieses Ritual Die Frau in der Regel zu Hause zündet die Kerzen an.
00:56:11: damit wird das Schabbat begonnen.
00:56:12: Wenn man vom Gottesdienst nachhause kommt freitag Abend Dann wird Wein getrunken Also ein Segen auf den Wein gesprochen Zopfbrote, also die beiden Chalotte werden zugedeckt während man den Kitteschmacht und dann geht mein Händewaschen.
00:56:28: Das Brot wird aufgedeckt und dann wird das Brot gegessen.
00:56:31: So der Segen natürlich!
00:56:34: Und meinen Vater fragt mal wieder als Rabbiner in der Gemeinde sagt wissen sie eigentlich warum er das Brott zudeckt?
00:56:39: Und ich mit so dreizehn vierzehnt sage ja natürlich hundertmal gehört hat die Frage und die Antwort.
00:56:45: und er sagt ach du weißt ja.
00:56:46: warum zeige ich damit dass Brot sich nicht schämt?
00:56:49: Und deshalb sage ich für Sie, fragen Sie ganz viele jüdische Menschen.
00:56:51: Die werden immer sagen das Brot soll sich nicht schämen.
00:56:53: Warum?
00:56:53: Weil der macht Kindschaft den Wein und das Brott sagt achte aber die ganze Woche bin ich doch wichtig so und heute nicht.
00:56:58: warum das der Wein?
00:56:59: der Wein?
00:56:59: ja weil Schabbat.
00:57:01: man möchte etwas teures was wichtig ist.
00:57:03: So jetzt soll mal das Broth aber nicht kränken.
00:57:06: Mein Vater guckt mich an und sagt wie alt bist du?
00:57:10: Und ich höre dreizehn.
00:57:12: wenn er sagt du bist dreizehnt glaubst immer noch dass Brot Gefühle hat?
00:57:19: Ja, natürlich nicht.
00:57:20: Aber ja, da bin ich draufgewachsen mit dieser
00:57:22: Geschichte.".
00:57:23: Und er sagt, stellt euch vor, jemand kommt also klassischer für eine Situation und der Mann kommt jetzt zum Gebet nach Hause.
00:57:29: die Frau hat Tisch gedeckt und alles gemacht und er bringt Gäste mit und alle kommen rein und er guckt auf den Tisch und sieht das Brot ist nicht so gedeckt.
00:57:36: Und jetzt fängt er an seine Frau anzumeckern und dann noch anzuschreien was hast du denn gemacht?
00:57:42: oder was?
00:57:43: Wie kannst du gar nicht mal den Tisch decken?
00:57:44: Und dann sagt mein Vater Was hat er gerade gemacht?
00:57:49: Er hat das Gebot, dass uns vorschraubt.
00:57:51: Der Brauch ist nicht mal ein Gebot.
00:57:53: Den Brauch, dass wir das Brot zu decken oder das Brott nicht so beschämen, hat er genutzt um seine Frau zu beschägen.
00:57:59: Also er hat praktisch vor lauter Orthopraxie das Gebot ad absurdum geführt und ich glaube da immer wieder hin müssen, dass Menschen erklären was der Background ist?
00:58:12: Warum machen wir es?
00:58:13: Warum ist eine Taufe etwas Besonderes?
00:58:15: dass den Ursprung hat in der Mikve.
00:58:18: Aber die Mikve, die den Urspring hat im ersten Element, das in der Torah, in der Bibel beschrieben wird, ja?
00:58:27: Dass der Geist Gottes über dem Wasser schwebt noch ganz am Anfang, wo noch alles Tohuva-Wohu ist.
00:58:32: Das sozusagen da ist jetzt das Potenzial und dann kommt die Entstehung der Welt!
00:58:36: So... Und das ist wirklich der Ursprungen, da sind wir im Wasser und das ist.. Da fängt es an und dann hat es ganze nochmal eine andere Ebene.
00:58:42: Und ich glaube, wenn wir die Sprache immer wieder finden das der Menschen nahezubringen dann kriegen wir vielleicht auch mehr Religiosität hin.
00:58:50: Ich glaube fest daran dass eine Welt in der Menschen mehr Menschen religiös sind eine Welt ist in der auch mehr Respekt vor Religionen von anderen Menschen die religiöse sind vorhanden ist.
00:59:03: Deshalb habe ich mich damals gefreut als die Dame gesagt hat Wir müssen mehr mit den Kirchen.
00:59:14: Ja, das ist doch vielleicht auch ein ganz guter Abschluss.
00:59:17: Wir bedanken uns sehr, sehr herzlich dass Sie sich die Zeit genommen haben um etwas ja um uns einiges zu erklären einige jüdische Rituale zu erklären.
00:59:26: also ich gehe jetzt auf jeden Fall mit einigen Lernkurven aus unserem Gespräch raus.
00:59:31: Vielen Dank Ihnen viel Erfolg!
00:59:33: Danke schön!
00:59:34: Alles Gute,
00:59:36: alles Gute!
00:59:42: Das war ja wirklich sehr spannend eben wieder wie Susanne mit uns geredet hat.
00:59:48: Wie fanden Sie es, Frau Tarn?
00:59:51: Richtig spannend!
00:59:52: Absolut.
00:59:53: also mich hat das wirklich auch teilweise richtig berührt, wie er erzählt hat ja, wie jüdisches Leben in Deutschland auch vor welchen Herausforderungen ist steht seine jüdischen Rituale zu leben und zu pflegen Vor allen Dingen in der Gegenwart.
01:00:06: genau das fand ich wirklich sehr eindrücklich Und
01:00:09: sie haben da sogar einen spannenden Begriff verwendet
01:00:12: um das auszudrücken was
01:00:14: eher vorgestellt hat, nämlich das gibt so eine Heimat haben sie doch gesagt und mir ist dabei was klar geworden muss ich echt sagen.
01:00:24: Ich erinnere mich noch wie ich in dir mit einer Gruppe von Jugendlichen drei Monaten lang in Nazareth gewohnt habe und als wir dann durch ganz Israel gefahren sind immer wieder auch jüdische Gebetsriten gesehen haben.
01:00:45: schön, wie das eine Sicherheit gibt den Menschen.
01:00:49: Nicht damit die sich da drin verkuscheln können sondern Damit sie sich dann aus dieser bekannten gelebten freudig vollzogenen Tradition in die Welt so öffnen können.
01:01:03: und ich glaube dass ich auch deswegen selber dann Ordensmann geworden bin also diese bewusste gelebte rituelle religiosität in meiner Weise vollziehen wollte.
01:01:15: Es war wirklich jetzt eine Einsicht, danke
01:01:17: für
01:01:17: dieses schöne Wort Heimat im Ritus!
01:01:24: Ja genau das hat mich auch sehr berührt wie ja dass einfach religiöse Rituale Heimat sein können auch wenn man vielleicht aufgrund der deutschen Geschichte der Shoah persönlich in seiner Gottesbeziehung auch einige Herausforderungen hat das zu integrieren.
01:01:40: also Die Frage hat, wo war Gott eigentlich in der Zeit der Schuhe?
01:01:47: Was ich sehr stark mitnehme, war den Vergleich, den er gemacht hat.
01:01:51: Und er meinte ja also wenn ich mir ein Auto kaufe dann gibt mir der Händler ein riesiges Buch mit irgendwie sechshundert Seiten Gebrauchsanweisung für dieses Auto und das fand ich sehr ein gutes Bild dafür warum es im Judenturm sixhundertreizehn G- und Fairboote gibt weil diese die große Anzahl, die teilweise auch sehr kleinteilig sind.
01:02:14: Also ganz spezifisch sagen was man tun und was man lassen sollte wie eine Gebrauchsanweisung Gottes sind für den Menschen um diese Beziehung, die einem jüdischen Menschen eben so wichtig ist auch gut leben zu können und sozusagen sich nicht komplett hilflos zu fühlen und sowieso okay was mache ich denn jetzt?
01:02:33: Wie flege ich dann diese Beziehen?
01:02:38: Dann meinte er ja, der Schlüsselbegriff ist für ihn Erinnerung.
01:02:42: Und das fand ich auch sehr spannend den Gedanken dieser Erinnerungsgemeinschaft die Zeugnis ablegt für den Bund, den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat und diese Gemeinschaft der Erinnerungen aktualisiert sozusagen den Bund in der Gegenwart und versucht ihn zu leben in der Erinnierung.
01:03:01: Und es fand ich wirklich einen Gedanken, den ich sehr stark auch mitnehme für meine eigene für mein eigenen Glaubenbund, für meine eigene Theologisches Treiben.
01:03:12: Ich
01:03:12: muss nochmal einen Gedanken den er ziemlich am Anfang gebracht hat ein bisschen nachvollziehen um mit mir etwas klarer zu machen und dann können Sie vielleicht sagen ob sie das auch so verstanden haben oder ob sie da eine andere Deutung haben?
01:03:24: Er hat doch am Anfang diese Maimonides-Deutung warum essen Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis?
01:03:34: und gerade das ist verboten, und das bringt dann das Schlechte.
01:03:37: Also wieso ist es nicht gut vom Baum der erkenntnis zu essen?
01:03:43: Ich glaube,
01:03:45: er
01:03:45: meint vielleicht mit Maimonides vom Baum von der Erkennungsessen würde bedeuten dass die Erkenntnisse von richtig und falsch, von moralisch Objektiven plötzlich von mir gegessen wird, plötzlich ganz subjektiv wird und dann geht es nach meinem Geschmack.
01:04:07: Und dann geht's danach was mir passt und nicht passt und so kommt das Böse in die Welt.
01:04:11: Bevor ich davon gegessen hatte, bevor die Menschheit davon gegassen hat, stand das mir gegenüber und hat mich zum guten heraus gefordert, hat mich geleitet.
01:04:26: So wie ich es gegessen habe, hab' ich´s mir schlechterweise angeeignet und subjektiv gemacht.
01:04:33: Ist das ungefähr etwas, was er sagen wollte oder haben Sie so anders verstanden?
01:04:37: Nein ich finde wie Sie es gerade uns Wort gebracht haben.
01:04:39: also man hat... davon, man ist auf den Geschmack gekommen von gut und böse.
01:04:46: Und vielleicht auch sozusagen von ich möchte meinen eigenen Willen durchsetzen und bisschen auch egoistisch vielleicht handeln.
01:04:53: Man kommt da auf so einen gewissen Geschmacks.
01:04:56: Finde ich ein ganz gutes Beispiel und eine schöne Metapher würde ich sagen habe ich es auch verstanden.
01:05:04: Ja also wirklich... Einer, der ein Künstler ist die Tradition zu erklären und eine Logik dahinterzusehen und dabei aber auch nicht so platt zu sein.
01:05:16: Also wirklich ein offenkundig begeisterter und erfahrener Lehrer oder?
01:05:20: Hat man mich auch gemerkt?
01:05:22: Absolut fand ich auch wirklich toll wie er jüdische Rituale sehr bildlich auch erklärt.
01:05:29: und genau ich bin ganz begeistert von dem Gespräch.
01:05:32: ja dann Würde ich sagen, können wir jetzt in die letzte Kategorie starten.
01:05:36: Alles Gute und bis zum nächsten Glauben!
01:05:45: Mein Lieblingswort ... In dieser Kategorie stellen wir uns ja unser Lieblungswort des Monats vor.
01:05:52: Und ich fange mal an mein Liebligswort... Ich bin ja gerade in den USA und bin über das Wort seit geistig gestolpert.
01:06:00: Das ist ein Adjektiv?
01:06:02: Und ich mag es ganz gerne, wenn man in anderen Sprachen ja Deutsche lehnen.
01:06:07: Also irgendwie ein Wort erkennt was man aus einer eigenen Heimatsch also auch seiner Muttersprache wiedererkennt und die Amerikaner sprechen das so schön aus.
01:06:14: So seid Geisti.
01:06:15: im Deutschen kommt's vom Wort Zeitgeist und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und findet man da wieder und genau Ich glaube zum ersten Mal der Begriffsschöpfer war Herder Da hat er dieses Wort überhaupt erst mal eingeführt.
01:06:34: Warum ist das mein Lieblingswort?
01:06:35: Also Zeitgeist beschreibt ja die Denk- und Fühlweise eines bestimmten Zeitalters oder so, die Mentalität was die Menschen bewegt über was sie nachdenken, die Eigenart dieser Zeit.
01:06:48: Und man könnte ja sagen, oh Gott der Zeitgeist schrecklich.
01:06:52: Man sollte sich nicht zu sehr an ihn anpassen oder sollte man sich mit ihm beschäftigen.
01:06:55: also welche Rolle hat er eigentlich für eine Religionsgemeinschaft und vor allen Dingen auch für religiöse Rituale?
01:07:03: Ich würde sagen ich habe darüber dann so ein bisschen nachgedacht wie das jetzt im Christentum auch ist Und ich würde sagen, der Geist spielt ja auch in der katholischen Kirche eine große Rolle.
01:07:15: Weil wir darauf vertrauen dass der Geis die Kirche durch die Zeit führt.
01:07:20: und das heißt jetzt nicht, dass der geist, der die kirche führt identisch ist mit dem Zeitgeist.
01:07:27: Es heißt aber auch nicht, den zeitgeist komplett ignorieren sollte sondern es heißt, dass man nach den Zeichen der Zeit forschen sollte also Auch wirklich die Aufforderung forschen sich auch intellektuell und auf einem rationalen Level damit zu beschäftigen, was eigentlich die Zeichen der Zeit sind.
01:07:45: Und das finde ich in schönen Gedanken, dass die Kirche dieses Zeichen dieser Geschichtlichkeit hat also in dieser Spannung Anpassung, also kluge Anpassungen treffen weil sie notwendig sind aber auch zur Ursprungsdreue, also in der Balance zu sein, sich zu verändern mit dem Zeitgeist auseinanderzusetzen, aber den Ursprung, den Kern nicht zu verlieren.
01:08:10: Und ich denke das ist das Spannende für mich diese Balance zu finden.
01:08:15: Jetzt bin ich ganz
01:08:16: gespannt!
01:08:18: Ich wollte gerade noch kommentieren, es passt auch total zu dem was Sie auch zu Rabino Susanne gesagt haben.
01:08:24: Das war dann ja schon offenbar so ein bisschen in Ihrem Geist vom Zeitgeisterin.
01:08:30: Vielen Dank dafür.
01:08:32: Ja mein Wort hat etwas damit zu tun, dass sie gefragt haben nach koscherem Leben, reinem Leben und ich habe mir noch mal Gedanken gemacht über das Wort lauter.
01:08:49: Lauterkeit ja?
01:08:50: Das kommt nicht von dem Wort laut also mit starkem Geräusch oder hohem Volumen unterwegs sein.
01:08:59: Das hat damit gar nichts zu tun sondern Für mich ist so ein Wort, an dem ich so ein bisschen meine eigene Seele erheben kann.
01:09:07: Wo ich mich selber motivieren kann zu sagen ja du kannst lauter sein ehrlich sein transparent sein den Leuten nicht verheimlichen was du denkst und das macht dann menschliches Miteinander dauerhaft möglich und gut und weiterführend.
01:09:32: also mein wort heute inspiriert vom koscheren leben ist lauter sein lauterkeit
01:09:43: ja schön wir hoffen ihr hattet eine gute zeit bei alles glauben und konnte etwas für euch mitnehmen in für diesen monat über jüdische rituale und es bleibt uns jetzt nichts weiteres als euch alles gut zu wünschen.
01:09:58: Und wie sehen uns beim nächsten Glauben?
01:10:01: und glauben sie nicht alles was man ihnen sagt?
01:10:03: das war die neue folge von alles glauben.
01:10:06: Wir hoffen, ihr konntet etwas für euch mitnehmen.
01:10:08: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert gerne den
01:10:11: Podcast und
01:10:13: eine richtig große Freude macht ihr uns wenn ihr diesen Podcast mit fünf Sternen bewertet!
01:10:18: Alles Gute
01:10:19: euch und
01:10:19: bis zum nächsten letzten Dienstag im Monat.
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