Warum gibt es überhaupt Religionen? (#01)

Shownotes

Warum gibt es Religionen überhaupt? Und was bedeuten Religionen für Menschen heute? Zum Auftakt von Alles Glauben sprechen Johanna Tannen und Prof. Felix Körner mit Rabbiner Daniel Fabian und dem islamischen Theologen und Soziologen Muhammed Mansur Doğan über religiösen Ursprung, Glauben und Sinnsuche. Aus jüdischer, christlicher und muslimischer Sicht geht es um die Entstehung von Religionen, ihre Bedeutung im Alltag und ihren Platz in einer pluralen Gesellschaft. Ein Gespräch über Unterschiede, Gemeinsamkeiten und das Verbindende im Glauben.

Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

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00:00:24: Herzlich willkommen bei der ersten Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen aus der Hauptstadt, der keineswegs behauptet, man sollte alles glauben.

00:00:34: Wir sind an der Humboldt-Universität zu Berlin und laden ab jetzt einmal im Monat eine Forscherin oder ein Forscher ein, um mit diesen Forschern etwas aus und in den Religionen besser zu verstehen.

00:00:47: Okay, aber Sie müssen auch erklären, wer ist wir?

00:00:50: Wir laden einen.

00:00:52: Genau, also wir.

00:00:53: Das ist zum Beispiel Prof.

00:00:55: Dr.

00:00:55: Dr.

00:00:56: Felix Körner.

00:00:57: Er ist Jesuitenpater und auch Islamwissenschaftler.

00:01:01: Und vor allen Dingen ist er der Inhaber des Nikolaus Cusanus Lehrstuhls Theologie der Religionen am Institut für katholische Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

00:01:13: Und an diesem Lehrstuhl gibt es ein Team und dazu gehören noch ein paar andere Personen.

00:01:19: Ja, ich stelle mal den ersten vor.

00:01:21: Rabbi Daniel Fabian.

00:01:24: Er ist Rabbiner, also ein jüdischer Religionsgelehrter.

00:01:28: Er ist auch Landesrabiner von Sachsen-Anhalt.

00:01:32: Und er gehört zur orthodoxen Richtung des Judentums.

00:01:37: Das sind die, die die Regeln der Tradition ernst nehmen.

00:01:41: Kann man das so sagen, Rabbi Fabian?

00:01:43: Ja, das ist auf jeden Fall richtig und ich möchte auf jeden Fall auch jemand vorstellen, und zwar Mohammed Mansur Dorm.

00:01:51: Er ist der Einzige, der in Berlin geboren ist.

00:01:55: Mansur ist islamischer Theologe und Soziologe und außerdem ist er auch mein Büro-Nachbar.

00:02:01: Also sein Schreibtisch steht eigentlich direkt neben meinem und sein Gebetsteppich liegt über dem Stuhl direkt dahinter.

00:02:09: Ich würde sagen, wir kommen eigentlich sehr, sehr gut miteinander klar, der Jude und der Muslim.

00:02:14: Und wir sind ja beide am Institut für katholische Theologie.

00:02:18: Oder wie siehst du das Mann zur?

00:02:20: Ja, absolut.

00:02:22: Hundert Prozent.

00:02:24: Und für mich ist das, ehrlich gesagt, auch ein ziemlich besonderer Arbeitsplatz.

00:02:28: Denn du bist der erste Rabbi, den ich persönlich kennenlernen durfte.

00:02:32: Und das hat mir ... natürlicherweise auch einen ganz neuen Zugang zum Judentum eröffnet, gerade auch eben für diese Fragen, mit denen ich mich auch in meiner Forschung beschäftige, nämlich wie Menschen zwischen verschiedenen religiösen Traditionen leben.

00:02:48: Und vielleicht nochmal für die Hörerinnen ganz ersichtlich hier dieser Gebietsteppich, von dem die Rede war und vielleicht auch noch so eine witzige Anekdote.

00:03:02: Wir planen jetzt seit Monaten mit Rabbi Daniel Fabian, so eine gemeinsame Kaffeemaschine zu besorgen.

00:03:10: Weil wir sonst immer zum Rewe nebenan laufen, wird mit der Zeit erstens viel zu teuer und zweitens einfach nur nervig.

00:03:19: Und deswegen haben wir jetzt endlich unsere Kaffeemaschine.

00:03:22: und ich sag auch zum Beispiel, das ist so der Beweis, dass Kaffee eben auch über Religionen hinweg verbinden kann.

00:03:31: Ja, und ich muss aber dich Daniel ganz kurz noch korrigieren, denn die Stimme, die man am Anfang hören durfte, die gehört zu Johanna Tannen und sie ist auch Berlinerin.

00:03:45: Also nicht nur ich, sie auch.

00:03:48: Johanna, du bist katholische Theologin und Doktorantin in katholischer Dogmatik an der Universität Münster und auch Mitarbeiterin an unserem Lehrstuhl.

00:03:59: Und du wirst mit dem Professor Körner diesen Podcast hosten.

00:04:03: Und es war ja auch so ein bisschen eure Idee, in dieser ersten Folge das ganze Team vorzustellen und einzubeziehen, oder?

00:04:11: Ja, ganz genau.

00:04:13: Das war die Idee.

00:04:14: Vielen Dank für die liebe Vorstellung, lieber Mannsur.

00:04:17: Und ich würde sagen, let's go.

00:04:18: Lasst uns in die Kategorie alles im Gespräch gehen.

00:04:25: Alles im Gespräch.

00:04:28: Und da wir hier Wissenschaftskommunikation betreiben wollen, fangen wir natürlich auch wissenschaftlich an.

00:04:33: Na gut, aber was heißt jetzt wissenschaftlich in dem Fall?

00:04:36: Das bedeutet, dass wir uns über die Begriffe, die wir verwenden, einmal klar werden.

00:04:41: Also, wenn wir von Religion sprechen, müssen wir jetzt erst mal klären, was verstehen wir eigentlich unter Religion?

00:04:47: Und deswegen gebe ich diese Frage jetzt mal die Runde weiter.

00:04:50: Und man so, vielleicht magst du starten.

00:04:53: Was verstehst du unter Religion?

00:04:56: Ja, dann fange ich mal an.

00:04:58: Ich würde jetzt als Theologe und als Soziologe antworten.

00:05:04: Also, erst einmal ist Religion für mich ein ganz großer Beziehungsraum.

00:05:08: Weil da Menschen ... in Beziehung zu Gott treten, aber auch zueinander, also durch Gemeinschaft zum Beispiel.

00:05:15: Das ist ganz wichtig.

00:05:17: Dann kommen auch die ganzen Rituale hinzu, sehr viele Traditionen.

00:05:21: Und als Soziologe sehe ich auch, dass Religion eigentlich auch unser Leben ganz gut sortieren kann.

00:05:29: Also sie gibt uns Orientierung, Schaftwerte, aber auch Zusammenhalt.

00:05:36: das so als Soziologe gesagt und als muslimischer Theologe würde ich noch hinzufügen.

00:05:42: Religion ist tatsächlich ein Weg, das eigene Leben ganz bewusst und ethisch auszurechten.

00:05:49: Jetzt nicht um andere zu kontrollieren, sondern um so ein bisschen die eigene Verantwortung wahrzunehmen und damit durch das Leben zu schreiten.

00:05:59: So würde ich das jetzt im groben formulieren.

00:06:01: Also hier hake ich mal ein.

00:06:04: Ich würde sagen, Religion ist eigentlich, wenn man so im Bewusstsein lebt, dass unsere Existenz eigentlich viel mehr ist als das, was sie zu sein scheint.

00:06:13: Also für jüdische Menschen ist eigentlich immer klar, es gibt einen Schöpfer und der ist auch in jedem einzelnen Moment mit dir und du bist dadurch auch nicht alleine.

00:06:25: Daraus ergibt sich natürlich erstmal Dankbarkeit.

00:06:29: Dankbarkeit dafür, dass man das Leben hat, dass man das Umfeld bekommen hat, indem wir alle leben und gleichzeitig leben jüdische Menschen, aber auch immer in dem Verständnis, dass es Erwartungen an uns gibt und zwar Erwartungen sowohl ans Individuum als auch als Teil der Gesellschaft.

00:06:51: und aus diesem.

00:06:53: Gemisch von einerseits Dankbarkeit, andererseits dem Verständnis von Erwartung.

00:06:58: Daraus ergibt sich dann irgendwo ein Lebensentwurf.

00:07:01: Und das ist für mich Religion.

00:07:05: Ja, spannend.

00:07:07: Religion zeigt sich für mich in Praktiken und Glaubensvorstellungen, in denen man ganz klar sieht, dass es eine Trennung zwischen zwei Sphären gibt.

00:07:17: Und diese beiden Sphären heißen Immer-Nenz, also sozusagen die Welt und Transcendenz, also alles, was die Welt übersteigt.

00:07:25: Und Religionen sind für mich so ... große Kommunikationssysteme mit ihren eigenen Kommunikationscodes.

00:07:32: Und diese Kommunikationscodes können zum Beispiel Rituale sein, aber auch bestimmte Handlungen, die ich vollziehe, Feiertage mit bestimmten Liedgut und Glaubenssätze.

00:07:44: Und diese Codes ermöglichen, dass man zwischen diesen beiden Sphären, also Immanenz und Transcendenz, kommunizieren kann.

00:07:53: Und es Besondere aber ist, würde ich sagen, eine Religion, dass diese Trennung zwischen diesen beiden Sphären nicht aufgehoben wird.

00:08:00: Also die verändert sich nicht, die bleibt bestehen.

00:08:03: Was sich verändern kann, meine Meinung nach, sind die Kommunikationscoats.

00:08:08: Also durch Orte, zum Beispiel in Berlin-Mitte, sehen die anders aus als in Oberbayern.

00:08:13: Und auch ganz anders als im siebzehnten Jahrhundert, also die Orte.

00:08:18: Und die Zeit kann die Kommunikationscoats verändern, aber ... Die Zfernen bleiben sozusagen bewahrt.

00:08:25: Ich schalte mich da auch noch mal ein.

00:08:28: Interessant, dass Sie die beiden Zfernen, Immanenz und Transnenz, so auseinanderhalten wollen.

00:08:33: Also meinen Religionsbegriff, der ist ganz knapp.

00:08:38: Religion ist Realisierung des Heiligen.

00:08:42: Das versteht man natürlich erst mal nicht so richtig.

00:08:44: Ich habe das auch bewusst so formuliert, dass es mehrdeutig ist und ... in verschiedene Richtungen aufgeschlossen werden kann, damit eben möglichst viele religiöse Wirklichkeiten damit auch erfasst werden können.

00:08:56: Realisierung des Heiligen.

00:08:58: Also realisieren kann ja einerseits heißen wahrnehmen und andererseits verwirklichen.

00:09:05: Also wenn Menschen jetzt spüren, sie stehen in einem größeren Zusammenhang, realisieren das, dann wollen sie das auch ausdrücken, in der Welt wirklich werden lassen, realisieren.

00:09:21: Das steckt sogar noch mehr drin.

00:09:22: Realisierung des Heiligen kann ja auch heißen der Heilige, das Heilige, die Heilige.

00:09:28: Gott möchte in der Welt seine Wirklichkeit durchbrechen lassen, Wirklichkeit werden lassen.

00:09:37: Deswegen dieser knappe, aber mehrdeutige Begriff, von dem ich glaube, der trifft es ganz gut.

00:09:42: Religion, Realisierung des Heiligen.

00:09:45: Wow, jetzt haben wir vier spannende Definitionen.

00:09:49: Ich fasse sie noch mal ganz kurz zusammen.

00:09:51: Manso, du hast gesagt, Religion ist ein Beziehungsraum.

00:09:56: Daniel, dich habe ich so verstanden, dass Religion ist ein Bewusstsein von Gott, der bestimmte Erwartungen an dich hat, weil er dir das Leben geschenkt hat.

00:10:07: Und Professor Körner, ich habe sie so verstanden, Religion ist Realisierung des Heiligen.

00:10:12: Also die gottliche Wirklichkeit ... dringt in die Welt Wirklichkeit ein.

00:10:17: Ich hoffe, ich habe euch alle ganz gut zusammengefasst.

00:10:20: Möchte noch jemand irgendwie noch mal nachhaken oder könnte ich alle wiederfinden?

00:10:24: Also richtig verstanden, finde ich, bin ich auf jeden Fall.

00:10:28: Aber ich möchte noch eine Sache sagen, weil wir jetzt so selbstverständlich von Religion reden.

00:10:35: Und man muss schon sagen, in der Wissenschaft ist der Religionsbegriff im Augenblick sehr umstritten.

00:10:41: Ich habe auch vor kurzem wieder eine englische Wissenschaftlerin getroffen, die sagt, sie verwendet das Wort Religion überhaupt nicht mehr.

00:10:48: Dann sucht sie irgendwelche Ersatzbegriffe.

00:10:52: Ich finde das verständlich, aber trotzdem nicht richtig.

00:10:57: Verständlich, weil man natürlich, wenn man Religion sagt, so eine europäische Konstruktion oder sogar Projektion auf andere Kulturen und Völker unternimmt.

00:11:12: Aber wie wir in Europa, Judentum, Christentum, Islam und auch noch einige andere solche Erscheinungen kennenlernen, trifft es schon eine Gemeinsamkeit, wo es eben jedes Mal eine Tradition gibt, eine Schrift gibt, eine Selbstreflexion gibt, Führungspersonen gibt.

00:11:36: Und wo es auch Gemeinschaft gibt.

00:11:38: Also insofern, wenn das vorkommt, dann kann man wirklich meines Erachtens den Religionsbegriff durchaus als sinnvollen Begriff weiter verwenden.

00:11:47: Und deswegen heißt ja auch unser Lehrstuhl Theologie der Religionen.

00:11:51: Aber lasst uns jetzt nicht länger mit den Begriffsdefinitionen aufhalten, denn unsere Frage ist ja auch auf jeden Fall sinnvoll.

00:11:59: Warum gibt es denn überhaupt Religionen?

00:12:03: Ja, vielen Dank, man zu führen noch mal die Auffächerung der Fragestellung.

00:12:08: Ich glaube, es gibt vielleicht so drei Ebenen in dieser Frage.

00:12:12: Und zwar einmal so ein bisschen psychologisch-historisch.

00:12:15: Also was passiert in Menschen, wenn sie religiöse Handlungen vollziehen?

00:12:20: Man könnte auch sagen, wenn sie religiöses tun.

00:12:23: Dann die zweite Frage ist mehr theologisch.

00:12:27: Wir stellen fest, es gibt mehrere Religionen.

00:12:29: Gerade in Deutschland, die religiöse Landschaft hat sich diversifiziert.

00:12:33: Da ist ja schon die Frage, wirkt eigentlich jetzt Gott, wenn Religionen entstehen?

00:12:38: Und dann vielleicht die dritte Ebene ist so ein bisschen die Funktionsfrage, die auch heute viele junge Menschen sich fragen, wozu soll ich denn religiös sein?

00:12:48: Also, welchen Mehrwert hat das eigentlich?

00:12:50: Und ja, ich würde sagen, vielleicht gehen wir diesen drei Ebenen mal nach.

00:12:55: Ja, okay, ich sag so mal.

00:12:56: mit ganz einfachen Wörtern.

00:12:59: Religionen, wieso, woher und wozu?

00:13:05: Vielleicht, Manso Torja, fangen wir bei Ihnen mal an.

00:13:10: Sie sind ja auch Soziologe und haben da vielleicht dann auch einen besonderen Blick drauf, wie kommen Religionen zustande?

00:13:17: Warum gibt's Religionen?

00:13:18: Was ging in Menschen vor, dass sie religiös wurden?

00:13:23: Ja, absolut.

00:13:24: Und ... Sie haben das ja auch dankenderweise betont.

00:13:28: Ich bin nicht nur Theologe, sondern auch Soziologe und verschiedene Wissenschaftsdisziplinen haben natürlich auch verschiedene Zugänge zur Religion.

00:13:38: Das bereichert mich und ich hau vor auch unseren Lehrstuhl.

00:13:41: Aber wenn ich jetzt nachdenke und so auf die Anfänge der Religion schaue, dann sehe ich jetzt im vereinfachten Sinne erst einmal nur Menschen, die ihre Erfahrungen deuten wollen.

00:13:54: Sowas wie Naturereignisse, Geburt, Tod, Staunen, Angst.

00:14:00: All das, was wir so im Alltag oder während unseres Lebens erleben.

00:14:05: Und aus solchen Momenten entstehen Rituale und Geschichten.

00:14:10: Aus islamischer Sicht kommt dann natürlich noch hinzu, der Koran erzählt uns eine bestimmte Geschichte.

00:14:17: Diese Menschheitsgeschichte, die mit Adam beginnt, auch ... ein islamischer Prophet und dass er auch in Beziehung zu Gott stand, einer sehr intensiven Beziehung, das heißt für mich dann im Umkehrschluss religiöse Orientierung gehört auch aus islamischer Perspektive von Anfang an ganz natürlich zur Menschheit.

00:14:43: und anthropologisch würde ich sagen suchen Menschen eben nach einer gewissen Deutung und theologisch Antworten sie auf diese ursprüngliche Gottesbeziehung.

00:14:54: So würde ich das jetzt vereinfacht ausdrücken.

00:14:58: Aber wenn wir das beide, wenn wir beides jetzt zusammennehmen, erklärt es für mich eigentlich ganz gut, warum überhaupt Religion entstanden sind.

00:15:08: Aber das ist jetzt wie gesagt nur meiner Sicht auf die ganze Sache.

00:15:12: Deswegen würde ich mal einfach nachhaken, Johanna.

00:15:16: Wie sieht's bei dir aus?

00:15:17: Was denkst du, ist in den Menschen passiert, dass sie religiös geworden sind?

00:15:22: Ja, meine ganz knappe Antwort ist, ihre Geburt ist passiert.

00:15:26: Sie sind einfach ein Anfang in der Welt.

00:15:29: Also, ein Mensch wird geboren und er ist ja ein kompletter Neuankömmling in der Welt.

00:15:34: Und dann lernt er oder sie durch seine Eltern unterschiedliche Sachen kennen.

00:15:38: Und dazu können auch Religiöse, ich bleibe mal in meinen Begriffen, Codes gehören.

00:15:44: Und ich würde sagen, dieses Kennlern von religiösen Codes kann eine, in Anführung, geordnete Kommunikation zwischen diesen beiden Sphären ermöglichen.

00:15:54: Und neben dieser eher geordneten Kommunikation, würde ich sagen, gibt es aber auch eine spontane und ein bisschen plötzliche und unerwartete Kommunikation in Form von einem Ergriffensein und berührt werden von Transcendenz, also in meinem Fall jetzt von Gott.

00:16:10: und um das ein bisschen greifbarer zu machen.

00:16:12: Stellt euch vor, ihr geht ins Museum.

00:16:14: Ich weiß nicht, ob ihr gerne ins Museum gibt.

00:16:15: Ich gehe sehr gerne ins Museum.

00:16:17: Wenn man ins Museum geht, möchte man vielleicht, hat man sich darauf gefreut, man hat schon jeder in der Seite gelesen, wenn man eine ganz bestimmte Ausstellung sehen will.

00:16:26: Und man hört vielleicht unsere Freizeit, kunsthistorische Podcasts, liest vielleicht ein paar Bücher.

00:16:30: Das heißt, man hat irgendwie schon so ein kunsthistorisches Koordinatensystem in unserem Kopf und steht dann vor einem Bild und weiß ganz genau, okay, wo kann ich das jetzt eigentlich einordnen?

00:16:42: In welcher Zeit hat der Künstler gelebt, etc.

00:16:44: Und das würde ich sagen, ist ein ganz gutes Beispiel für eine geordnete Kommunikation.

00:16:49: Und dann gibt es aber auch eine spontanere Kommunikation.

00:16:53: zum Beispiel mit abstrakter Kunst.

00:16:55: Also die entzieht sich ja eigentlich komplett diesem Prozess, dass ich es einordnen kann.

00:17:01: Ganz bewusst, dass sie es ganz bewusst reduziert.

00:17:03: Und was mich aber trotzdem vielleicht auch unerwartet ergreifen kann, sind zum Beispiel die Farben oder auch so die Formensprache.

00:17:13: Und ich würde sagen, das verdeutlicht es so ein bisschen.

00:17:15: Also es gibt eine geordnete Kommunikation und aber auch eine spontanere.

00:17:20: Jetzt habe ich aber auch noch eine Frage an dich, Daniel.

00:17:24: Meinst du, es gibt eine Art religiöse Grunderfahrung, die den Menschen vielleicht irgendwie verändert hat?

00:17:32: Der Mensch ist ja irgendwo als denkendes und über sich selbst reflektierendes Wesen, also jemand, der immer sozusagen das Warum wissen möchte, immer damit beschäftigt, solche Fragen zu beantworten.

00:17:46: oft passiert es eben und passiert es auch in der Vergangenheit, dass diese Fragen einen dann irgendwie zu Gott führen.

00:17:54: Und weil man eben ohne diese Fragen nicht wirklich Mensch ist, führt es dann einen immer irgendwie zu Gott oder zu irgendeiner anderen Antwort.

00:18:05: Und bei uns in den Schriften ist es eigentlich auch so überliefert.

00:18:09: Abraham, der für uns als der erste Jude oder wenn man so möchte, der erste Monotheist, gilt, der ja also an den einen Gott glaubte und ihn auch sozusagen wieder entdeckte in seiner Generation, der tat das eigentlich, weil er irgendwann als der Überlieferung nach kleines Kind rausgegangen ist und die Sterne gesehen hat und sich dann gefragt hat, wer hat die eigentlich erschaffen?

00:18:34: Also er beschäftigte sich dann schon automatisch mit seiner Umwelt und fragte, wo kommt das her?

00:18:41: Warum ist das so?

00:18:42: Wer steckt dahinter?

00:18:43: Und so hat er eben zu Gott gefunden.

00:18:47: Und deswegen ist es meine Meinung, dass uns das Suchen nach Antworten automatisch, er sich in einer Art von Suche auch nach Gott gestaltet und dass es uns gewissermaßen in den Genen liegt, Gott zu suchen.

00:19:02: Und natürlich, wir haben diese Fragen und... Ob wir diese Antworten auf die Fragen so akzeptieren, das ist natürlich was ganz anderes.

00:19:13: Und ja, was sagen Sie, Professor Körner, wie sehen Sie das?

00:19:18: Also was ist sozusagen der Stand der Wissenschaft Ihrer Meinung

00:19:20: nach?

00:19:22: Ja gut, also Stand der Wissenschaft ist ja eigentlich immer, man ist sich nicht einig.

00:19:28: Also zumindest in den Geisteswissenschaften gibt es ja eine nie endende.

00:19:33: Debatte, aber ich kann trotzdem mal so zwei Richtungen, die momentvorrangig sind, darstellen.

00:19:41: Das eine ist wirklich das, was von Ihnen allen eigentlich jetzt schon so ein bisschen angedeutet wurde, die Frage, warum Sinndeutungen bieten, Antworten auf die grundsätzlichen Fragen.

00:19:58: Das wird tatsächlich von wissenschaftlicher Seite auch an den Anfang der Menschheit, die religiös wurde gelegt.

00:20:07: Ist mir aber ehrlich gesagt zu begrifflich.

00:20:10: So weit waren, meines Erachtens, die Menschen noch nicht, als sie das, was wir religiöse Vollzüge nennen können, entwickelt haben.

00:20:22: Die andere Antwort, die sich dann tatsächlich in der Wissenschaft auch findet, die sagt einfach, ja, Religionen entstehen aus Ritualen.

00:20:32: Ich würde aber sagen, diese Rituale selber sind ja auch schon etwas Religiöses, nur halt vielleicht noch vorbegrifflich.

00:20:40: Und deswegen würde ich sagen, das Erste, was uns als Menschheit religiös gemacht hat und was wir vielleicht sogar in unserer eigenen Entwicklung auch nachvollziehen können, ist, dass da überraschende Erlebnisse waren.

00:20:56: Das kann Angst, auch große Freude gewesen sein.

00:21:03: Stille vielleicht, die mir plötzlich, ohne dass ich das schon irgendwie ausformulieren könnte und als Antwort dann anbieten könnte, die mir vermittelt, da bin ich angesprochen, angerufen, da ist was Personales da.

00:21:20: Diese vorbegrifflichen Empfindungen, Erlebnisse, die sind glaube ich der Ursprung, aber das wird jetzt von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Welt nicht unbedingt geteilt.

00:21:38: Ich lade jetzt mal einen Schritt weiter zu gehen.

00:21:40: Und zwar zu unserer zweiten Frage ist ja das woher.

00:21:44: Und Daniel, vielleicht fangen wir nochmal mit dir an.

00:21:48: Daniel, würdest du sagen, als die Menschen religiös wurden oder wenn neue Religionen auch entstehen, bewirkt das irgendwie Gott?

00:21:57: Oder ja, was passiert da?

00:22:01: Also ich würde es eher so formulieren, dass Gott für den Menschen, der eben auf der Suche war, dass Gott für ihn zur Verfügung stand, als er nach ihm gesucht hat.

00:22:12: Und es ist natürlich schon gewissermaßen unsere Veranlagung und unsere Natur, diese existenziellen Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen.

00:22:22: Und da wir ja Gottes Geschöpfe sind, hat uns Gott natürlich auch so fragend geschaffen und deswegen steckt er schon irgendwie dahinter.

00:22:34: als der Mensch religiös wurde, aber ich glaube trotzdem, dass der erste Schritt für diesen Kontakt und für den Austausch, der geht immer vom Menschen aus und er muss auch immer von Menschen aus gehen.

00:22:45: Also da gibt es auch so eine Episode mit dem jungen Propheten Samuel, der dann im Tempel diente und Gott sprach irgendwie zu ihm, aber er konnte es gar nicht richtig realisieren, er hörte den Ruf, aber die Kommunikation funktionierte erst, als er das realisiert hat und dann gesagt hat, hier bin ich und erst das hat sozusagen die Tür geöffnet.

00:23:07: Also das heißt, der Mensch muss irgendwie interagieren, muss die Fragen stellen und dann erst kommt die Religion in diese Beziehungsebene.

00:23:17: Ich wollte auch noch eine andere Sache sagen, nämlich dieser Religionsbegriff ist auch etwas, was glaube ich erst im Nachhinein so richtig dazu erfunden wurde, um es besser beschreiben und abgrenzen zu können.

00:23:29: Also ich glaube, die ersten Menschen hatten eine viel direktere und natürliche Beziehung zu Gott, ohne das wirklich zu hinterfragen oder irgendwie zu kategorisieren oder so.

00:23:41: So stellte sich die Beziehung dar.

00:23:43: Und also, Johanna, du bist ja auch Theologin.

00:23:46: Was sagst du, sagst du, die katholische Lehre?

00:23:49: War Gott am Werk?

00:23:51: Oder ist Gott am Werk, wenn Religionen entstehen?

00:23:55: Ja, Gott ist am Werk, muss ich sagen, ist so eine Formulierung, die ich persönlich, aber es liegt auch um mir persönlich, nicht so gerne mag, weil da schere ich mir dann immer so einen alten weißen Mann, vor der auf irgendeiner Wolke sitzt und da irgendwie so die Strippen zieht, sehr mechanisch.

00:24:10: Ich glaube, für mich ist es wichtig so die Unterscheidung zwischen Religion und Gott, weil ich würde sagen, Gott ist eine religiöse Größe.

00:24:20: Aber nicht jede Religion kennt die religiöse Größe Gott.

00:24:24: Weil es gibt auch Religionen, die eben keine theistischen Überzeugungen haben.

00:24:28: Was heißt theistisch?

00:24:30: Das heißt also eine nicht-theistische Überzeugung wäre zum Beispiel der Glaube an eine Vielzahl von Göttern.

00:24:37: Oder auch, wenn man an Engel und Dämonen glaubt.

00:24:40: Oder auch, was man auch viel in Deutschland hat.

00:24:41: Mittlerweile ist so ein Glaube an eine höhere Energie, die irgendwie im Universum ist.

00:24:46: Aber alles ist sehr vage.

00:24:48: Und ... Ja, also ich würde sagen, man kann sagen, es gibt unterschiedliche Kommunikationswege mit der Transcendenz.

00:24:55: Und vor allem wichtig auch für die katholische Kirche ist, dass die Vielfalt der Kommunikationswege auch sehr identitätsstiftend war und ist und wertvoll, denn Jesus war Jude.

00:25:09: Im Islam gibt es ja den ganz schönen Gedanken der Futra.

00:25:14: Also so etwas wie eine Grundoffenheit des Menschen für das Gute und für Gott, so ein gewisser Instinkt vielleicht sogar.

00:25:24: Und deshalb würde ich sagen, wenn Religion entsteht, dann hat das auch damit zu tun, dass Menschen auf ihre eigene Weise, auf diese natürliche Veranlagung, auf diese innere Offenheit reagieren.

00:25:41: Und deswegen würde ich das so sehen, dass Gott vielleicht keine Religion im technischen Sinne produziert.

00:25:49: Aber er ist eben präsent in den Momenten, in den Menschen nach diesem Sinn fragen.

00:25:56: Sinn des Lebens, Sinn der Existenz, Sinn für Gutes und Böses.

00:26:02: Und Religionen sind dann sozusagen auch ein bisschen unsere eigenen Versuche, auf diese tiefere Dimension zu antworten.

00:26:10: So würde ich das jetzt auch als Muslim sehen.

00:26:14: Aber Sie, Professor Körner oder Hojam, wie wir uns ja auch ansprechen, Sie waren ja auch gefragt und ist Gott laut christlichem Denken am Werk, wenn zum Beispiel eine neue Religion entsteht, so wie Johanna gerade gefragt hatte?

00:26:31: Ja, ich meine schon, dass wir als christliche Theologen sagen sollen, Gott ist am Werk in der Geschichte.

00:26:42: überall in der Geschichte, aber natürlich nicht so, wie auch Fortan ganz richtig und überzeugend gesagt hat, nicht als Strippenzieher.

00:26:51: Wir sind keine Marionetten, wir sind schon frei, er steuert uns nicht.

00:26:56: Trotzdem ist aber alles, was geschieht, ein Ruf Gottes, eine Einladung Gottes, Einladung wozu?

00:27:05: Beteilige dich an der Verwirklichung meines Projektes.

00:27:13: Und was ist sein Projekt?

00:27:14: Wir Christinnen und Christen erkennen das am besten in der Auferstehung Jesu.

00:27:20: Das heißt ewige, liebevolle Gemeinschaft aller.

00:27:28: Wenn wir jetzt gerade die Religionen anschauen, nicht nur jedes Ereignis in der Geschichte, sondern die Entstehung einer neuen Religion, dann kann man natürlich sagen, da ist es recht, Gottes Einladung sich am seinem Projekt zu beteiligen, besonders gut sichtbar.

00:27:42: Aber Bei allen Ereignissen ist eben nicht nur Gottes Handeln, sondern auch das Handeln der Geschöpfe beteiligt.

00:27:51: Und da ist eben dann nicht nur die Klarheit und der Ruf und die Einladung, sondern auch menschliche Behinderung dieser Verwirklichung.

00:28:02: Und so muss man das auch bei den Religionen immer sagen, ja, Gott lädt besonders durch eine Religion Menschen ein, ist am Werk, aber Wir können durch unsere Habsucht, ich will das jetzt haben und ich will das für mich haben und genau festlegen, sodass andere da vielleicht davon Nachteil haben, natürlich dann wieder eingeschränkt.

00:28:28: Gott ist drin, Gott handelt da, aber wir halt auch und müssen uns immer deutlicher klar werden, wie lautet denn wirklich dein Ruf, deine Einladung?

00:28:42: Insofern ist es Gottes Wirken.

00:28:45: Würde mich jetzt nochmal interessieren, ob Sie aufeinander noch mal eingehen wollen, was wir da eben gehört haben?

00:28:53: Ich würde tatsächlich noch einen kleinen Akzent setzen wollen.

00:28:58: Jetzt nicht im Sinne von Nachhacken, sondern als Ergänzung zu meiner eigenen Aussage, damit es die Hörerinnen auch besser verstehen.

00:29:08: Ich habe ja diese Grundoffenheit, diesen Gedanken der Fütter.

00:29:13: kurz besprochen und vielleicht ist es ganz nützlich, dass ich sage, dass im Islam Gott dem Menschen nicht fern ist oder jetzt nicht unbedingt super abstrakt, denn im Koran heißt es tatsächlich, dass Gott dem Menschen näher ist als seine Halsschlagader und das ist ja schon sehr bezeichnend und ich finde, dass diese Nähe zu Gott den Alltag von Musliminnen und Muslimen sehr stark prägt und auch ganz konkret im Alltag auch zu beobachten ist.

00:29:52: Ich gehe noch mal auf eine Sache ein, die Rabbi Fabian gebracht hat.

00:29:56: Der erste religiöse Impuls, so hatte ich sie verstanden, ist auf der Seite der Menschen.

00:30:02: Aber wenn Sie dann die Geschichte von Samuel erzählen, da ist doch eigentlich der erste Impuls ... Von Gottes Seite Samuel, Samuel ruft eher.

00:30:12: Oder meinen Sie dann, ja gut, der Anruf kommt von Gott, aber was dann wirklich Religion ist, nämlich zu verstehen, was da geschieht, das ist dann eben die menschliche Leistung.

00:30:23: Also da nochmal diese Nachfrage.

00:30:25: Genau.

00:30:26: Ja, ich hab ich, ich soll das vielleicht wirklich klarer sagen.

00:30:29: Ich hab das Gefühl, also als Menschen ... schauen wir eigentlich immer so, was ist um uns herum und alles kommuniziert irgendwie mit uns.

00:30:37: Also wir schauen uns unser Umfeld an und unser Umfeld ist ja auch wirkt auf uns und daraus resultieren dann Fragen.

00:30:45: Ob das jetzt sozusagen Gott ist der Samuel ruft oder ob das eine Erfahrung ist, dass wir dabei sind, wenn jemand anderes stirbt oder dass jemand geboren wird.

00:30:57: All diese Sachen wirken erstmal sozusagen von außen auf uns.

00:31:01: Und Religion ist dann unser Schritt darauf zu, um das Warum und Wie und so weiter zu klären.

00:31:11: So meint ich das.

00:31:12: Also der Ruf kommt immer von außen zu uns in irgendeiner Form.

00:31:17: Aber Religion entsteht eigentlich erst dann, wenn wir die Fragen stellen.

00:31:20: So meint ich das.

00:31:22: Es braucht also eine Antwort, höre ich da so ein bisschen raus vom Menschen, der sich dann dazu der Frage verhält?

00:31:29: oder zu dem Anruf.

00:31:31: Habe ich dich richtig verstanden, Daniel?

00:31:34: Genau.

00:31:35: Und das ist dann auch der Beginn der Religion.

00:31:39: Spannend.

00:31:40: Ja, ich lade jetzt einen noch einen Schritt weiter zu gehen.

00:31:43: Und zwar zu der Frage, Religion wozu?

00:31:46: Meinst du jetzt, wir sollen überlegen, wozu Religionen in der Gesellschaft dienen sollen?

00:31:51: Oder wie meinst du das?

00:31:53: Nee, also auch, ich würde sagen, man kann das nochmal ausdifferenzieren auf zwei Dimensionen.

00:31:58: Also Religion wozu?

00:31:59: für den Einzelnen, also die individuelle Ebene, aber auch für die gesellschaftliche Dimension, weil wir sprechen ja auch von Religionsgemeinschaften.

00:32:11: Aha, okay, also du sprichst hier tatsächlich von zwei Wurzufragen.

00:32:16: Ich würde gleich erstmal sagen, mich interessiert eigentlich beides.

00:32:20: Also ich sage es erstmal ganz wissenschaftlich, die gesellschaftliche Funktion von der Religion und auch die existenzielle Funktion von der Religion.

00:32:29: Aber lasst uns, wenn es in Ordnung ist, ruhig mal mit der Frage anfangen, was erhoffen sich eigentlich religiöse Menschen, wenn sie glauben.

00:32:37: Ja, aber dann fangen doch gleich an.

00:32:39: Also, wenn du die Frage stellst, hast du da direkt eine Antwort darauf?

00:32:43: Ja, also es gibt eine klassische Antwort, auf die ich ganz gerne zurückgreife.

00:32:48: Und zwar, dass sich Menschen vom Islam Rechtleitungen wünschen oder so etwas auch erwarten.

00:32:54: Arabisch würde man das jetzt Hudanen, aber das Wort kommt im Koran auch häufig vor.

00:33:01: Wir beten eben jeden Tag zu Gott und sagen, führe uns den geraden Weg.

00:33:07: Also Rechtleitung.

00:33:09: Das ist vielleicht jetzt im heutigen Sinne etwas altertymliches Wort.

00:33:14: Aber was damit gemeint ist, das empfinde ich auch so als Muslim.

00:33:18: Denn der Islam, meine Religion, gibt meinem Tag eine gewisse Ordnung und in meinem ganzen Leben auch sowas wie eine Ausrichtung.

00:33:28: Also, man kann es vielleicht sogar auch als Training sehen.

00:33:33: Als Training, damit ich ... ... immer mehr nach Gottes Wille leben kann ... ... und ihn auch zufrieden stellen kann ... ... und auch davon einen Nutzen ... ... für mich selbst ziehen kann im Alltag.

00:33:47: Wie würdest du das sehen, Daniel?

00:33:49: Also erst mal kann ich das sehr gut nachvollziehen.

00:33:52: Und weil das Judentum hat auch ganz viele Vorschriften eigentlich, die wir uns halten sollen, es sind insgesamt sechshundert und dreizehn verschiedene Gebote.

00:34:02: Und dadurch lassen wir uns, wenn wir die erfüllen, natürlich auch immer mehr auf den Willengottes ein.

00:34:10: Und eines davon ist natürlich auch das Studium der Torah, das Studium der Bibel, in diesem Fall der Fünfbücher Moses.

00:34:19: Dadurch wollen wir aber nicht einfach nur uns an sozusagen den vorgeschriebenen Willen Gottes halten, sondern wir wollen durch das Tora-Studium Gott natürlich auch besser verstehen und das Wesen Gottes verstehen, wissen, wer Gott wirklich ist, wie er sich offenbart oder er offenbart sich ja gerade in der Schrift.

00:34:38: Also das Studium als besondere Vorschrift dient auch einem besseren Verständnis dafür, wie Gott sich eigentlich selbst darstellt.

00:34:49: Das ist sozusagen eine zweite Ebene.

00:34:51: Erste Ebene ist also überhaupt die Vorschriften auszufüllen.

00:34:57: Zweite Ebene verstehen, wer Gott ist durch das Studium seiner Schriften.

00:35:03: Und dann würde ich noch eine dritte Ebene hinzufügen, die eher so auf der Gefühlsebene ist.

00:35:09: Und zwar... Wenn wir das Judentum leben, dann klingen wir uns in einer Jahrtausend alte Geschichte unseres Volkes ein.

00:35:16: Also die Überlieferung ist ja, dass das Judentum seit drei tausend dreihundert Jahren gibt.

00:35:20: Und das ist eine durchgehende Kette.

00:35:23: Und natürlich, wenn wir uns da einklicken, ein klingen, wenn wir dort mitmachen, dann gehören wir irgendwie auch dazu, zu der Geschichte, die dann geschrieben wird, oder?

00:35:38: Was sagst du, Johanna?

00:35:39: Also, was erhofft sich deiner Meinung nach religiöse Menschen, wenn sie glauben?

00:35:45: Ja, ich nehme noch mal diese beiden Ebenen auf, also die individuelle Ebene und die gesellschaftliche Ebene.

00:35:52: Ich würde sagen, auf individueller Ebene ist es die Kommunikation mit Transcendenz für mein persönliches Leben.

00:35:58: Und jetzt bei mir, Johanna, wäre das Jesus nachzufolgen und mein Leben ... mit diesem Jesus zu leben und es auch mit Gott sozusagen zu deuten.

00:36:09: Also so ein bisschen Freiheit im Quadrat.

00:36:11: Also der Rahmen ist klar und dem Rahmen bewege ich mich.

00:36:16: Und gleichzeitig tue ich das ja nicht komplett alleine, sondern ich existiere in meiner Religionsgemeinschaft, in gesellschaftlichen Bezügen.

00:36:24: Meine Religionsgemeinschaft ist die katholische Kirche.

00:36:26: Von daher hat es auch immer diesen individuellen Charakter.

00:36:32: wie ich das privat lebe, aber auch einen öffentlichen Charakter.

00:36:37: Und ich glaube, diesen Öffentlichkeitscharakter, das haben irgendwie alle Religionen.

00:36:41: Und in der Forschung spricht man davon Public Religion.

00:36:45: Und genau, ich glaube, diese beiden Ebenen, die darf man nicht trennen, die gehören irgendwie zusammen.

00:36:51: Gut, ich würde aber trotzdem noch mal bei der ersten Sichtweise individuell existenzielle Bedeutung von ... Christentum jetzt bleiben.

00:37:05: Ich glaube, wenn Menschen so den Kern des christlichen Glaubens erfassen, dann können sie sowas sagen, wie.

00:37:12: was ich mir davon erwarte, was ich davon auch bekomme, ist Leben mit Christus.

00:37:22: Ruhig wieder, wie so eine Kurzformel, die auf verschiedener Ebene verstanden werden kann.

00:37:27: Leben mit Christus kann erstmal heißen, ja, ich möchte Ich erhoffe mir und manchmal dann schon, ich spüre auch, der auferstandene Christus begleitet mich.

00:37:38: Er ist mein Gefährte.

00:37:40: Zum Beispiel haben die ersten Jesuiten vor über vierhundert Jahren dieses alte Logo für Jesus, IHS.

00:37:51: Eigentlich so eine griechische Abkürzung für Jesus, das Jesus-Monogramm.

00:37:56: Anders gedeutet auf Lateinern und haben gesagt, IHS bedeutet Jesu Habemus Sozium.

00:38:03: Wir haben Jesus als Gefährten oder manche kennen diese wunderschöne Ikone ägyptisch aus dem achten Jahrhundert, wo Christus etwas größer dem kleineren Menas seinen Arm um die Schulter legt und ihn begleitet.

00:38:19: Also diese Begleitung Jesu, er ist mein Gefährte.

00:38:24: Aber Leben mit Christus kann man dann eben auch nochmal anders hören.

00:38:30: Als Christen sind wir ja von dieser Auferstehungsfreude gepackt.

00:38:36: Da steht alles so im Licht von Ostern.

00:38:39: Da ist eine Freudenquelle, die anderswo nicht zu finden ist, weil die über die Welt hinausgeht.

00:38:46: Und wenn ich um diese Freude wissen darf, dann muss ich keine Angst mehr um mich selbst habe.

00:38:53: Und wenn ich keine Angst mehr um mich selbst habe, dann kann ich auch wirklich liebevoll, riskant Leben.

00:39:02: Und daraus folgt dann automatisch ein anderer Lebensstil, eine Sorge um die Gemeinschaft.

00:39:09: Darauf sollten wir natürlich jetzt echt nochmal eingehen, was das gesellschaftlich bedeutet.

00:39:17: Will Rabbi Fabian da mal weitermachen?

00:39:19: Ja eben, genau.

00:39:20: Also das das gesellschaftliche ist natürlich ganz ganz wichtig und man könnte dann natürlich fragen also wozu gibt es eigentlich dann die Religionen?

00:39:29: im Sinn von welchen gesellschaftlichen Zweck, Entschuldigung, können die eigentlich erfüllen?

00:39:35: Also was können Religionen für Gesellschaften leisten?

00:39:40: Und ich würde ja erst mal betonen wollen, dass also jetzt meine Religion nicht dazu da ist, irgendwie einen gesellschaftlichen Zweck zu erfüllen, sondern erst mal Gott gut zu dienen.

00:39:52: Also der Fokus ist erst mal bei der Religion ja zunächst mal auf Gott.

00:39:57: Aber Wenn Menschen Gott dienen und das richtig machen, was auch immer richtig bedeutet, dann spielen sie natürlich auch eine gute Rolle und eine große Rolle in der Gesellschaft.

00:40:11: Also ein Beispiel, wo ich das nennen würde, ist die Zdaka.

00:40:16: Das gibt es auch im Islam.

00:40:19: Und heißt da, glaube ich, auch ganz ähnlich.

00:40:21: Das wird man zu uns vielleicht gleich sagen.

00:40:22: Aber Starcar bedeutet Gerechtigkeit.

00:40:25: Damit ist aber eigentlich gemeint, Spenden zu geben.

00:40:27: Das ist zunächst mal ein Gebot.

00:40:30: Ein bestimmter Anteil.

00:40:32: Normalerweise sind es zehn Prozent von seinem Einkommen für wohltätige Zwecke, der Gesellschaft zu geben.

00:40:38: Wir tun das erst mal in dem Bewusstsein, dass es ein Gebot ist, um Gott damit zu dienen.

00:40:43: Aber wenn wir das tun, entsteht daraus eigentlich immer ein gesellschaftlicher Nutzen, weil die Gebote sich der Gestalt so darstellen, dass sie immer die Gesellschaft verbessern können.

00:40:57: Und das ist also definitiv im Judentum so.

00:41:01: Mir scheint, dass im Islam noch stärk ist, auch eine der Säulen, dass es in der Religion ist, die Verantwortung.

00:41:10: für die Gesellschaft eigentlich übernimmt und denkt.

00:41:13: Und das Judentum war ja eigentlich immer eher eine Minderheitsreligion.

00:41:19: Und der Islam hat er bei vielen anderen Ländern auch vorherrschaft.

00:41:22: Also, wie siehst du das man so?

00:41:26: Ja, du hast ganz gut angefangen.

00:41:29: Ich würde da mal direkt weitermachen.

00:41:31: Hoffentlich genauso gut.

00:41:33: Du beziehst dich wahrscheinlich auf dieser Kert, also die Almosensteuer.

00:41:39: Ja, eine der Grundsäulen oder eine der fünf Säulen des Islams und da steht natürlich das Gemeinwohl oder diese materiell gerechte Verteilung von Hab und Gut ganz zentral im Vordergrund.

00:42:00: Wir wissen ja alle, dass der Professor uns vor dem Vergleichen warnt, weil wir ja auch das Ziel haben, voneinander zu lernen und uns herauszufordern.

00:42:10: Aber ich denke, hier lohnt sich tatsächlich auch ein Vergleich, weil, das hast du ganz gut angesprochen, Daniel, der Islam hat eine sehr, sehr starke Tradition, soziale Verantwortung immer mitzubedenken.

00:42:25: Und da ist für mich zum Beispiel als Muslim oder auch für viele andere auch ganz zentral, das Konzept oder die Vorstellung, dass Gott den Menschen als Stadthalter auf Erden eingesetzt hat, also auch mit dieser Intention erschaffen hat.

00:42:43: Was heißt das jetzt für mich im Alltag?

00:42:46: Das muss man auch gar nicht so abstrakt sehen.

00:42:48: Das bedeutet einfach, ich soll Verantwortung übernehmen für diese Gesellschaft, für Gerechtigkeit, für das Zusammenleben.

00:42:57: Ich kann es natürlich auch global denken.

00:43:00: in dieser Geschichte, also in unserer Geschichte, die war ja nicht immer konfliktfrei.

00:43:06: Es hat auch unzählige Konflikte zwischen Religionen gegeben, zwischen Zivilisationen.

00:43:11: Und da muss man natürlich auch gerechterweise betonen, dass dieses islamische Konzept auch ganz bewusst machtpolitisch gedeutet wurde und auch so ausgelebt wurde.

00:43:22: Aber mich persönlich interessiert besonders, wie Religion Orientierung geben kann, ohne eben ... auf dieser Ebene politisch missbraucht zu werden.

00:43:34: Und in meiner eigenen Forschung spielt das auch eine Rolle.

00:43:37: Ich forsche zur islamischen Ethik und zu ihrer Rolle in interreligiösen Partnerschaften.

00:43:46: Deswegen würde ich jetzt vor diesem Hintergrund sagen, ja, Religion hat besonders dann einen gesellschaftlichen Wert, wenn sie Menschen befähigt, verantwortungsvoll, fair, aber auch dialogorientiert zu leben.

00:44:02: Also, meine Religion sagt mir nicht, dass ich in meinem stillen Kemmerlein arbeiten soll und jetzt nicht im Alltag mit euch oder mit Menschen, die jetzt anders denken, verkehren soll.

00:44:15: Nein, ganz im Gegenteil.

00:44:17: Und deswegen, finde ich, ist ganz wichtig zu betonen, dass Religion im Idealfall eben ... diese machtpolitische Ebene nicht bedienen sollte.

00:44:30: Und ich versuch das auch in meiner Forschung, aber auch meinem Alltag zu implementieren.

00:44:37: Aber genug zu mir, Johanna, du forscht ja auch in deiner Doktorarbeit genau zu solchen Fragen.

00:44:44: Welche Rolle will eigentlich das Christentum oder deine Religion in unserer Gesellschaft haben?

00:44:51: Wie würdest du das beschreiben?

00:44:53: Ich beginne mal meine Antwort mit einem Zitat aus der Bibel, und zwar aus dem ersten Petrusbrief drei, fünfzehn.

00:45:00: Das ist ganz kurz.

00:45:00: Da heißt es, seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.

00:45:10: Und ich finde, da steckt eigentlich meine Antwort genau drin.

00:45:13: Warum?

00:45:14: Weil hier wird dieser Öffentlichkeitsanspruch adressiert.

00:45:18: Also es geht darum, wenn mich jemand fragt.

00:45:21: Wieso erfüllt ich eigentlich diese Hoffnung?

00:45:23: Dann muss ich dem, auch wenn er damit gar nichts zu tun hat, rational begründen, wieso das so ist.

00:45:29: Und das heißt, diese Hoffnung ist nicht nur so ein Gefühl, sondern diese Hoffnung ist auch eine Haltung, mit der ich argumentieren kann und die ich anderen erklären kann.

00:45:39: Das heißt, das Christentum hat, würde ich sagen, in der Gesellschaft eine formative Prägekraft, die den Einzelnen prägt und auch die Gesellschaft prägen kann.

00:45:48: Und in diesem Zusammenhang spricht Jesus immer vom Reich Gottes.

00:45:52: Der sagt immer, das Reich Gottes ist nahe, kehrt um.

00:45:56: Und er sagt dann auch noch, glaubt an das Evangelium, also glaubt an die frohe Botschaft.

00:46:01: Und ich glaub, wichtig ist es, dass sozusagen das Christentum die Hoffnung, die es hat, nachvollziehbar macht.

00:46:08: erkennbar macht und wirksam werden lässt.

00:46:11: Wirksam werden lässt würde zum Beispiel bedeuten, in Deutschland gibt es ja so Hilfswerke, die gibt es in Deutschland, also zum Beispiel Obdachlosen, Hilfe, Suppenküchen, die setzen sich ganz praktisch um.

00:46:24: Aber auch international, es gibt zum Beispiel das Hilfswerk Miserior, das sagt ja okay, also schön, dass wir hier unsere Ländergrenzen haben, aber es interessiert einen schon als Christ.

00:46:34: Wie geht es eigentlich den Menschen im globalen Süden?

00:46:37: Und genau, also da wird diese Hoffnung wirksam durch einen Einsetzen für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.

00:46:44: Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch der Weltgesellschaft.

00:46:48: Okay, da gehe ich auch noch mal ein bisschen drauf ein.

00:46:51: Zum einen, Manzo Torga, hatten Sie eben schon dieses Problem angesprochen, Missbrauchbarkeit von Religion.

00:47:00: Und dann kam eben Frau Tan auf den Übergang vom Erklären.

00:47:08: von Glauben zum praktizierten Glauben, der in der Welt etwas bewirkt, jetzt nicht nur durch Worte.

00:47:18: Also, wenn ich gefragt werde, woran kann man denn sehen, dass eine Religion missbraucht wird?

00:47:24: Was ist denn das Wesen von Religion?

00:47:27: Dann biete ich jetzt die Formel an.

00:47:31: Religion ist die Anerkennung des anderen in einem immer wachsenden Sinne.

00:47:36: Natürlich ist erstmal die Anerkennung Gottes, die wir erfahren und wir erkennen dann Gott an.

00:47:41: Aber dann erkennt man eben auch den anderen Menschen, die Schöpfung, eine Tradition, die Freiheit, die unterschiedlichen Möglichkeiten.

00:47:54: Also da steckt immer so viel drin Anerkennung des anderen.

00:47:59: Und wenn das nicht geschieht, wenn der andere Mensch mit meiner Religion an Lebensmöglichkeiten einbüßt und zu einem unwürdigeren Leben kommt, dann ist es eben keine wirkliche Religion, sondern es ist eine missbrauchte Religion.

00:48:26: Ich deswegen würde ich auf jeden Fall sagen, ja, Christentum ist nicht nur für die private Seele, sondern hat einen Weltgeschaltungsanspruch.

00:48:34: Danke auch Frau Tannen für die Erinnerung daran.

00:48:38: Wir bereiten das Reich Gottes vor.

00:48:40: Wir dürfen von der Freude des Reiches Gottes erfüllt schon daran mitarbeiten.

00:48:45: Aber das heißt natürlich auch, wir können es nicht selber auf die Welt bringen und vor allem wir dürfen es nicht mit Gewalt, mit Zwangsmaßnahmen oder so durchzusetzen versuchen.

00:48:57: Das klappt überhaupt nicht und es ist genau das Gegenteil von dem, was jede Religion wollen soll und was wir als Christinnen und Christen auch wollen.

00:49:06: Wir wollen Zeugnis geben.

00:49:08: in Wort und Tat und dadurch den Menschen Orientierung auch Inspirationen schenken, auch kritisch sein und so den Stil der Wirtschaft, der Kultur, der Politik mitprägen als Zeuginnen und Zeugen.

00:49:31: Also ich würde sogar sagen, damit haben wir ein Maßstab für gute Politik.

00:49:36: Also welche Sandeln, welche Entscheidungen bringt uns dem uns von Christus vor gelebten, geschenkten Gottesreich näher.

00:49:48: Ja, das finde ich eine richtig spannende Frage.

00:49:51: Zum Schluss, also welches Handeln bringt uns dem Reich Gottes näher?

00:49:56: Ich glaube, die sollten wir uns in unseren Fragenspeicher setzen und für die nächsten Folgen dann nochmal rausholen.

00:50:03: Und damit würde ich jetzt in die nächste Kategorie sprengen.

00:50:06: Die heißt Alles klar.

00:50:10: Alles klar.

00:50:13: in der wir jetzt noch mal ein bisschen reflektieren, was wir aus diesem Gespräch mitnehmen, was ist euch vielleicht besonders klar geworden?

00:50:20: Und ja, also, Manzo, magst du mal anfangen, was ist dir in den letzten vierzig Minuten besonders klar geworden?

00:50:27: Ja, sehr gerne.

00:50:30: Man muss das Ganze ja auch noch im Nachhinein reflektieren, aber jetzt spontan, was ich sagen könnte, für mich wird eigentlich hängen bleiben, dass ... wir ganz unterschiedliche Perspektiven haben, aber dass diese sich trotzdem ganz gut ergänzen lassen.

00:50:51: Ich fand zum Beispiel extrem spannend, dass wir diese Frage nach dem Ursprung von Religion unterschiedlich beantwortet haben.

00:51:00: Ja, aber wir alle haben beschrieben, dass Religion Menschen ordnen kann, verbinden kann und auch sowas wie wie den größeren Horizont eröffnet.

00:51:13: Also wirklich so ein Wegweist im alltäglichen Leben.

00:51:18: Sei es jetzt bei freudigen oder auch traurigen Ereignissen oder Vorkommnissen.

00:51:25: Also ich würde auch gerne kurz was zusammenfassen oder sagen.

00:51:30: Und zwar also klar die Antworten, die wir heute gehört haben, sind unterschiedlich und auch differenziert.

00:51:36: Und es ist auch gut, weil wir eben so voneinander lernen können und wachsen können.

00:51:43: indem wir andere Perspektiven hören und auf uns wirken lassen und uns dann auch ein bisschen selbst hinterfragen.

00:51:50: Interessant fand ich aber, dass wir als vier religiöse Menschen, die jetzt hier miteinander gesprochen haben, irgendwie doch die gleichen Fragen gestellt haben.

00:51:59: Und das sind eben Fragen, die uns allen auf der Seele brennen.

00:52:03: Und das, finde ich, vereint uns doch irgendwie.

00:52:07: Also auch die Fähigkeit, Die gleichen Fragen zu stellen ist schon, dass wir irgendwie miteinander vereint sind, auch wenn die Antworten dann unterschiedlich sind.

00:52:17: Das habe ich heute auch ein bisschen mitgenommen.

00:52:20: Johanna, was denkst du?

00:52:22: Ja, ich nehme das auch sehr stark mit, dass uns vereint, dass wir alle mit Gott kommunizieren.

00:52:29: Und das tun wir alle unterschiedlich.

00:52:31: Aber für mich ist es auch ganz klar, dass sozusagen diese Kommunikationssysteme nicht isoliert voneinander betrachtet werden können, sondern die haben sich miteinander entwickelt.

00:52:39: Also, die sind miteinander verflochten.

00:52:41: Und ich finde eigentlich gerade diese Verflechtungen total spannend, sich anzuschauen.

00:52:45: Und genau, deswegen ist das nämlich sehr stark mit.

00:52:48: Wir kommunizieren alle mit Gott und sind alle miteinander verflochten in unseren Kommunikationssystemen.

00:52:53: Also, vielen Dank für den ganz spannenden Austausch.

00:52:57: Prof.

00:52:57: Körner, was nehmen Sie mit?

00:53:00: Ich habe es gerade noch mal daran gedacht, mit welcher Freude Rabbi Fabian von seinen Sechshundertdreizehn geboten spricht und auch mit welcher Begeisterung Mansoor Hodja diese Verantwortung als Muslim annimmt und sagt, das machen wir jetzt.

00:53:20: Das ist dann nicht so, oh, ich bin ein Knecht von geboten und ich muss da so viel machen, sondern da ist so eine Freude dabei, dass als Verantwortung sogar als Pflicht zu empfinden.

00:53:34: Und das ist dann nicht so geknächtet, sondern das ist einfach so gelebte Zugehörigkeit.

00:53:39: Das konnte ich jetzt wirklich sehr gut wahrnehmen und regt mich selber jetzt noch mal an.

00:53:47: Ja, also dann vielen lieben Dank für den super spannenden Austausch.

00:53:52: und kommen wir jetzt zur letzten Rubrik.

00:53:56: Und in dieser letzten Rubrik ... Professor Körner und ich uns überlegt, stellen wir uns immer ein Wort vor, was uns diesem Monat besonders begleitet.

00:54:07: Alles Gute und bis zum nächsten Glauben.

00:54:11: Mein Wort des Monats ist Zusammenfreude, denn wir haben den letzten Monat sehr viel an diesem Podcast gearbeitet und auch so ein bisschen im Ausblick auf die nächsten Monate freue ich mich einfach, mit Ihnen zusammen diesem Podcast zu hosten.

00:54:25: Ich freue mich auf alle Gäste, die kommen und genau deswegen ist mein Wort Zusammenfreude.

00:54:30: Wie lautet Ihr Wort?

00:54:32: Also mein Wort ist diesmal ein Adjektiv, das für mir nochmal so neu klar geworden ist.

00:54:39: Und zwar das Wort Heiter.

00:54:42: Heiter, das bezieht sich ja nicht erst im übertragenen Sinne auf Wetter, sondern das kommt eigentlich daher, dass die Luft rein ist, dass der Himmel frei ist, dass der Blick nach oben da ist.

00:54:56: Daher kommt das Wort Heiter.

00:54:58: Also... Ich finde wirklich eine schöne Haltung, Heiterkeit im Sinne von Offensein nach oben.

00:55:06: Also dann bleibt uns nichts anderes als unseren Hörern und Hörern alles Gute zu wünschen und bis zum nächsten Glauben.

00:55:14: Und glauben Sie nicht alles, was man Ihnen sagt.

00:55:20: Dies ist eine Produktion der TLDR-Studios.

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